(c)Tino Rischawy auf Unsplash
Gewalt gegen Frauen ist in Österreich Realität: Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt. Zum internationalen Aktionszeitraum „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ setzt auch Niederösterreich ein klares Zeichen für Sichtbarkeit und Enttabuisierung – ein Apell an die gesamte Bevölkerung hinzuschauen und nicht zu schweigen.
Jede dritte Frau in Österreich erfährt ab dem Alter von 15 Jahren körperliche oder sexuelle Gewalt.
Mehr als jede vierte Frau ist von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen.
Jede fünfte Frau erlebt Stalking.
Diese Zahlen verdeutlichen, wie präsent geschlechterspezifische Gewalt in Österreich ist – ein Problem, dass weit über die Landesgrenzen hinausgeht. Denn Gewalt an Frauen zählt weltweit zu den häufigsten Menschenrechtsverletzungen. So wird laut UN-Statistiken alle zehn Minuten eine Frau von ihrem Partner oder einem Familienmitglied ermordet.
Mit der Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ wird weltweit ein sichtbares Zeichen gesetzt. Auch Niederösterreich beteiligt sich deshalb vom 25. November bis zum 10. Dezember, dem „internationalen Menschenrechtstag“: Notfallinformationen auf Kassabons und orange beleuchtete Gebäude sollen sensibilisieren und gleichzeitig zur Enttabuisierung des Themas beitragen.
Zum Start des Aktionszeitraums legt die SPÖ den lange erarbeiteten Nationalen Aktionsplan (NAP) gegen Gewalt an Frauen vor. Er soll Gewalt verhindern, Betroffene besser schützen und Täter konsequenter zur Verantwortung ziehen. SPÖ-Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner nennt den NAP einen „feministischen, gemeinschaftlichen Schulterschluss“ – denn keine Regierung dürfe ruhen, solange Frauen in Österreich Gewalt erleben.
Der NAP setzt klar auf Prävention, denn Gewalt beginnt nicht erst beim körperlichen Übergriff. Daher sollen Kinder und Jugendliche durch flächendeckende Sexualpädagogik altersgerecht sensibilisiert werden – gleichzeitig sollen auch Lehrkräfte gezielt geschult werden. Auch die niederösterreichische Landesrätin Eva Prischl (SPÖ) begrüßt diesen Ansatz und ergänzt:
„Wesentlich ist, dass Betroffene rasch erfahren, wo sie Unterstützung finden. Gleichzeitig müssen bereits Kinder und Jugendliche lernen, Konflikte respektvoll zu lösen und Grenzen zu achten, damit Gewalt gar nicht erst entsteht. Und wenn Gewalt passiert, müssen wir klarstellen: Sie ist niemals gerechtfertigt, niemand ist damit allein und Hilfe ist immer verfügbar.“
Nach Angaben der autonomen Frauenhäuser gab es allein heuer in Österreich 14 Femizide sowie 33 Mordversuche. Die Täter: der eigene Partner oder andere nahestehende Männer.
Die aktuelle Plakatkampagne der gemeinnützigen Organisation #aufstehen bringt diese Realität in den öffentlichen Raum. In nahezu allen Landeshauptstädten hängen Plakate, die Opfer und ihre Täter auflisten.
Die Botschaft ist klar: Die gefährlichsten Menschen für Frauen sind Männer aus ihrem direkten Umfeld.
Um Betroffene bestmöglich zu erreichen, setzt Niederösterreich auf breit angelegte Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen. Die Broschüre „Hilfe bei Gewalt“ bietet einen schnellen Überblick über regionale Anlaufstellen und listet Warnsignale auf – ein wichtiger Schritt, der auch das Umfeld Betroffener sensibilisieren soll. Denn Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem, das uns alle betrifft.
Hinschauen, laut sein und Betroffene unterstützen – dieser Auftrag gilt uns allen.
Niederösterreichisches Frauentelefon: 0800 800 810
Gewaltschutzzentrum Niederösterreich: +43 2742 319 66
Frauen-Helpline: 0800-222-555
Frauenhaus-Notruf: 057722
Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF)
Frauenberatung Notruf bei sexueller Gewalt: +43 (0)1 523 22 22
Polizei-Notruf: 133
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