Kärnten

Trotz Geld von Land und Klagenfurt kein 24-Stunden-Notdienst für Haustiere: „Tierärztekammer soll endlich Dienste besetzen!“

In Klagenfurt gibt es zu wenig Tierärzte für einen 24-Stunden-Notdienst für Haustiere. Dabei haben das Land Kärnten und Klagenfurt dafür gesorgt, dass genug Geld da ist. Ein Skandal, findet der Landtagsabgeordnete für Tierschutz, Maximilian Rakuscha (SPÖ) und fordert den Tierärztekammer-Präsidenten Schantl zum Handeln auf. 

In ganz Kärnten gibt es am Wochenende und nachts nicht genügend Tierärzte. Die einzige Tierklinik, die auch Wochenenddienste für Katzen, Hasen, Wellensittiche und Hunde angeboten hat, musste vergangenen Herbst wegen Personalmangels schließen. Daraufhin stellte die Stadt Klagenfurt gemeinsam mit der Kärntner Tierschutzreferentin und Landtagsabgeordneten Beate Prettner insgesamt 70.000 Euro für einen Kleintier-Notdienst auf. Denn wer nachts oder am Wochenende dringend einen Tierarzt braucht, soll in Kärnten zumindest eine Anlaufstelle für Notfälle haben. Doch die Tierärztekammer schafft es aktuell nicht, die Dienste zu besetzen.

Besorgte Haustierhalter: Tierärztekammer gefordert, Dienste zu besetzen!

Tierbesitzer in Kärnten können ihren kranken oder verletzten Lieblingen oft übers Wochenende nicht helfen, weil es keinen Tierarzt gibt. Das ließ dem früheren Klagenfurter Gemeinderat, jetzigem Landtagsabgeordneten und Sprecher für Tierschutz Maximilian Rakuscha keine Ruhe. Die tierärztliche Notversorgung in Klagenfurt soll endlich wieder funktionieren. Auch das Tierschutzkompetenzzentrum (Tiko) hat eine Petition an die Tierärztekammer und deren Präsidenten Franz Schantl gerichtet.

„Was macht Tieräztekammer-Präsident Schantl in dieser Sache? Noch im Juli hat er angekündigt, die Petition des TiKo, die sich ja an ihn und die Tieräztekammer richtet, sogar selbst zu unterstützen. Wenn der gute Wille und das Geld da sind, woran bitteschön scheitert es dann?“, zeigt sich Maximilian Rakuscha irritiert.

Rakuscha ist nicht nur ein Tierfreund, sondern selbst Haustierhalter von fünf flauschigen Vierbeinern, einer Schildkröte und einem Aquarium. Als Sprecher für Pflege und Gesundheit, sowie Tierschutz setzt er sich nun für eine Rundumversorgung der tierischen Familienmiglieder der Kärntnerinnen und Kärntner ein. 

„Ich hab daheim an Streichelzoo“: Maximilian Rakuscha ist mit Tieren groß geworden. Gemeinsam mit seiner Partnerin und seinen beiden Kleinkindern hält er zwei Katzen, einen Hund, eine Schildkröte, zwei Hasen und ein Aquarium.

Durchgehender Tier-Notdienst in Kärnten

Mit dem Tierärzte-Notdienst in Klagenfurt, so erzählt er der NeuenZeit im Gespräch, gäbe es ja im Prinzip endlich wieder eine durchgehend besetzte Anlaufstelle für Notfälle am Wochenende. Daraus ist vorerst aber nichts geworden – und die Sorge der Haustierhalterinnen und -halter ist groß. Deshalb sei es laut ihm wichtig, dass diese Stelle schnellstmöglich den Dienst aufnimmt. 

Franz Schantl, seines Zeichens Tierärztekammer-Präsident sieht das aber anders: Die freiwilligen Wochenenddienste organisiert die Tierärztekammer. Deren Vorsitzender meint zur NeuenZeit, die jungen Kolleginnen und Kollegen wären nicht mehr bereit Nacht- und Wochenenddienste zu übernehmen.

„Großpraktiker“, wie es in der Branche heißt – also jene Tierärzte, die sich vor allem um größere Tiere auf landwirtschaftlichen Betrieben kümmern, machen laut ihm „am Wochenende auch nichts“. Außerdem würde ein Drittel der Großtierärzte in den nächsten Jahren wegen einer Pensionierungswelle wegfallen.

Für Rakuscha seien das keine Gründe den Klagenfurter Tiernotdienst nicht für alle Kärnten Tierliebhaber am Betrieb zu halten. Das Land und Klagenfurt habe die finanziellen Mittel bereitgestellt, nun sei Schantl mit der Tierärztekammer am Zug.

NeueZeit Redaktion

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