Bild: Pro-Ge
Seit Dienstag streiken die Metaller:innen. Denn die Chefs der Metallindustrie wollen nur Lohnerhöhungen deutlich unter der Inflationsrate zahlen. Die Metaller:innen würden damit weniger um ihr Gehalt kaufen können als letztes Jahr. Und das nach einem Jahr mit Rekordgewinnen für die Unternehmen. Ihre Antwort: Streik!
Die Metaller:innen streiken. Vorerst in 200 Betrieben tageweise. In den frühen Morgenstunden des 14. November legten die ersten Beschäftigten die Arbeit nieder. Doch die Verhandler haben bereits klargemacht: Entweder die Arbeitgeber legen ein Angebot deutlich über der rollierenden Inflation von 9,6 Prozent vor – oder die Gewerkschaft weitet die Streiks aus.
Am Montag scheiterte die sechste Verhandlungsrunde der Metaller:innen. Durchschnittlich 6 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung hatte der Chefverhandler der Arbeitgeber, Christian Knill, zuletzt angeboten. Bei 9,6 Prozent rollierender Inflation. Nach einem Jahr mit Rekordgewinnen sollen die Metaller:innen also nicht mehr, sondern effektiv weniger verdienen. Zumindest, wenn es nach ihren Arbeitgebern geht. Die Antwort der Metaller:Innen ist deutlich: „Es reicht!“ Seit Dienstag streiken sie.
„Die Streikbereitschaft ist riesengroß und das bekommen die Arbeitgeber jetzt zu spüren“ Karl Dürtscher (GPA) und Reinhold Binder (Pro-Ge)
Man habe „am Verhandlungstisch alles versucht“, erklärten die Chefverhandler der Gewerkschaft Reinhold Binder (Pro-Ge) und Karl Dürtscher (GPA). Doch die Arbeitgeber seien nicht bereit, „ein faires Angebot für nachhaltige Lohn- und Gehaltserhöhungen auf den Tisch zu legen.“ Deshalb streiken die Metaller:innen seit Dienstag – vorerst für fünf Tage. In dieser Zeit werden sie in über 200 Betrieben je einen Tag lang die Arbeit niederlegen. Sollten die Arbeitgeber ihnen in dieser Zeit nicht nennenswert entgegenkommen, wollen sie die Streiks ausweiten.
Für besonderen Zündstoff sorgt die „Rollierende Inflation„. Das ist die durchschnittliche Inflation in den zwölf Monaten zwischen zwei KV-Verhandlungen. Sie ist Grundlage für Lohnverhandlungen in Österreich. Bei den Metaller:innen ist das jeweils der Zeitraum von September des Vorjahres bis September des laufenden Jahres. Also heuer von September 2022 bis September 2023. In diesem Zeitraum lag die Inflation bei durchschnittlich 9,6 Prozent.
Auch letztes Jahr hat die Gewerkschaft auf dieser Grundlage verhandelt. Sie hat sich damit an die unausgesprochenen Regeln von Lohnverhandlungen gehalten. Und das, obwohl klar war, dass die Inflation in den folgenden Monaten steigen wird. Die Metaller:innen gingen damit in Vorlage und vertrauten auf die Fairness der Arbeitgeber. Doch die wollen heuer nichts mehr davon wissen. Chefverhandler Christian Knill argumentiert mit den Inflationsaussichten der nächsten Monate. Doch dann hätte man auch letztes Jahr die steigende Inflation einrechnen und kräftigeren Lohnerhöhungen zustimmen müssen. „Es ist nicht fair, die Spielregeln mitten im Spiel zu ändern“, meint AK-Präsidentin Renate Anderl dazu.
Die wichtigsten Streikziele sind eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 11,6 Prozent und die Bezahlung der Streikstunden durch die bestreikten Unternehmen. Und natürlich ganz grundsätzlich: ein weiterer Verhandlungstermin.
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