Burgenland

Mit Impf-Lotterie gegen Corona: Ende aller Einschränkungen im Burgenland in Sicht

Der burgenländische Weg hat sich in der Corona-Krise bewährt. Nirgends ist die Impfquote so hoch wie in Österreichs östlichstem Bundesland. Die Landesregierung will sich jedoch nicht auf den Erfolgen ausruhen. Daher hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) eine Impf-Lotterie eingeführt, um noch mehr Menschen zum Impfen zu bewegen. Bei einem Erfolg verspricht Doskozil die Aufhebung aller Einschränkungen.

Burgenland als Musterschüler im Kampf gegen Corona

In den letzten Wochen ist die Zahl der Corona-Infektionen in Österreich wieder rasant angestiegen. Täglich infizieren sich rund 2.000 Menschen mit dem Virus. Angesichts dieser Situation schließt die Bundesregierung neuerliche Einschränkungen nicht aus.

Die steigenden Corona-Zahlen sind auch auf eine zu niedrige Impf-Quote zurückzuführen. Österreichweit sind bisher erst 70 Prozent der Menschen geimpft. Um einiges höher liegt dieser Wert im Burgenland. Dort haben bereits 77 Prozent zumindest eine Impfung erhalten.

Generell kommt das Burgenland besser durch die Krise als andere Bundesländer. In absoluten Zahlen gab es nirgendwo sonst weniger Corona-Fälle. Außerdem kann das Burgenland die niedrigste Infektionsrate pro Kopf vorweisen. Der Erfolg im Kampf gegen Corona ist vor allem auf die hohe Impf-Quote und die Qualität des Pflegesektors zurückzuführen.

Impf-Lotterie soll im Burgenland zusätzliche Anreize schaffen

Vergleicht man die Corona-Politik des Burgenlandes mit jener der Bundesregierung, fällt auf, dass Anreize und nicht Strafen im Vordergrund stehen. Diesen Weg will Landeshauptmann Hans Peter Doskozil jetzt mit aller Konsequenz fortsetzen. Am Wochenende startete daher eine landesweite Impf-Lotterie. Jede Person, die sich bisher impfen ließ oder das jetzt tut, hat die Möglichkeit, etwas zu gewinnen. Als Hauptpreise winken drei Autos. Die insgesamt 1.000 Preise beinhalten auch Gutscheine für Gastronomie, Hotellerie, Wellness, Sport und Kultur.

Ziel ist es, bis zum 11. November 10.000 Menschen zum Impfen zu bewegen. Das würde die Impf-Quote auf über 80 Prozent heben. Ein hoher Anstieg der Corona-Fallzahlen wäre damit praktisch auszuschließen. Außerdem bedeutet eine gesteigerte Impf-Quote auch Einsparungen in finanzieller Hinsicht. Durch das Freiwerden von Intensivbetten bedeuten 10.000 Geimpfte eine Ersparnis von insgesamt 2 Millionen Euro. Das übersteigt die Kosten der Lotterie eindeutig.

Bei Erfolg sollen im gesamten Burgenland alle Corona-Einschränkungen fallen

In einem großen Zusammenhang betrachtet soll die burgenländische Impf-Lotterie dazu beitragen, einen Schritt in Richtung Normalität zu setzen. Bei einer Impf-Quote von über 80 Prozent seien laut Doskozil keine weiteren Corona-Einschränkungen mehr nötig. Damit hebt er sich deutlich von der Politik der Bundesregierung ab. Diese hat bereits angekündigt im Notfall weitere Einschränkungen beschließen zu wollen.

Bei Erreichen der Impf-Quote von über 80 Prozent ist für Doskozil klar, „dass das Burgenland keinen weiteren Lockdown mitmachen wird. Das ist eine klare Forderung an den Bund und dafür werde ich mich einsetzen, denn wir haben dann auch international eine Marke erreicht, bei der andere Länder, zum Beispiel Dänemark, jegliche Maßnahmen gegen Corona aussetzen.“

Für die Bevölkerung würde dann nach eineinhalb Jahren endlich wieder etwas Normalität zurückkehren. Die Impf-Lotterie im Burgenland hat jedenfalls das Potential, diesen Durchbruch zu ermöglichen. Ihr Erfolg hängt jedoch von der Teilnahme möglichst vieler Leute ab.

Martin Amschl

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