(c) Unsplash/Markus Spiske
Ende November dröhnt es wieder aus Newslettern, Online-Shops, Instagram-Werbung: „Minus 70 %! Jetzt oder nie!“ Und während der Countdown tickt, sollen wir reflexartig auf „Kaufen“ drücken. Der Black Friday ist längst kein Shoppingtag mehr, sondern ein globales Psycholabor, das genau darauf ausgelegt ist, uns in Kaufrausch-Stimmung zu bringen.
Das Problem: Ein Großteil dieser „Mega-Deals“ ist reine Kulisse. Preise werden vorab hochgeschraubt, damit die Rabatte größer aussehen. Die Arbeiterkammer bestätigt: Viele dieser Aktionen sind Show, nicht Schnäppchen. Die Inszenierung ist perfekt, der Vorteil für Konsument:innen meistens nicht.
Online läuft die Manipulationsmaschine auf Hochtouren: künstliche Knappheit, nervöse Timer, plötzlich auftauchende Zusatzprodukte im Warenkorb. Je weniger wir nachdenken, desto besser für die Plattformen. Kein Wunder, dass fast die Hälfte in Österreich den Black Friday inzwischen ausschließlich online nutzt und die internationalen Player kräftig absahnen.
Ja, es gibt echte Preisstürze, vor allem bei Elektronik. Wer vorbereitet ist, kann sinnvoll sparen. Wer sich treiben lässt, bezahlt oft drauf. Denn neben Fake-Rabatten wächst das nächste Risiko: Fake-Shops. Professionell gestylte Betrugsseiten, irre niedrige Preise, Vorkasse ohne Schutz und jedes Jahr tappen mehr Menschen hinein. Dazu kommen teure Rücksendungen, hohe Gebühren und Lieferwege, die aus Schnäppchen plötzlich Verlustgeschäfte machen.
Gleichzeitig zeigt sich ein Gegentrend: Immer mehr Menschen steigen aus. Ein Drittel plant heuer gar keine Black-Friday-Einkäufe. Manche haben genug vom Dauerkonsum, andere misstrauen der Rabattflut, wieder andere setzen klare Budgets. Und während die eine Seite auf Billigpreise wartet, entdecken viele die andere: Reparieren, Tauschen, Second-Hand. Der Circular Monday wird stärker. Leiser, aber konsequenter.
Am Ende bleibt die Frage: Wer gewinnt eigentlich an diesem Freitag? Die großen Plattformen? Eindeutig. Für Konsument:innen ist der Black Friday längst kein Fest mehr, sondern ein Trainingslager für kritische Kaufentscheidungen.
Wer vergleicht, spart. Wer nachdenkt, gewinnt. Und wer sich vom Rabatt-Feuerwerk nicht hypnotisieren lässt, behält die Kontrolle über seinen Warenkorb. Und über sich selbst.
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