Oberösterreich

Für 650.000 Oberösterreicherinnen gibt es nur 65 Frauenärzt:innen auf Kasse

Einen Frauenarzt auf Kasse zu finden ist in Oberösterreich fast unmöglich: Für 10.000 Frauen gibt es nur einen einzigen Gynäkologen bzw. eine einzige Gynäkologin. Weil die schwarz-blaue Landesregierung zu wenig tut, müssen immer mehr Frauen auf teure private Frauenärzte ausweichen. Oder sie streichen ihre Vorsorgeuntersuchungen gänzlich, weil sie es sich nicht leisten können.

Um die medizinische Versorgung von Frauen in Oberösterreich steht es besonders schlecht:  Für die knapp 650.000 Oberösterreicherinnen ab dem 15. Jahren gibt es nur 65 Gynäkologinnen und Gynäkologen, die eine Kassenordination führen.

Das bedeutet auf 10.000 Oberösterreicherinnen kommt lediglich ein frauenheilkundiger Kassenarzt oder eine Kassenärztin. Darauf machen die SPÖ Frauen jetzt aufmerksam. Sie sehen das schwarz-blaue regierte Bundesland im Zugzwang: „Jede Frau hat das Recht auf qualitativ hochwertige und flächendeckende gynäkologische Versorgung!“, findet die Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Frauen Oberösterreich, Renate Heitz.

Zu wenig Frauenärzte mit Kassenvertrag: 138 ordinieren privat, nur 65 auf Kasse

In Oberösterreich gibt es 138 Frauenärztinnen und Frauenärzte die privat ordinieren. Wenn Oberösterreicherinnen dort einen Termin ergattern wollen, müssen sie tief in die Tasche greifen. Dass das für viele Mädchen und Frauen in Oberösterreich mittlerweile frustrierender Alltag ist, zeigen die Zahlen der Kassenärztinnen und Ärzte. Es gibt lediglich halb so viele Gynäkolog:innen, die eine Kassenarztstelle führen. Für viele Frauen ist es unmöglich dort noch einen Termin zu bekommen.

Einen Ausbau der Kassenarztstellen fordern deswegen die SPÖ Frauen Oberösterreich, denn:

„Teure Vorsorgekontrollen dürfen nicht der Grund dafür sein, dass Frauen nicht zur Vorsorgeuntersuchung oder zur jährlichen Kontrolle gehen können“, betont Renate Heitz.

Lange Wartezeiten, überfüllte Ordinationen und Angst einer unzureichenden Versorgung bei den Patientinnen sind die Folge. Viele Frauen müssen deswegen – ob sie wollen oder nicht – auf teure Wahlärztinnen und Wahlärzte umsteigen. Das heißt sie müssen ihr privates Geld in die Hand nehmen, um eine bessere medizinische Versorgung zu bekommen. Die oft beschworene „Zwei-Klassen-Medizin“ ist für viele Frauen längst Realität.

Oberösterreich: Schwarz-blau soll in Ausbildung von Frauenärzt:innen investieren

Dabei kann die jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung ausschlaggebend sein, eine mögliche Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Heitz fordert deshalb, dass jährliche gynäkologische Untersuchung für alle Frauen kostenlos ist – egal ob bei Kassen- oder Wahlärzt:innen. Die Frauenvorsitzende sieht besonders das ÖVP-FPÖ regierte Land in der Aufgabe, den Beruf der Frauenheilkunde attraktiver zu machen: Die Landesregierung solle mehr Geld in die Weiterbildung von Frauenärzten und Frauenärztinnen in die Hand nehmen. Die Österreichische Gesundheitskasse hat bereits die Honorarnote für die Frauenärzt:innen überdurchschnittlich erhöht. Jetzt ist die schwarz-blaue Landesregierung am Zug.

In Österreich steht es schlecht um unsere Kassenordinationen

Der Ärzte- und Ärztinnenmangel ist nicht nur in Oberösterreich, sondern quer durch’s ganze Land seit Jahren bemerkbar. Wegen einer drohenden Pensionierungswelle wird sich das, sofern die Politik nicht rascht handelt, noch weiter verschärfen. Laut einer Studie der Österreichischen Ärztekammer gab es Anfang 2023 gleich 300 unbesetzte Kassenstellen: 176 in der Allgemeinmedizin und 124 der Facharztstellen. Am schlimmsten betroffen sind die Kinderheilkunde (29), die Frauenheilkunde (23) und die Augenheilkunde (16).

Lena Fürst

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Veröffentlicht von
Lena Fürst
Tags: featured Frauenpolitik gendermedizin Gesundheitssystem Kassenarzt Mentale Gesundheit

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