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Südtirol will die Pflegekrise wie das Burgenland in der Griff bekommen: Die Landesregierung plant, pflegende Angehörige in Zukunft anzustellen. Denn Pflege daheim ist für die Pflegebedürftigen meist am besten. Die Anstellung verbessert auch die Lage pflegender Angehöriger deutlich: Sie sind sozialversichert, haben Anspruch auf Urlaub und Krankenstand – vor allem aber schützt sie die Anstellung vor Altersarmut.
Südtirol will das Modell der Pflegeanstellung nach dem Vorbild des Burgenlandes übernehmen. Insgesamt werden mehr als 10.000 Menschen in Südtirol zu Hause gepflegt. In 6 von 10 Fällen kümmert sich ein Familienmitglied um die pflegebedürftigen Angehörigen. Ihnen würde das neue Modell Urlaubs- und Krankenstandsanspruch, vor allem aber Vorteile bei der Pension bringen. Südtirols Landesregierung will damit also auch Altersarmut verhindern.
Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil in Südtirol die SVP regiert – eine Schwesternpartei der ÖVP. Während die ÖVP Burgenland die Pflegeanstellung als „gescheitert“ bezeichnet, übernehmen ihre Parteifreunde aus Südtirol das Modell.
Die Pflegekrise verschlimmert sich von Tag zu Tag. Immer mehr Pflegebedürftige stehe zu wenigen, zu schlecht bezahlten Pflegekräften gegenüber. Das System steht seit Jahren an der Kippe. Bevor Corona und Teuerung das Thema aus der Öffentlichkeit verdrängt hatten, war gar von einem „Pflegenotstand“ die Rede.
Deshalb hat das Burgenland das Pflegesystem komplett umgekrempelt. Das Land stellt pflegende Angehörige an, zahlt mit dem Mindestlohn hauptberufliche Pflegekräfte besser als im restlichen Österreich und strukturiert gerade die mobile Pflege neu. Es soll für Pflegebedürftige und deren Angehörige klare Ansprechpartner statt einem Dschungel aus Pflegeorganisationen geben.
Expertinnen und Experten begrüßen die Herangehensweise mehrheitlich. Denn sie löst gleich mehrere Probleme. Die meisten Pflegebedürftigen wünschen sich Pflege daheim – am liebsten durch Angehörige. Das sichert die bestmögliche Lebensqualität. Doch die pflegenden Familienmitglieder stehen dann ohne Gehalt und soziale Absicherung da. Schlimmstenfalls drohen ihnen Altersarmut und Abhängigkeit vom Partner. All das verhindert die Pflegeanstellung.
Deshalb macht das Modell nun Schule. Wien will das Erfolgsmodell übernehmen. In Oberösterreich startete Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) ein Pilotprojekt nach dem Vorbild des Burgenlands, das die neue Landesregierung aber nicht verlängern wird. Und auch international fand die Pflegeanstellung Beachtung. Nur ÖVP und Grüne ließen kein gutes Haar daran. Sie wollen pflegende Angehörige mit einer jährlichen Einmalzahlung abspeisen.
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