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Hohe Preise, hohe Netzkosten: Warum Niederösterreichs Energiepolitik unter Druck steht

(c) MachineHeadz von Getty Images Signature

Steigende Energiepreise und Netzkosten treffen Niederösterreich besonders hart. Die SPÖ Niederösterreich unterstreicht deshalb einmal mehr die Dringlichkeit einer Energiepolitik, die Versorgungssicherheit, soziale Fairness und leistbare Preise klar in den Mittelpunkt stellt.

Schwarzau im Freiwald, am 12. Jänner 2026: Minus 28,4 Grad verzeichneten die Messstationen hier in der Nacht auf den vergangenen Montag. Damit ist die kleine Ortschaft im Bezirk Gmünd der zweitkälteste Ort in ganz Österreich. Zum Vergleich: Das sind Temperaturen, wie sie zu dieser Jahreszeit auch am Nordpol vorkommen.

Diese Kälte bringt neben beeindruckenden Eiskristallen und verschneiten Tälern aber vor allem eins: viel zu hohe Heizkosten. Von Letzterem scheinen die niederösterreichischen Haushalte besonders stark betroffen zu sein. Ein kalter Winter, notwendige Investitionen in die Strom- und Gasnetze sowie eine sinkende Zahl an Gaskund:innen lassen die Kosten für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher weiter in die Höhe schnellen. Die SPÖ Niederösterreich sieht hier dringenden Handlungsbedarf und setzt sich für eine Energiepolitik ein, die niemanden zurücklässt.

Strukturelle Nachteile dürfen nicht zu sozialen Nachteilen werden

Niederösterreichs Haushalte verbrauchen bundesweit am meisten Energie. Das hat mehrere Gründe: die geringere Bevölkerungsdichte, mehr Wohnfläche pro Haushalt – im Vergleich zu Wien – und schlicht die Größe des Bundeslandes tragen maßgeblich dazu bei. Besonders auffällig ist jedoch der im Vergleich zu anderen ländlichen Bundesländern sehr hohe Gasverbrauch. Genau dieser wird bei steigenden Netzkosten zum Problem: Immer weniger Gaskund:innen müssen ein weit verzweigtes, wartungsintensives Leitungsnetz finanzieren.

Hohe Preise sind kein Naturgesetz

Neben den Netzkosten sind viele niederösterreichischen Haushalte auch bei den Energiepreisen selbst überdurchschnittlich belastet. Der Vergleich mit anderen Bundesländern zeigt: Günstigere Tarife sind möglich. Landesenergieversorger in Tirol oder Vorarlberg beweisen seit Jahren, dass leistbare Energie und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sein müssen.

„Ich fordere Schwarz-Blau und die EVN auf, endlich nachzuziehen und die Preise, wie Verbund und TIWAG, drastisch zu senken.“, fordert Kontroll-Landesrat Sven Hergovich entschlossen.

Strompreise pro Jahr für Haushalte: Jänner 2026
Strompreise der verschiedenen österreichischen Stromanbieter:innen 2026 im Vergleich

Besonders kritisch ist aus Sicht der SPÖ Niederösterreich, dass der niederösterreichische Landesenergieversorger EVN im Strombereich zu den teuersten Anbietern zählt – und das trotz Mehrheitsbeteiligung des Landes. Denn als Landesenergieversorger solle nicht der maximale Gewinn, sondern leistbare Energie für Bürgerinnen und Bürger das oberste Ziel sein.

Klares Ziel: leistbare Energie für alle

Niederösterreich steht energiepolitisch vor einer doppelten Herausforderung: strukturell bedingt hohe Netzkosten und eine im Bundesvergleich teure Energieversorgung. Ohne eine klare strategische Neuausrichtung – vom schrittweisen Ausstieg aus dem Gas bis hin zu einer stärker gemeinwohlorientierten Rolle der EVN – drohen Haushalten und Wirtschaft auch in den kommenden Jahren steigende Kosten.

Für die SPÖ Niederösterreich ist deshalb klar: Strukturelle Gegebenheiten dürfen nicht dazu führen, dass ganze Regionen dauerhaft benachteiligt werden. Es braucht eine faire, solidarische Verteilung der Netzkosten und eine klare Strategie für den schrittweisen Umstieg auf zukunftsfähige Energieversorgung, die sich alle leisten können.

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