© Archiv Plack-Schlögl, Naturns
Am 10. Oktober begeht Kärnten seinen historischen Gedenktag: die Volksabstimmung von 1920, bei der sich die Mehrheit in Südkärnten für den Verbleib bei Österreich entschied. In der sogenannten Zone A – überwiegend zweisprachig, mit hohem slowenischen Bevölkerungsanteil – stimmten 59 Prozent gegen einen Anschluss an das neue Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. NeueZeit.at hat berichtet. Dieser Tag, ein Schlüsselereignis für die territoriale Einheit Kärntens, wird bis heute gefeiert – aber auch kontrovers diskutiert, vor allem mit Blick auf die Rechte der slowenischen Minderheit.
In ganz Kärnten finden in der Woche rund um den 10. Oktober zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Besonders in Unterkärnten wird an die Abstimmung erinnert. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sieht im 10. Oktober längst mehr als ein historisches Datum: „Am 10. Oktober 1920 wurde das Fundament für unser heutiges gemeinsames Haus Kärnten gelegt! Es gab in diesen 100 Jahren immer wieder kleinere und größere Erdstöße, auch so heftige, die unser gemeinsames Haus teilweise sogar einstürzen hat lassen und mehrfach erschüttert, den einen oder anderen Riss, die eine oder andere zerbrochene Fensterscheibe beschert hat. Ich rede von dem dunkelsten Kapitel des Zweiten Weltkrieges. Ich rede auch von den vielen schweren Auseinandersetzungen rund um zweisprachige Ortstafeln.“
Vertreter:innen der slowenischen Minderheit mahnen, dass das offizielle Gedenken noch immer Defizite zeigt. Auch 105 Jahre nach der Volksabstimmung seien noch viele Fragen offen, manche versprochenen Gesetze noch immer nicht umgesetzt, heißt es aus der slowenischsprachigen Gemeinschaft. Für viele Kärntner Slowen:innen ist der 10. Oktober ein Tag des Stolzes – aber auch des Nachdenkens über jahrzehntelange Benachteiligung.
Unter Jörg Haider (FPÖ, später BZÖ) wurde der 10. Oktober zum politischen Ritual. Er sprach 2006 vom „Freiheitskampf, auf dem unser Land ruht“ und einem „Sieg des Heimatbewusstsein“. Die slowenische Volksgruppe blieb in dieser Erinnerung weitgehend unsichtbar. Im Ortstafelstreit nutzte die FPÖ damals den Gedenktag, um vom „Ortstafelkannibalismus“ zu sprechen. Erst später begann sich Kärntens offizielles Gedenken zu wandeln – weg von Abgrenzung, hin zu Verständigung.
Doch die Geschichte bleibt sensibel. Kärnten steht 105 Jahre nach der Volksabstimmung zwischen Erinnerung und Erneuerung. Wer diesen Tag begeht, sollte nicht nur feiern – sondern verstehen: Erinnerung ist kein Denkmal. Sie ist Haltung.
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