Österreich

Nach dem Aus in Österreich: Jetzt könnte Italien einen U-Ausschuss zu Blümel & Novomatic einsetzen!

Damit hat Türkis-Grün wohl nicht gerechnet: Nachdem ÖVP und Grüne den Untersuchungs-Ausschuss in Österreich nicht verlängern, könnte jetzt das italienische Parlament einen U-Ausschuss einsetzen. Dort sollen auch die Ermittlungen gegen ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel Thema sein: Geprüft wird der Verdacht, ob Blümel und Co dem Glücksspiel-Konzern Novomatic bei Steuerproblemen in Italien aushalfen und im Gegenzug Parteispenden kassierten.

Die Regierung dreht den Ibizia-Untersuchungsausschuss in Österreich ab: ÖVP und Grüne stimmten im Nationalrat gegen eine Verlängerung. Das Ende der parlamentarischen Untersuchung dürfte für Kanzler Kurz und seine Parteifreunde gerade zur richtigen Zeit kommen – schließlich wird als Folge des U-Ausschusses mittlerweile gegen mehrere führende ÖVP-Politiker ermittelt. Allen voran gegen Finanzminister Gernot Blümel und Bundeskanzler Sebastian Kurz (es gilt die Unschuldsvermutung).

Damit haben Kurz und Co aber sicher nicht gerechnet: Nach dem Aus in Österreich könnte jetzt Italien einen Untersuchungs-Ausschuss einsetzen, der unter anderem die Ermittlungen gegen Finanzminister Blümel behandelt.

Italien könnte U-Ausschuss zu Blümel & Novomatic einsetzen

Der italienische Abgeordnete Mauro Mario Marino brauchte vor wenigen Tagen einen Antrag für die Einsetzung einer „Cimmissione parlamentare di inchiesta“ ein – das italienische Pendant zum U-Ausschuss. Das berichtet der Standard.

Die rechte Lega-Partei überlegt laut Standard, den Antrag zu unterstützen und die Steuerprobleme des österreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic zu einem Thema des italienischen Untersuchungs-Ausschusses zu machen. Hier käme ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel ins Spiel, denn gegen ihn laufen in der Causa Novomatic Ermittlungen wegen des Verdachts auf Bestechlichkeit, Untreue und Amtsmissbrauch.

Verdacht: Hilfe bei Steuerproblemen gegen Parteispende?

Die ganze Sache hat ihren Ursprung im Sommer 2017. Damals drohen dem Glücksspielkonzern Novomatic in Italien Steuernachzahlungen bis zu 70 Millionen Euro. Also greift Novomatic-Chef Harald Neumann zum Handy und schreibt eine SMS an Gernot Blümel:

„Guten Morgen, hätte eine Bitte: bräuchte kurzen Termin bei Kurz (erstens wegen Spende und zweitens bezüglich eines Problemes, das wir in Italien haben!“

Blümel reagiert nur drei Stunden nach der SMS und tippt selbst eine Nachricht in sein Handy. Er bittet den damaligen Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, den Nocomatic-Chef anzurufen. „Tu es für mich“, schreibt Blümel und fügt noch einen Kuss-Smiley hinzu.

Der Zusammenhang zwischen „Spende“ und Hilfe bei einem „Problem“ erregte bei der Staatsanwaltschaft den Verdacht auf Bestechlichkeit – deshalb ermittelt sie jetzt gegen Blümel.

Kurz traf den italienischen Außenminister, aber vom Treffen fehlen Fotos und Protokolle

Was genau in Folge der SMS-Nachrichten zu den Spenden und Steuerproblemen passierte, ist noch unklar. Der italienische Untersuchungs-Ausschuss könnte Aufklärung bringen, ob Blümel oder weitere ÖVP-Politiker dem Konzern im Gegenzug zu Parteispenden aus der Steuer-Patsche halfen. Alle Beteiligten bestreiten, geholfen oder Spenden angekommen zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Fakt ist: Wenige Tage nach dem umstrittenen SMS-Verkehr traf Sebastian Kurz, damals Außenminister, in einem kurzfristig einberufenen Treffen auf seinen italienischen Amtskollegen Angelino Alfano. Kurz selbst sagt, es habe keine „Hilfeleistung für die Novomatic in Italien“ gegeben. Allerdings gibt es vom besagten Treffen weder ein Protokoll noch Fotos – unüblich für ein internationales Zusammentreffen zweier Minister. Der italienische U-Ausschuss könnte in Rom Nachforschungen zum Treffen anstellen.

Für Novomatic ging die Sache jedenfalls glimpflich aus: Statt der ursprünglich befürchteten 70 Millionen musste der Konzern schlussendlich nur 20 Millionen Euro an Steuern in Italien nachzahlen.

Philipp Stadler

Ähnliche Artikel

  • Oberösterreich

Wohnbau: Lässt Oberösterreich fast 75 Mio. Euro liegen?

Die Bauwirtschaft kämpft mit einer anhaltenden Hochbau-Flaute, gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren Mietwohnungen. Genau…

28. Januar 2026
  • Advertorial

Hergovich/Weninger: „Unser Druck hat zur EVN-Senkung geführt – Entlastung muss SOFORT kommen!“

Die SPÖ Niederösterreich präsentiert bei der heutigen Pressekonferenz den Energieschwerpunkt ihres „NÖ-Plans“.  Dabei im Fokus:…

27. Januar 2026
  • Sicherheit

Generation Offline: Kommt jetzt Social Media-Verbot für alle unter 15 Jahre?

In Australien ist die digitale Sperrstunde für Unter-16-Jährige bereits Realität. Während dort Millionen Accounts gelöscht…

23. Januar 2026
  • Niederösterreich

„Wer den LUP blockiert, blockiert St. Pölten“

In St. Pölten wird diese Woche gewählt. Gleichzeitig steht die Zukunft des städtischen Bussystems LUP…

23. Januar 2026
  • Oberösterreich

OP-Wartezeiten in Oberösterreich verdoppelt

Die Wartezeiten auf Knie- und Hüftoperationen haben sich in Oberösterreich innerhalb von nur vier Jahren…

23. Januar 2026
  • Gesellschaft

Leihen statt kaufen – die Borgerei in Traiskirchen macht’s vor!

In der Stadtbibliothek Traiskirchen werden längst nicht nur Bücher verliehen: Seit 2022 kann man sich…

22. Januar 2026