Kärnten

Land Kärnten fördert Villacher Notschlafstelle für Jugendliche mit 402.000€

Die Sozialeinrichtung „JUNO Villach“ hilft Kindern und Jugendlichen in Krisen. Die jungen Menschen können in Notsituationen auch im „JUNO“ übernachten – das ist besonders im kalten Winter wichtig. Letztes Jahr verzeichnete die Einrichtung 1.500 Übernachtungen und 1.460 Kontakte. Für das Jahr 2022 hat die Kärntner Landesregierung jetzt eine 402.000€ schwere Förderung für „JUNO“ beschlossen.

Seit 2016 gibt es mit dem in Villach eine „Notfall-Stelle“ für Kinder- und Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren. Letztes Jahr gab es dort rund 1.500 Übernachtungen und 1.460 Kontakte.

Für das Jahr 2022 hat die Kärntner Landesregierung jetzt einen Förderbetrag in der Höhe von 402.000 Euro beschlossen. Für Sozialreferentin Beate Prettner (SPÖ) ein wichtiger Schritt, um der jungen Generation ein funktionierendes Sicherheitsnetz zu bieten: „Die Kinder und Jugendlichen, die hier Unterstützung suchen, sind im höchsten Grade hilfsbedürftig.“

Junge Erwachsene besonders von Obdachlosigkeit bedroht

Laut Statistik Austria waren im Jahr 2019 rund 22.000 Menschen in Österreich als wohnungslos registriert. Die Hälfte davon befand sich in Wien. Das erschreckende an der Zahl ist, dass junge Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren besonders von Obdachlosigkeit bedroht sind. Die Gründe dafür sind verschieden: Stress mit den Eltern schon in der frühen Kindheit – die Eltern „werfen“ entweder ihre eigenen Kinder aus dem Haus oder die Kinder beschließen selbst schon in jungen Jahren „abzuhauen“. Viele kommen dann schon früh mit Drogen in Berührung.

Hinzu kommt ein fehlendes soziales System, das die Jugendlichen in Krisen auffangen kann. Auch viele Entscheidungen bezüglich der Zukunft verunsichern: Was mache ich nach der Schule? Soll ich studieren gehen oder lieber doch gleich Geld verdienen und arbeiten gehen?

JUNO Villach fängt Jugendliche in der Not auf

Genau in solchen Krisensituationen sind Einrichtungen wie die JUNO Villach für Kinder und Jugendliche besonders wichtig: Sechs Vollzeitkräfte nehmen sich den Problemen der Aufsuchenden an und bieten ihnen vorerst einen Platz zum Schlafen. Zusätzlich bieten sie eine gezielte Betreuung an, um gemeinsam mit den Jugendlichen einen Plan zu erarbeiten, aus der Krise wieder rauszukommen. Dazu zählt eine professionelle Beziehungs- und Motivationsarbeit.

„Die JUNO bedeutet für mich, ankommen zu dürfen, mich erholen zu dürfen und schlafen zu können an einem warmen, ruhigen Ort, von dem ich nicht weggeschickt werde und an dem ich nicht gestört werde“, sagt eine Jugendliche, die das Angebot von JUNO Villach genutzt hat.

Die JUNO Villach hat täglich von 18 Uhr bis 9 Uhr geöffnet – das Angebot ist kostenlos und man braucht keine Anmeldung dafür. Dort kann man dann übernachten, sich duschen, die Wäsche Waschen oder etwas essen. Auch außerhalb der Öffnungszeiten bietet die JUNO Villach eine Beratung an: einfach unter +43664/88654881 anrufen.

Jeden Tag (auch am Wochenende) werden von 18 bis 22 Uhr Einzelfallhilfen angeboten. Am Donnerstag zusätzlich von 9 bis 16 Uhr.

Auch in Klagenfurt gibt es eine JUNO, die ein ähnliches Angebot für Kinder und Jugendliche anbietet.

„Die Kinder und Jugendlichen tragen einen Rucksack an Schicksalen mit sich, manche sind suchtgefährdet und gehören Risikogruppen an. Die JUNO-Fachkräfte leisten eine ganz wichtige Arbeit“, bedankt sich Sozialreferentin Prettner bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Lena Fürst

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Lena Fürst
Tags: Beate Prettner Jugendliche Kinder Obdachlosigkeit Wohnungs-Not

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