Niederösterreich

Verletztes Rehkitz und Hauskatze: SPÖ NÖ fordert : „Freie Fahrt und Blaulicht für Tier-Retter!“

Die SPÖ Niederösterreich fordert den Einsatz von Blaulicht für private Tierrettungen. Zurzeit bremsen veraltete Vorschriften Helfer und Helferinnen aus. Eine Petition soll Druck auf die Landesregierung ausüben.

// Dieser Artikel erscheint in einer Kooperation mit NÖ Aktuell. //

Es war ein dramatischer Einsatz mit tragischem Ende, berichtet die Krone vor wenigen Wochen: „Im Bezirk Baden wurde ein trächtiges Reh angefahren. Ein Jäger hatte noch versucht, die ungeborenen Rehkitze zu retten und schnitt sie aus dem Bauch der Mutter. Sie lebten sogar kurz, doch ohne entsprechende Ausrüstung hatten sie keine Chance. Dabei wären Tierretter bereits auf dem Weg gewesen. ‚Sie brauchten aber 26 Minuten. Mit Blaulicht wären sie rund zehn Minuten schneller gewesen. Die Zeit hätte dann vielleicht ausgereicht“‘, betont man im Tiermedizinischen Zentrum Teesdorf.“

Veraltete Vorschriften blockieren Tierschutz

In Niederösterreich dürfen private Tierrettungen noch immer kein Blaulicht und Folgetonhorn nutzen. Kontroll-Landesrat und Landesparteivorsitzender der SPÖ Niederösterreich, Sven Hergovich, der Präsident der Österreichischen Tierrettung Christian Bruschek und Marcus Serringer vom Tiermedizinischen Zentrum Teesdorf fordern jetzt eine rasche Reform. Um den Druck auf die Landesregierung zu erhöhen, haben sie eine Petition gestartet, die in wenigen Tagen schon über 1.000 erste Unterstützerinnen und Unterstützer fand.

Kontroll-Landesrat und Landesparteivorsitzender der SPÖ Niederösterreich, Sven Hergovich, der Präsident der Österreichischen Tierrettung Christian Bruschek und Marcus Serringer vom Tiermedizinischen Zentrum Teesdorf fordern jetzt eine rasche Reform. // Bild zur Verfügung gestellt von SPÖ NÖ – vlnr.: Präs. Christian Bruschek, Landesrat Sven Hergovich, Ing. Marcus Serringer & Hund: Fido

In Niederösterreich schreibt das Gesetz vor, dass Organisationen mindestens zwei Großviehtransporter besitzen müssen, um eine Genehmigung für Blaulicht zu erhalten. Für viele private Dienste ist das nicht leistbar. Landesrat Sven Hergovich kritisiert:

„Dass das Land NÖ die Genehmigung von Blaulicht an solche Vorgaben knüpft, ist realitätsfremd und schlicht nicht zeitgemäß.“

Er betont, dass Tierrettungen, die rund um die Uhr für verletzte oder verirrte Tiere ausrücken, Unterstützung statt bürokratischer Hürden brauchen.

Salzburg und Wien haben längst Lösungen – Niederösterreich bleibt untätig. In Salzburg arbeitet die Österreichische Tierrettung seit Jahren erfolgreich mit den Behörden zusammen, die Stadt Wien betreibt sogar einen eigenen Tierrettungsdienst.

Haustiere und Wildtiere brauchen schnelle Hilfe der Tierrettung

Laut Christian Bruschek betreffen die meisten Einsätze nicht Kühe oder Pferde, sondern Hunde, Katzen und verletzte Wildtiere. Der Präsident der Österreichischen Tierrettung erklärt:

„Für diese Tiere braucht es keine LKW mit Ladebordwand, sondern einen gut ausgestatteten Transporter – und im Ernstfall Blaulicht, um Tierleben zu retten.“

Die restriktiven Vorschriften haben bereits Folgen: Im Waldviertel musste ein Stützpunkt geschlossen werden. Oft entscheiden Minuten über Leben und Tod – ohne Blaulicht verlieren die Einsatzkräfte wertvolle Zeit.

Gefahr für Verkehrsteilnehmer und Einsatzkräfte der Tierrettung

Auch aus Sicht des Tiermedizinischen Zentrums Teesdorf ist die derzeitige Rechtslage ein Sicherheitsrisiko. Ing. Marcus Serringer warnt:

„Ohne Blaulicht müssen wir in kritischen Situationen Feldwege wegen Fahrverboten meiden, im urbanen Raum lange nach Parkplätzen suchen und können Einsatzstellen nicht absichern.“

Besonders nachts auf Landes- oder Bundesstraßen gefährde das nicht nur die Tiere und die Teams, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen.

Petition soll Bewegung bringen

Hergovich, Bruschek und Serringer fordern daher eine Anpassung der Genehmigungskriterien: Die Großviehpflicht müsse gestrichen und Blaulicht für Tiernotfälle bei Wild- und Haustieren ermöglicht werden. Hergovich betont:

„Es geht hier nicht um Luxus, sondern um Tierschutz, Ehrenamt und Sicherheit.“

Mit der Petition holt die SPÖ NÖ nun die Bevölkerung ins Boot. Man ist überzeugt, dass Retter von Tierleben nicht länger an absurden Regeln aus vergangenen Zeiten scheitern dürfen.

NeueZeit Redaktion

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