Oberösterreich

Eltern in OÖ droht 10%-Gebührenerhöhung für Kindergarten & Hort – SPÖ fordert Gebührenstopp

Alles wird teurer – und jetzt droht Eltern in Oberösterreich auch noch eine saftige Preiserhöhung für Krabbelstube, Kindergarten und Hort. Wenn die zuständige ÖVP-Bildungslandesrätin nicht handelt, könnten die Gebühren für Kinderbetreuung in OÖ im nächsten Jahr um rund 10% steigen. Die Landes-SPÖ fordert jetzt ein Einfrieren der Gebühren.

Die jährliche Erhöhung der Elternbeiträge ist in einem Erlass der Bildungsdirektion geregelt, berichtet die „Kronen-Zeitung„. Für das aktuelle Kinderbetreuungsjahr 2022/23 schreibt der Erlass eine „Indexanpassung“ – also eine Erhöhung – von 2,8% vor. Grundlage dafür ist die letztjährige Inflationsrate. Diesem Mechanismus folgend müsste für das kommende Jahr die derzeitige Rekord-Inflationsrate herangezogen werden. Den Eltern droht dann also eine saftige Gebührenerhöhung von rund 10%.

Die Landes-SPÖ fordert jetzt, die Gebühren einzufrieren und nicht zu erhöhen. Die zuständige ÖVP-Bildungslandesrätin Christine Haberlander solle den Erlass rückgängig machen.

„Wir haben Sorgen, dass die massiven Energiepreissteigerungen zu schwierigen Situationen in den Kinderbildungseinrichtungen führen, wenn das Land nicht hilft“, sagt SPÖ-Landtagsabgeordnete Doris Margreiter.

Kosten für Krabbelstube in OÖ könnten um 300€ steigen

Je nach Gemeinde und Betreuungseinrichtung könnte die etwaige Gebührenerhöhung für Eltern teuer werden. In Steyr etwa kostet ein Vollzeit-Krabbelstuben-Platz heuer 257€ pro Monat. Bei einer 10%igen-Gebührenerhöhung wären das im kommenden Jahr 282,70€ – das entspricht einer Mehrbelastung von über 300€ pro Jahr. Gebühren fürs Mittagessen oder Materialbeiträge sind da noch gar nicht mitgerechnet.

SPÖ: Land soll die gestiegenen Kosten für die Eltern übernehmen

Zudem stellt die SPÖ eine Landtagsanfrage an Bildungslandesrätin Haberlander. Die Sozialdemokraten wollen wissen, wie das Land OÖ gegen die explodierenden Energiekosten in Kindergärten und Co helfen will. Der SPÖ-Vorschlag: Statt die Eltern Gebührenerhöhungen zahlen zu lassen, soll das Land den Kinderbetreuungseinrichtungen die gestiegenen Kosten abgelten.

Haberlander hat nun bis 20. Dezember Zeit, auf die SPÖ-Anfrage zu antworten.

Mutter weiß nicht, wie sie sich Mittagessen für ihr Kinder leisten soll

Neben den Gebühren für die Betreuung müssen Eltern auch für das Mittagessen ihrer Schützlinge zahlen. Und das ist in vielen Einrichtungen bereits teurer geworden. Katsdorf im Mühlviertel etwa hat die Preise schon im Sommer angehoben. Ein Mittagessen in der örtlichen Krabbelstube kostet jetzt 4,90€ statt 4€. Im Hort und im Kindergarten müssen die Eltern gar 5,80€ statt 4,50€ pro Essen löhnen. Das summiert sich aufs Jahr gerechnet.

Die Arbeiterkammer OÖ berichtet von einer Mutter, die zwei kleine Kinder in Betreuungseinrichtungen hat und nicht mehr weiß, wie sie sich die Mittagsverpflegung leisten soll. Für ihre Kinder sind die Kosten für das Mittagessen von 2,50€ auf 4,50€ gestiegen.

„Elternbeiträge, Nachmittagsgebühr und jetzt auch noch die Preiserhöhungen in der Kinderbetreuung belasten Familien und Alleinerziehende enorm“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Er warnt: „Vor allem Kinder aus finanziell schwächeren Haushalten sind gefährdet, den Anschluss in Sachen Bildung zu verlieren.“

NeueZeit Redaktion

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Tags: Christine Haberlander featured Hort Kinder Kinderbetreuung Kindergarten Krabbelstube

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