Burgenland

Burgenland investiert 10 Mio. ins Krankenhaus Güssing: Neue Station für Menschen über 65

Laut Landesregierung sollen alle Krankenhäuser im Burgenland ihre Angebote an Spitalsleistungen erweitern. Deshalb investiert das Land jetzt rund zehn Millionen Euro in den Ausbau des Güssinger Spitals. Zusätzlich zur Grundversorgung soll der Schwerpunkt in Zukunft auf Operationen und älteren Menschen liegen. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten auch bereits die neuen Personalwohnungen direkt neben dem Spital beziehen.

In Österreich gab es die letzten Jahre rund 2,5 Millionen stationäre Aufenthalte pro Jahr in Akut-Krankenanstalten. Im ganzen Land gibt es ca. 260 Spitäler – drei Fünftel davon sind für die Akutversorgung zuständig und zwei Fünftel für Fälle, die nicht sofort behandelt werden müssen. Fünf der 260 Krankenhäusern befinden sich im Burgenland: In Eisenstadt, Kittsee, Oberpullendorf, Oberwart und Güssing.

Um eine umfassende medizinische Versorgung der Bevölkerung zu garantieren, will die burgenländische Landesregierung die Leistungsangebote nun verbessern. Deshalb investierte das Bundesland jetzt rund zehn Millionen Euro in den Ausbau des Güssinger Spitals. Denn das Ziel der Grundversorgung sei „Spitzenmedizin in Wohnortnähe“, so der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).

Bessere Versorgung für „Ü65“

Neben dem bisherigen Spektrum an Versorgungen fokussiert sich das Spital in Güssing in Zukunft besonders auf die ältere Generation: Im Rahmen der Inneren Medizin gibt es ab sofort eine neue Station für Akutgeriatrie und Remobilisation. Sie startet mit acht Betten – im Oktober kommen vier weitere dazu. Bis Mitte 2023 soll es insgesamt 24 stationäre Betten und vier ambulante Behandlungsplätze geben.

Auf der neuen Station unterstützt das Personal Menschen ab 65 Jahren nach schweren Operationen oder Krankheiten. In einem dreiwöchigen Programm begleitet sie ein multiprofessionelles Team aus Mediziner:innen, Pfleger:innen und Therapeut:innen.

„Das ist eine große Bereicherung für das Südburgenland und wird vielen Menschen helfen können, ihren Alltag nach einem Krankenhausaufenthalt wieder selbstständiger bewältigen zu können“, so KRAGES-Geschäftsführer Hubert Eisl.

Güssing hat das „größte Brustgesundheitszentrum“

Das Brustgesundheitszentrum (BGZ) in Güssing ist Teil der chirurgischen Abteilung und hat seit Juni einen neuen Leiter, Oberarzt Dr. Gerhard Hochwarter. Ziel sei es hier mit anderen chirurgischen und gynäkologischen Abteilungen der KRAGES besonders eng zusammenzuarbeiten. So könne man das bestmögliche Angebot für betroffene Frauen bieten.

Die Chirurgie in Güssing arbeitet gemeinsam mit dem Schwerpunktkrankenhaus Oberwart zusammen. In Güssing wird man in Zukunft vor allem planbare Eingriffe vornehmen – wie etwa Krampfadern-, Blinddarm- oder Gallenblasen- Operationen. Der ärztliche Direktor des Krankenhauses in Güssing sagt: „Wir haben das größte Brustgesundheitszentrum sowie die einzige Schmerzambulanz des Landes in Güssing. Für Ärztinnen und Ärzte ist das KH Güssing daher ein äußerst attraktiver Arbeitsplatz.“

„Brauchen das richtige Personal in der Zukunft“

Krankenhaus Güssing startet mit zusätzlichem Leistungsangebot: Bürgermeister Vinzenz Knor, KRAGES-Geschäftsführer Mag. Hubert Eisl, MBA, Landeshauptmann Mag. Hans Peter Doskozil, Krankenhaus Güssing-Ärztlicher Leiter Dr. Gerhard Puhr und Kaufmännischer Direktor des Krankenhauses Güssing, Mag. Marc Seper, MSc (v.l.) bei der Präsentation in Güssing.// Fotocredits: Landesmedienservice Burgenland

Landeshauptman Doskozil macht besonders auf den Personalmangel im Bereich der Pflege und Medizin aufmerksam. Deshalb lege das Burgenland einen besonderen Schwerpunkt auf die Ausbildung von Ärzt:innen. In Zukunft sei man auf das richtige Personal angewiesen und müsse so den Job attraktiver machen.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist den Arbeitsweg der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erleichtern. So hat die Landesimmobilien Burgenland GmbH neben der Güssinger Klinik neue Personalwohnungen errichtet. Hier setzte man auf Nachhaltigkeit: Auf knapp 900 Quadratmetern Gesamtfläche wurde für die Wohnungen in Holzriegelbauweise Fichtenholz aus Österreich verwendet. Eine Wärmpepumpe und einer Photovoltaik-Anlage senken die Betriebskosten.

Auch der Eingangsbereich des Krankenhauses wird neugestaltet. Damit der Aufenthalt sowohl für Patient:innen, als auch für Besucher:innen angenehmer wird, entsteht ein großes Cafeteria-Areal mit Terrasse.

Lena Fürst

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