Bild: Wörthersee Tourismus GmbH, Foto Gerdl
Der Sommer kommt, der Urlaub wartet. Doch beim Sprung ins kühle Nass gibt es einen Haken. Immer mehr Seezugänge werden in Österreich privatisiert. Die Folge? Tausende Menschen in Österreich werden von ihren Seen ausgesperrt. Zeit für den freien Zugang.
Stichwort
Die Kolumne von Paul Stich,
Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich.
Österreich ist ein Land voller Naturschätze. Wer kennt sie nicht, die Tourismus-Hochglanz-Broschüren, die den Urlaub an unseren Seen oder in unseren Bergen anpreisen. Tausende Tourist*innen und Einheimische nutzen diese Naturräume jedes Jahr zur Erholung. Doch der Platz an Österreichs Seen wird immer enger. Das liegt nicht unbedingt daran, dass so viel mehr Menschen diesen Raum in Anspruch nehmen. Sondern vor allem daran, dass Österreichs Seeufer in den vergangenen Jahren oftmals an Private verkauft und damit allen anderen Menschen weggenommen wurden.
Um die Dramatik in einigen Beispielen zu verdeutlichen. Am Wörthersee in Kärnten etwa sind ganze 82 % der Uferfläche in Privatbesitz, nur 9% sind für die Öffentlichkeit zugänglich. An vielen weiteren Seen ist die Situation kaum besser. So reihen sich etwa der Attersee (13 % der Uferfläche für uns alle nutzbar), der Mondsee (8 %) oder der Millstätter See (9 %) nahtlos in dieses Muster ein. Das ist absurd. Denn es bedeutet in der Praxis, dass Menschen, die nur wenige Meter Luftlinie vom Seeufer entfernt wohnen, oft kilometerlange Strecken zurücklegen müssen, um zur Abkühlung in den See zu springen.
Die Debatte um freie Seezugänge spiegelt eine grundlegende Debatte wieder. Der Neoliberalismus treibt uns immer mehr dazu, allen Dingen einen Wert und einen Preis zu geben. Es wird suggeriert, als würde man mit Geld alles kaufen können. Die Reichen können sich Seezugänge leisten, der Rest hat Pech gehabt.
Es ist unsere Aufgabe, diesem Marktwahnsinn auf allen Ebenen etwas entgegenzusetzen. Wir müssen die Kontrolle zurückgewinnen. Österreichs Naturschätze sind unverkäuflich, für alle da und nicht mit einem Verkaufspreis zu bemessen. Jeder sollte unabhängig vom Einkommen das Recht haben, in unseren Seen zu schwimmen, in unseren Wäldern zu wandern und unsere Berge zu besteigen.
Umgelegt auf die Diskussion rund um freie Seezugänge gibt es daraus eine Schlussfolgerung zu ziehen: Wir brauchen konkrete Maßnahmen, um Österreichs Seen wieder den Leuten zurückzugeben, denen sie gehören. Also uns allen. Hier liegen einige Vorschläge am Tisch. Es braucht etwa ein Vorkaufsrecht der öffentlichen Hand für Seegrundstücke oder ein Bebauungsverbot von Seeufern für die Zukunft.
Darüber hinaus müssen aber auch private Seezugänge für die Allgemeinheit geöffnet werden. Ein Vorbild hierfür könnte der Bodensee sein. Dort sind die vordersten 10 Meter zum Ufer eine Schutzzone, die nicht bebaut oder versperrt werden darf.
Für uns ist klar: Österreichs Seen gehören uns allen. Und wir lassen sie uns sicher nicht wegnehmen!
Die Bauwirtschaft kämpft mit einer anhaltenden Hochbau-Flaute, gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren Mietwohnungen. Genau…
Die SPÖ Niederösterreich präsentiert bei der heutigen Pressekonferenz den Energieschwerpunkt ihres „NÖ-Plans“. Dabei im Fokus:…
In Australien ist die digitale Sperrstunde für Unter-16-Jährige bereits Realität. Während dort Millionen Accounts gelöscht…
In St. Pölten wird diese Woche gewählt. Gleichzeitig steht die Zukunft des städtischen Bussystems LUP…
Die Wartezeiten auf Knie- und Hüftoperationen haben sich in Oberösterreich innerhalb von nur vier Jahren…
In der Stadtbibliothek Traiskirchen werden längst nicht nur Bücher verliehen: Seit 2022 kann man sich…