Niederösterreich

Nach Wohnbau-Stopp vom Land NÖ: Dämmstoff-Hersteller Brucha ist pleite, 500 Jobs wackeln

Der Tullner Baustoffhersteller Brucha ist pleite. 504 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zittern um ihre Jobs. Dazu haben auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Vize Udo Landbauer (FPÖ) beigetragen, meint Sven Hergovich (SPÖ): Sie haben den geförderten Wohnbau gestoppt. Die Folge: Die Baubranche in NÖ hat weniger Aufträge. Das 1. Beispiel – der Dämmstoff-Hersteller Brucha – muss jetzt zusperren.

Der Dämmstoff-Hersteller Brucha produzierte seit 75 Jahren Materialien für Industrie- und Gewerbebauten. Nun hat das Unternehmen mit Sitz im Bezirk Tulln Insolvenz angemeldet. Rund 500 Angestellte bangen um ihre Jobs.

Nicht zuletzt fehlten dem Unternehmen Aufträge aus Niederösterreich. Denn ÖVP und FPÖ haben den geförderten Wohnbau de facto gestoppt. Das kritisiert der niederösterreichische Kontrolllandesrat Sven Hergovich (SPÖ): „Für die Familien bedeutet das immer teurere Mieten und geplatzte Träume vom Eigenheim, für die Baubranche immer größere wirtschaftliche Probleme.“ Das macht sich auch bei der Arbeitslosigkeit bemerkbar: Sie ist im letzten Jahr um 7 Prozent gestiegen.

Brucha: Vom Rekordumsatz zur Pleite

Noch 2019 verbuchte Brucha einen Rekordumsatz von 207 Millionen Euro. Fünf Jahre später schaut die Welt beim Dämmstoffhersteller ganz anders aus. Von 59 Millionen Euro Schulden sind laut Kreditschutzverband (KSV) 20,6 Millionen Euro fällig. Bereits Ende letzten Jahres hatte das Unternehmen laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) 100 Mitarbeitende beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung gemeldet. Nun wurde am Landesgericht in St. Pölten offiziell ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Insgesamt stehen 500 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Dass es keinen Betriebsrat gibt, macht die Lage der Beschäftigten umso schwieriger.

„Diese Insolvenz ist kein Zufall, sondern Folge einer Landespolitik, die sich aus dem Wohnbau verabschiedet.“ Sven Hergovich (SPÖ), Kontrolllandesrat in Niederösterreich

Vorerst laufen die Maschinen offenbar weiter: „Es wird aktuell weiter vollumfänglich produziert sowie die Kundenanfragen und Aufträge in gewohnter Weise ausgeführt“, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Aus für geförderten Wohnbau schadet Baubranche

Auslöser der Insolvenz seien innerbetriebliche Fehlinvestitionen, Umsatzausfälle in der Schweiz und den Vereinigten Staaten sowie Kalkulationsfehler bei Großprojekten, so das Unternehmen. Hinzu komme die angespannte Marktlage, die die Geschäfte weiter erschwerte, heißt es via Kreditschutzverband (KSV).

Der niederösterreichische Kontrolllandesrat Sven Hergovich (SPÖ) sieht noch einen weiteren Grund: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und ihr Vize Udo Landbauer (FPÖ) haben den geförderten Wohnbau in Niederösterreich quasi abgedreht. Dadurch ist auch der Absatz von Brucha in Niederösterreich gesunken. „Es muss dringend wieder mehr in den Wohnbau investiert werden – und das schnell – denn die Krise im Wohnbau ist dramatisch“, warnt Hergovich. Seit Monaten werde kaum mehr gebaut. „Für die Familien bedeutet das immer teurere Mieten und geplatzte Träume vom Eigenheim, für die Baubranche immer größere wirtschaftliche Probleme.“

Arbeitslosigkeit in NÖ um 7 Prozent gestiegen

Tatsächlich: Allein seit letztem Jahr ist die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich um 7 Prozent gestiegen. 54.210 Personen sind in Niederösterreich derzeit arbeitslos gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

NeueZeit Redaktion

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Tags: Brucha Geförderter Wohnbau Niederösterreich Sven Hergovich Wohnbauförderung

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