Österreich

Skandal! Schwarz-Grüne Bundesregierung verscherbelt öffentliche Reha-Zentren an französischen Fonds

Die schwarz-grüne Bundesregierung verkauft die bislang teilstaatlichen Reha-Zentren an einen privaten französischen Fonds. Darunter leiden nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Versorgung der Patient:innen – das zeigen Erfahrungen mit dem Fonds “PAI Partners” in anderen Ländern. Aber auch internationale Studien machen klar: Bei Übernahme von Gesundheitseinrichtungen durch Private steigt die Sterblichkeit bei Patient:innen.

21 österreichische Reha-Zentren werden an den französischen Fonds PAI verkauft – bis jetzt waren sie teilweise in staatlicher Hand. Der Betriebsrat warnt: Unter einer Privatisierung leidet die medizinische Versorgung, der Druck auf die Belegschaft würde steigen. Denn eine Privatisierung bedeutet auch immer, dass die privaten Investoren und Shareholder Gewinne sehen wollen. Österreichs Reha-Zentren müssen also in Zukunft Erträge abwerfen – auf Kosten der Patienten und Patientinnen.

Stress, Bürokratie und weniger Betreuungszeit: Die Belegschaft leidet unter Privatisierung

Schon jetzt leidet die Belegschaft in den VAMED-Häusern unter Stress und kritisiert die in ihren Augen absurde Verrechnungspraxis. In einem Salzburger Seniorenheim werden extra Kosten für die Erinnerung an die Einnahme von Medikamenten oder Unterstützung beim Essen eingehoben. Innerhalb weniger Tage kam es zu sieben Kündigungen.

Was ist ein Private-Equity Fonds?

PAI Partners ist ein französischer Private-Equity Fonds, der im Jahr 2002 unter anderem aus Teilen der französischen Großbank BNP Paribas hervorging. Bei Private Equity wird in Anteile an Unternehmen investiert, die nicht öffentlich, also nicht an der Börse gehandelt werden. Das macht PAI auch bei der Übernahme der VAMED, Beteiligungen werden nicht an der Börse gehandelt.  

Privatisierungen erhöhen die Sterblichkeit

In anderen Ländern hat PAI bereits Gesundheitseinrichtungen übernommen und glänzt dabei ganz und gar nicht. So ist etwa in Großbritannien die Qualität der Patient:innenversorgung erheblich gesunken. Gerade am Land, wo Anfahrtswege zu Reha-Zentren oft weit sind, gibt es dann keine umfassende medizinische Versorgung in der Nähe der Patient:innen mehr. Laut einer US-amerikanischen Studie sterben zehn Prozent mehr Patient:innen in Gesundheitseinrichtungen, sobald diese privatisiert sind. Auch gibt es Gerüchte, dass mit Steuertricks noch weiter gespart werden soll. Damit leidet die Allgemeinheit gleich doppelt unter den Machenschaften des Hedgefonds: Während man die Gesundheitsversorgung „herunterwirtschaftet“, nimmt der Staat weniger Geld an Steuern ein.

VAMED betreibt aktuell in fast allen Bundesländern Rehazentren. Gerade im ländlichen Raum sind die Vorzeichen der Übernahme fatal: Privatisierungen und Sparmaßnahmen gehen oft Hand in Hand mit Kündigungswellen. In Zeiten der steigenden Arbeitslosigkeit sind diese Neuigkeiten alarmierend. Für die Beschäftigten wird die Suche nach einem neuen Job zunehmend schwerer. Alleine im Burgenland sind derzeit 250 Menschen bei VAMED beschäftigt. Aber nicht nur der Verlust zahlreicher Stellen droht: In Deutschland soll der Fonds PAI nach der Übernahme einer Zahnarzt-Kette unerfahrene Ärzte und Ärztinnen dazu gedrängt haben, komplizierte Operationen zu horrenden Preisen anzubieten.

NeueZeit Redaktion

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Tags: Gesundheit Grüne ÖBAG ÖVP Privatisierung Rehazentren VAMED

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