Verwinkelte Gassen, ruhige Innenhöfe und grüne Stadtoasen: Neben den prunkvollen Altbauten verirren sich immer wieder Menschen in den typisch wienerischen “Durchhäusern” und “Pawlatschen”. Doch still und ruhig war es hier früher nicht. Vielmehr waren diese Orte der Lebensmittelpunkt vieler Wienerinnen und Wiener.
In den Bürgerhäusern lag hinter den verschnörkelten, prunkvollen Fassaden meist ein schlichter Innenhof. In den Innenhöfen fand das Leben der Menschen abseits der Straßen statt. Innenhöfe und Durchhäuser waren in früherer Zeit der Treffpunkt in den Wohnblocks. Es war ein Ort der Kommunikation und Lebensmittelpunkt vieler Mieter. Hier fanden die Bewohnerinnen und Bewohner Zeit für Klatsch und Tratsch. Hier wurde auch gearbeitet und Wäsche gewaschen. Die sogenannten “Pawlatschen” waren seit jeher Elemente des sozialen Wohnens. Das Wort Pawlatsche stammt vom tschechischen pavlac ab und bedeutet “offener Gang”. Damit meint man schmale, aber offene Gänge, die die einzelnen Wohnungen verbinden. Man kann sie über Außentreppen erreichen.
Durchhäuser sind in der Altstadt Wiens eine lokale architektonische Spezialität. Doch sie wurden nicht aus architektonischen, sondern vielmehr aus praktischen Gründen erbaut. Unter einem Durchhaus versteht man ein Haus, das zwischen zwei parallel verlaufenden Straßen liegt. Es kann als „Durchgang“ von einer Straße zur anderen benützt werden. Damals war man viel mehr als heute zu Fuß unterwegs. Dabei wurden teilweise Lasten getragen.
Durchhäuser dienten somit als eine Art Abkürzung, um sich Umwege zu ersparen. Da manchmal viele Menschen die Durchhäuser überquerten, konnte es ziemlich laut werden. Dabei entstand der grantige, wienerische Ausspruch “Das ist ja kein Durchhaus”. Dieser kommt zum Einsatz, wenn man sich über die Lautstärke der anderen ärgert.
Grund für die wichtige Stellung der Durchhäuser und Pawlatschen war der zentrale Hausbrunnen. Dieser versorgte mehrere Häuser mit Wasser. Somit waren sie eine Art “Oase” und Lebenszentrum des Hauses.
Zur Zeit der Industrialisierung kam es zu einem enormen Bevölkerungswachstum in Wien. Daraus entstand eine große Wohnungsnot. Somit wurde der gemeinschaftliche Hausbrunnen von der sogenannten Bassena abgelöst. Damit bezeichnet man die Wasserstelle in den Hausfluren. Somit verlagerte sich der neue Treffpunkt der Menschen von den Innenhöfen zu den einzelnen Stockwerken.
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