Friedensaktivistin Daria Kuklina bekommt das Zeugnis ihres Sprachkurses.
Die 22-Jährige Daria Kuklina protestierte in Russland gegen den Krieg und musste deshalb im April nach Österreich flüchten. Seitdem hat sich die Friedensaktivistin hier ein Leben aufgebaut: Sie studiert in Linz, hat neue Kontakte geknüpft und sogar einen festen Freund gefunden. Jetzt wurde sie plötzlich in Schubhaft genommen – obwohl ihr Asylverfahren noch läuft. Ihre Freunde kämpfen für ihren Verbleib: „Ich verstehe nicht, warum Österreich kurz vor der Weihnachtszeit eine junge Frau, die mutig den Krieg verurteilt, so behandelt“, sagt ein Unterstützer.
Die 22-jährige Russin protestierte in ihrem Heimatland gegen den Ukraine-Krieg. Weil sie wegen ihrer Friedensarbeit verfolgt wurde, musste sie im April fliehen. Die Flucht gelang ihr mit einem italienischen Touristenvisum, mit dem sie von Moskau nach Wien kam.
Hier hat sich die junge Friedensaktivistin ein neues Leben aufgebaut. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Englisch-Sprachtests begann sie an der Linzer JKU das IT-Studium „Künstliche Intelligenz“. Täglich pendelt sie zwei Stunden zur Uni und lernt nebenbei noch Deutsch. Daria Kuklina hat inzwischen viele neue Freundschaften geschlossen und sogar einen festen Freund gefunden.
Doch diese Woche änderte sich ihr Leben schlagartig: Trotz laufenden Verfahrens wurde die 22-Jährige plötzlich festgenommen.
„Ich hatte noch die Möglichkeit mit ihr zu sprechen, bevor ihr das Telefon abgenommen wurde. Sie ist verzweifelt. Vor lauter Weinen konnte ich kaum mit ihr kommunizieren“, sagt Thomas Gegenhuber, einer ihrer Unterstützer.
Jetzt sitzt die Studentin in Schubhaft. Zuerst in Salzburg, einen Tag später wurde sie nach Wien gebracht. Wieso, weiß derzeit niemand. Denn ihr Asylverfahren läuft noch.
Im September erhielt die Friedensaktivistin vom Bundesasylamt einen negativen Bescheid. Da sie mit einem italienischen Touristenvisum eingereist ist, sei Italien für den Asylprozess zuständig. Die Anwältin von Daria Kuklina legte gegen die Entscheidung Beschwerde ein. Das Bundesasylamt habe sich mit der Situation der jungen Russin, mit den Folgen der neuerlichen Traumatisierung und mit ihren Bemühungen in Österreich nicht auseinandergesetzt. Das österreichische Asylamt könnte die Zuständigkeit für den Fall an sich ziehen und die Studentin nicht nach Italien ausweisen. Das will die Anwältin mit der Beschwerde erreichen.
Und eben diese Beschwere vor dem Bundesasylamt läuft noch. Falls sie keinen Erfolg hat, will die Friedensaktivistin ohnehin freiwillig und selbstständig nach Italien ausreisen. Wieso sie dennoch in Schubhaft genommen wurde, verstehen weder ihre Anwältin noch ihre Freunde.
„Es ist absolut nicht nachvollziehbar, warum Daria plötzlich festgenommen wurde. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass sie sich dem Verfahren oder den Behörden entzieht“, sagt der Linzer Uni-Professor Thomas Gegenhuber, der die Studentin unterstützt. „So aus dem Alltag gerissen zu werden, die Inhaftierung und die Ungewissheit, ob ihr eine Abschiebung nach Italien droht – das alles ist menschenunwürdig.“
Vor einem derartigen Vorgehen wurde auch in einem psychiatrischen und psychotherapeutischen Gutachten gewarnt. Denn Daria Kuklina ist durch ihre erzwungene Flucht aus Russland psychisch schwer angeschlagen und derzeit in Behandlung. Die Schubhaft ist auch gesundheitlich ein schwerer Rückschlag.
„Ich verstehe nicht, warum Österreich – ein Land mit christlicher Tradition – kurz vor der Weihnachtszeit eine junge Frau, die sich mutig gegen Putin stellt und den Krieg gegen die Ukraine verurteilt, so behandelt“, sagt Unterstützer Thomas Gegenhuber.
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