Oberösterreich

Energie AG: SP Oberösterreich will aufklären wie die hohen Strompreise zustande kamen

Während viele Menschen in OÖ nicht mehr wissen, wie sie ihr Stromrechnungen bezahlen sollen, macht die Energie AG fette Gewinne. Spannend dabei ist, dass der teilstaatliche Anbieter rund 28 Mio. Euro Dividende an das schwarz-blau regierte Oberösterreich ausschüttet. Die SPÖ Oberösterreich fordert jetzt eine Aufklärung, wie die Strompreiserhöhung der Energie AG zustande kam.

Strom, Gas, Wohnen und Sprit – die Österreicherinnen und Österreicher stöhnen unter der Last der hohen Energiepreise. Anstatt eine Energiepreisbremse einzuführen, haben viele Energieversorger in den vergangenen Monaten ihre Preise sogar noch drastisch erhöht.

In Oberösterreich hat die Energie AG mit dem Jahreswechsel den Grundpreis sogar um 10,8 Prozent erhöht. Auch der Grundpreis des Strompreises stieg um ganze 86 %. Das ist für den Landtagsabgeordneten Thomas Antlinger (SPÖ) unverständlich: „Es braucht Transparenz und Aufklärung, wie die Strompreiserhöhung der Energie AG zustande kam.“ Deshalb hat die SPÖ Oberösterreich jetzt eine Dringlichkeitsinitiative im Landtag eingebracht. Die soll die Bundesregierung auffordern, sich für ein neues Strompreisberechnungsmodell und mehr Transparenz einzusetzen.

Familien zittern im Winter – Schwarz-blau in OÖ freut sich über mehr Geld

Vor allem einkommensschwache Familien hatten es im Winter schwer, mit dem Geld für die Heizkosten über die Runden zu kommen. Da hat auch ein Energiekostenzuschuss der oberösterreichischen ÖVP-FPÖ-Landesregierung in Form von 200 Euro nicht mehr viel geholfen. Doch während viele Leute am Ende des Monats wegen der Stromabrechnung zittern mussten, freute sich auf der anderen Seite manch Energieversorger über ordentlich „Übergewinne“:

Die Energie AG kann deswegen nun nämlich satte 53 Millionen Euro Dividende an seine Aktionäre ausschütten. Und wer profitiert am meisten davon? Das schwarz-blau geführte Land Oberösterreich. Denn das hält über die „Landesholding“ rund 53 Prozent der Aktien – und erhält somit als größter Aktionär rund 28 Millionen Euro.

SPÖ-Lindner: „Land und Bund nicht bereit, Strompreise an Wurzeln zu packen.“

Die Frage, die sich Antlinger (SPÖ) jetzt stellt ist, wieso die Energiepreise von teilstaatlichen Anbietern künstlich in die Höhe getrieben werden, obwohl die ja ohnehin mehrheitlich im Landeseigentum sind. Dem Land sollte es laut ihm doch ein besonderes Anliegen sein, dass sich alle Oberösterreicher:innen das Heizen leisten können. Für Oberösterreichs SPÖ-Chef Michael Lindner war schon Anfang des Jahres klar: „Weder im Land noch im Bund sind Herr Stelzer und Co. bereit, das Problem inflationstreibender hoher Strom- und Gaspreise an ihren Wurzeln zu packen.“

Dringlichkeitsinitiative soll für Aufklärung der hohen Strompreise sorgen

Für Energiesprecher Antlinger ist jedenfalls eines klar: Energieunternehmen nützen die allgemeine Teuerung aus, um sich ungeniert und unauffällig „auf Kosten der Mehrheit zu bereichern.“

„Das ist unfair und das zeigt, wie wichtig klare Regeln und Transparenz sind“, so Antlinger

Für ihn braucht es mehr, als eine einmalige Reduktion von nur 20 Prozent der Preise. Deswegen hat der SPÖ Landtagsklub jetzt eine Dringlichkeitsinitiative im Landtag eingebracht – sie wurde einstimmig angenommen. Eins ist dabei sicher: „Sollte sich herausstellen, dass die Energie AG den Strom zu Unrecht teuer verkauft hat, muss die Differenz automatisch zurückgezahlt werden.“

Lena Fürst

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Lena Fürst
Tags: Energie AG Michael Lindner strompreis Thomas Antnlinger

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