Niederösterreich

Orange the World: 16 Tage gegen Gewalt an Frauen

Gewalt gegen Frauen ist in Österreich Realität: Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt. Zum internationalen Aktionszeitraum „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ setzt auch Niederösterreich ein klares Zeichen für Sichtbarkeit und Enttabuisierung – ein Apell an die gesamte Bevölkerung hinzuschauen und nicht zu schweigen.

Jede dritte Frau in Österreich erfährt ab dem Alter von 15 Jahren körperliche oder sexuelle Gewalt.
Mehr als jede vierte Frau ist von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen.
Jede fünfte Frau erlebt Stalking.

Diese Zahlen verdeutlichen, wie präsent geschlechterspezifische Gewalt in Österreich ist – ein Problem, dass weit über die Landesgrenzen hinausgeht. Denn Gewalt an Frauen zählt weltweit zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen. So wird laut UN-Statistiken alle zehn Minuten eine Frau von ihrem Partner oder einem Familienmitglied ermordet.

Mit der Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ wird weltweit ein sichtbares Zeichen gesetzt. Auch Niederösterreich beteiligt sich deshalb vom 25. November bis zum 10. Dezember, dem „internationalen Menschenrechtstag“: Notfallinformationen auf Kassabons und orange beleuchtete Gebäude sollen sensibilisieren und gleichzeitig zur Enttabuisierung des Themas beitragen.

SPÖ präsentiert Nationalen Aktionsplan

Zum Start des Aktionszeitraums legt die SPÖ den lange erarbeiteten Nationalen Aktionsplan (NAP) gegen Gewalt an Frauen vor. Er soll Gewalt verhindern, Betroffene besser schützen und Täter konsequenter zur Verantwortung ziehen. SPÖ-Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner nennt den NAP einen „feministischen, gemeinschaftlichen Schulterschluss“ – denn keine Regierung dürfe ruhen, solange Frauen in Österreich Gewalt erleben.

Der NAP setzt klar auf Prävention, denn Gewalt beginnt nicht erst beim körperlichen Übergriff. Daher sollen Kinder und Jugendliche durch flächendeckende Sexualpädagogik altersgerecht sensibilisiert werden – gleichzeitig sollen auch Lehrkräfte gezielt geschult werden. Auch die niederösterreichische Landesrätin Eva Prischl (SPÖ) begrüßt diesen Ansatz und ergänzt:

„Wesentlich ist, dass Betroffene rasch erfahren, wo sie Unterstützung finden. Gleichzeitig müssen bereits Kinder und Jugendliche lernen, Konflikte respektvoll zu lösen und Grenzen zu achten, damit Gewalt gar nicht erst entsteht. Und wenn Gewalt passiert, müssen wir klarstellen: Sie ist niemals gerechtfertigt, niemand ist damit allein und Hilfe ist immer verfügbar.“

Tatort: Zuhause

Nach Angaben der autonomen Frauenhäuser gab es allein heuer in Österreich 14 Femizide sowie 33 Mordversuche. Die Täter: der eigene Partner oder andere nahestehende Männer.

Die aktuelle Plakatkampagne der gemeinnützigen Organisation #aufstehen bringt diese Realität in den öffentlichen Raum. In nahezu allen Landeshauptstädten hängen Plakate, die Opfer und ihre Täter auflisten.

Die Botschaft ist klar: Die gefährlichsten Menschen für Frauen sind Männer aus ihrem direkten Umfeld.

Wo Frauen bei Gewalt Hilfe finden

Um Betroffene bestmöglich zu erreichen, setzt Niederösterreich auf breit angelegte Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen. Die Broschüre „Hilfe bei Gewalt“ bietet einen schnellen Überblick über regionale Anlaufstellen und listet Warnsignale auf – ein wichtiger Schritt, der auch das Umfeld Betroffener sensibilisieren soll. Denn Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem, das uns alle betrifft.

Hinschauen, laut sein und Betroffene unterstützen – dieser Auftrag gilt uns allen.

Hilfsangebote für Betroffene

Niederösterreichisches Frauentelefon: 0800 800 810

Gewaltschutzzentrum Niederösterreich: +43 2742 319 66

Frauen-Helpline: 0800-222-555

Frauenhaus-Notruf: 057722

Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)

Frauenberatung Notruf bei sexueller Gewalt: +43 (0)1 523 22 22

Polizei-Notruf: 133

NeueZeit Redaktion

Ähnliche Artikel

  • Oberösterreich

Wohnbau: Lässt Oberösterreich fast 75 Mio. Euro liegen?

Die Bauwirtschaft kämpft mit einer anhaltenden Hochbau-Flaute, gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren Mietwohnungen. Genau…

28. Januar 2026
  • Advertorial

Hergovich/Weninger: „Unser Druck hat zur EVN-Senkung geführt – Entlastung muss SOFORT kommen!“

Die SPÖ Niederösterreich präsentiert bei der heutigen Pressekonferenz den Energieschwerpunkt ihres „NÖ-Plans“.  Dabei im Fokus:…

27. Januar 2026
  • Sicherheit

Generation Offline: Kommt jetzt Social Media-Verbot für alle unter 15 Jahre?

In Australien ist die digitale Sperrstunde für Unter-16-Jährige bereits Realität. Während dort Millionen Accounts gelöscht…

23. Januar 2026
  • Niederösterreich

„Wer den LUP blockiert, blockiert St. Pölten“

In St. Pölten wird diese Woche gewählt. Gleichzeitig steht die Zukunft des städtischen Bussystems LUP…

23. Januar 2026
  • Oberösterreich

OP-Wartezeiten in Oberösterreich verdoppelt

Die Wartezeiten auf Knie- und Hüftoperationen haben sich in Oberösterreich innerhalb von nur vier Jahren…

23. Januar 2026
  • Gesellschaft

Leihen statt kaufen – die Borgerei in Traiskirchen macht’s vor!

In der Stadtbibliothek Traiskirchen werden längst nicht nur Bücher verliehen: Seit 2022 kann man sich…

22. Januar 2026