Burgenland

Gegen Ärztemangel: Förderungen sollen Mediziner ins Burgenland locken

Jeder dritte Arzt und jede dritte Ärztin gehen in den nächsten Jahren in Pension. Dabei gibt es schon jetzt zu wenige. Die Bundesländer müssen also um die wenigen Medizinerinnen und Mediziner kämpfen. Deshalb bietet das Burgenland Förderungen für Kassenordinationen als Anreiz. Sie sollen jungen Ärztinnen und Ärzten den Start erleichtern.

Ärztinnen oder Ärzte, die im Burgenland eine Ordination übernehmen oder neu gründen wollen, erhalten vom Land Förderungen von bis zu 60.000 Euro. Voraussetzung: Es muss eine Ordination für Kassenpatientinnen und -patienten sein. So will die Landesregierung trotz Ärztemangels „eine wohnortnahe und möglichst flächendeckende Gesundheitsversorgung“ sicherstellen, erklärte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.

1 von 3 Ärzten geht bald in Pension

Der Ärztemangel in Österreich verschlimmert sich von Tag zu Tag. In St. Pölten fand sich auch nach 70 (!) Ausschreibungen keine Ärztin und kein Arzt, die die Kassenordination für Kinderheilkunde übernehmen wollte. Ganze Bezirke stehen mit nur einem oder gar ohne Kinderarzt oder -ärztin da. In Oberösterreich musste unlängst das Krankenhaus in Steyr Patientinnen und Patienten vor die Tür setzen. Und wir stehen erst am Anfang der Krise: Jede dritte Medizinerin und jeder dritte Mediziner geht in den nächsten zwölf Jahren in Pension. Im Burgenland sind es sogar 60 Prozent der Landärztinnen und -ärzte.

Von der Bundesregierung kam dazu bisher – außer Ankündigungen – wenig. Die Bundesländer sind deshalb auf sich selbst gestellt. Es liegt an den Landesregierungen, genügend – der viel zu wenigen – Ärztinnen und Ärzte ins Land zu holen. Sonst stehen die Menschen im Bundesland ohne medizinische Versorgung da. Expertinnen und Experten warnen bereits: Gegen das, was da auf uns alle zukommt, ist die Pflegekrise ein warmer Sommerregen.

Förderung soll für genügend Kassenärzte sorgen

Das Burgenland unterstützt deshalb Ärztinnen und Ärzte, die entweder eine neue Kassenordination gründen oder eine bestehende übernehmen wollen. Denn in beiden Fällen bedeutet das hohe Kosten für die jungen Ärztinnen und Ärzte. Gleichzeitig verdienen gerade Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner am Land vergleichsweise nicht besonders gut. Doch auch Fachärztinnen und -ärzte können mit Privatordinationen im urbanen Raum deutlich besser verdienen. Und im Ausland winken teils astronomische Gehälter.

Die Förderungen sollen dafür sorgen, dass es sich für junge Ärztinnen und Ärzte trotzdem auszahlt, ins Burgenland zu kommen – und zu bleiben.

100 neue Fachärzte in Burgenlands Spitälern

Seit 2018 bietet sie die Landesregierung an. In dieser Zeit „wurden 42 Ordinationsförderungen für Allgemeinmediziner vergeben und vier Facharztpraxen gefördert“, erklärte Doskozil.  „So machen wir die Gründung oder Übernahme von Ordinationen attraktiver.“

Im Wettkampf um die wenigen Ärztinnen und Ärzte in Österreich hat das Burgenland 2023 auch die Gehälter für Fachärztinnen und -ärzte in Spitälern des Landes erhöht. Es zahlt damit besser als die restlichen Bundesländer – und das lohnt sich. Denn während immer mehr Krankenhäusern die Medizinerinnen und Mediziner ausgehen, begannen allein heuer 100 junge Ärztinnen ihren Dienst in den Spitälern des Burgenlands.

NeueZeit Redaktion

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