Kärnten

„Wenn wir teilen, haben alle genug“: Kärntner „Together Points“ verteilen aussortierte Lebensmittel

Super Idee aus Kärnten: Der Verein „Together“ holt aussortierte, aber noch genießbare Lebensmittel aus Supermärkten und Bäckereien ab und bringt sie in ihre „Together Points“. Von dort können sie gegen eine freiwillige Spende abgeholt werden. In Ferlach eröffnet jetzt der insgesamt elfte Together-Laden im Bundesland.

„Wir haben definitiv genug. Wir müssen die Dinge, die vorhanden sind, nur teilen – dann haben alle genug.“ Mit diesen Gedanken gründete Julia Petschnig vor mehr als sieben Jahren den Kärntner Verein „Together“. Heute hat der Verein rund 400 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und in der Gemeinde Ferlach gerade den elften „Together Point“ im Bundesland eröffnet. Dort können sich alle, die das möchten, gerettete Lebensmittel aus Supermärkten und Bäckereien gegen eine Spende abholen.

So funktionieren die Together Points in Kärnten: Der Verein arbeitet mit fast allen Supermarktketten und vielen Bäckereien im Bundesland zusammen. Von dort holen die ehrenamtlichen Together-Helfer bis zu fünf Mal pro Woche aussortierte Lebensmittel ab, um sie zum jeweils nächsten Together Point zu bringen. Die Points haben je nach Standort zwei bis fünf Mal pro Woche geöffnet. Alle Kärntnerinnen und Kärntner können sich zu den Öffnungszeiten die aussortierten, aber noch genießbaren Lebensmittel gegen eine freiwillige Spende abholen.

Die Together Points laufen im Prinzip wie Supermärkte. Nur „bezahlen“ beziehungsweise spenden die Kunden nur so viel, wie sie sich leisten können. Wer weniger hat, gibt weniger, wer mehr hat, kann auch mehr spenden.

So sehen die Regale in den Together-Läden aus. // Bild: Together Verein

In Ferlach eröffnet der 11. „Together Point“ in Kärnten

Der neue Laden in Ferlach ist auf 256 Quadratmetern im ehemaligen Post-Verteilerzentrum eingerichtet. Es ist bereits der elfte Together Point in Kärnten.

In den Together Points werden neben Lebensmitteln auch gespendete Kleidungsstücke, Bücher oder Haushaltsartikel angeboten – alles zu symbolischen Preisen.

„Wir haben ein Verteilungs-Problem“

Die „Together Points“ seien wie eine Familie, sagt Vereinsobfrau Julia Petschnig im Gespräch mit der NeuenZeit. Viele Menschen kommen nicht nur zum Einkaufen, sondern auch, um sich auszutauschen, Freunde zu treffen, Kontakte zu pflegen. Das sei gerade in den Corona-Lockdowns für viele sehr wichtig gewesen. Der neue Laden in Ferlach hat sogar einen großen Kinderspielbereich.

Sie wollte direkt helfen, sagt Gründerin Petschnig. „Ich dachte mir: Es muss doch noch Menschen geben, die nicht nur aus Eigeninteresse und Profit agieren“. Die Vereinsobfrau hat sie gefunden. Die Together Points werden von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut und laufen so gut, dass der Kärntner Verein seine Angebote in diesem Jahr sogar nach Graz ausweiten will.

Petschnig ist überzeugt: „Wir haben in unserer Gesellschaft kein Ressourcen-Problem, wir haben nur ein Verteilungs-Problem. Dem wollen wir entgegenwirken.“

Philipp Stadler

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