Niederösterreich

Mit neuer „HeimwegApp“ soll der Nachhauseweg sicherer für Frauen werden

Zwei Schüler der HTL Wien West haben gemeinsam mit dem Verein „Coming Home Safe“ aus Krems eine „HeimwegApp“ entwickelt, die Frauen sicher nach Hause bringen soll. Wenn sich Userinnen auf der Homepage registriert haben, trackt die App alle drei Sekunden ihren Standort am Weg heim. Sollten sie sich unsicher fühlen oder sich gar in Gefahr befinden, gibt´s einen Alarmbutton und die Polizei wird sofort informiert.

Die meisten Frauen kennen es: Das mulmige Gefühl auf dem Nachhauseweg, wenn es dunkel ist. Egal ob nach dem Feiern, nach einem Abendessen oder nach einem Besuch bei Freund:innen – zur späteren Stunde ist der Heimweg für viele weibliche Personen mit Anspannung und Angst verbunden. Laut einer Studie wurden drei von vier Frauen im Laufe ihres Lebens schon einmal sexuell belästigt – die meisten davon an öffentlichen Plätzen. Den Satz „Sagst du Bescheid, wenn du zu Hause angekommen bist?“ kennen viele nur zu gut.

Der Verein „Coming Home Safe“ aus Krems macht es sich zur Aufgabe, Frauen am Nachhauseweg zu begleiten, zu unterstützen und im Notfall auch einzugreifen. Anfang 2022 haben sie den „Heimbringdienst“ und das „Heimwegtelefon“ ins Leben gerufen. Jetzt haben zwei Schüler der HTL Wien West gemeinsam mit dem niederösterreichischen Verein die „HeimwegApp“ entwickelt, mit der Frauen sicher nach Hause kommen sollen.

Die App trackt alle drei Sekunden den Standort der Userinnen und so können Mitarbeiter:innen des Vereins den Weg live mitverfolgen. Sollte man sich in Gefahr befinden, gibt es einen „Alarmbutton“ der Alarm schlägt und die Polizei informiert.

Jede dritte Frau Opfer von Gewalt

Eine Studie zu Gewalt gegen Frauen der Statistik Austria (2021) hat ergeben, dass jede dritte Frau im Alter von 18 und 74 Jahren ab dem 15 Lebensjahr Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt wurde. Das sind fast 35 Prozent. Eine weitere Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung hat ergeben, dass sogar 75 % aller Österreicherinnen schon sexuelle Belästigung erlebt haben – jede zweite davon in der Öffentlichkeit.

„Coming Home Safe“ –  Name ist Programm

Es finden sich immer mehr Hilfsangebote und Initiativen, um sexuelle Belästigungen und Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Der Kremser Verein „Coming Home Safe“ macht es sich zum Ziel, Frauen und Mädchen das Unbehagen am Nachhauseweg ein Stück weit zu nehmen. So hat der niederösterreichische Verein Anfang 2022 die Initiativen „Heimbringer“ oder das „Heimwegtelefon“ ins Leben gerufen. Dort werden Frauen in Niederösterreich entweder telefonisch oder persönlich nach Hause begleitet. Der Service ist von Freitag bis Sonntag durchgehend erreichbar.

Kurz darauf kam dem Verein die Idee einer zusätzlich digitalen App, die einen am Nachhauseweg begleiten soll. Für die Umsetzung und Entwicklung kontaktierte „Coming Home Safe“ die HTL Wien. Zwei Schüler der Abteilung „Informationstechnik“ nahmen sich des Projekts an und programmierten im Rahmen ihrer Abschlussarbeit die „HeimwegApp“ für Frauen. Rund 200 Stunden Arbeit steckten Lukas Semler und Benjamin Stauf in die Entwicklung der App.

 

Durch Live-Tracking des Standortes mehr Sicherheit

Ab März können sich Userinnen die App kostenlos im Android oder Apple Store herunterladen. Und so funktioniert´s: Nach dem Download kann man sich anmelden und seinen Standort bekannt geben. Per „Live-Tracking“ kann ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin des Vereins die aktuelle Position der Userin verfolgen.

Der Standort aktualisiert sich alle drei Sekunden und nebenbei gibt es auch eine Chat-Funktion. Sollten sich Frauen unwohl oder gar verfolgt fühlen, können sie einen „Alarmbutton“ drücken, der dann ein Signal auslöst und die Polizei informiert. Die Einsatzkräfte bekommen dann die Standort-Daten der angemeldeten Person zugeschickt.

„Man fühlt sich immer wohl, wenn man weiß, es kommt Hilfe, wenn ich welche brauche“, so eine HTL-Schülerin.

Lena Fürst

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