Bürgermeister Peter Schobesberger (Vöcklabruck) (links) und Bürgermeister Johann Kirchberger (Timelkam) bei der Besichtigung des RAG Wasserstoffspeichers// Bild: privat
Sonnenenergie speichern und damit im Winter heizen? Klingt nach Zukunftsmusik, aber genau das will Bürgermeister Schobesberger (SPÖ) umsetzen. Mithilfe eines Wasserstoffspeichers will er Sonnenenergie erst in Wasserstoff und dann in Strom und Wärme umwandeln. Auch sonst ist Vöcklabruck Klima-Vorreiter: Ein Klimarat aus engagierten Bürgern erarbeitet Konzepte zu Mobilität, Ernährung und Biodiversität.
Die oberösterreichische Stadt Vöcklabruck ist Vorreiter in Sachen Klimaneutralität. Gemeinsam mit zwölf anderen Städten nimmt Vöcklabruck an der Mission „Klimaneutrale Stadt“ teil. Jetzt will Bürgermeister Peter Schobesberger (SPÖ) die Stadt mit klimaneutraler Fernwärme versorgen.
„Wir haben eine wissenschaftlich nachgewiesene Erderhitzung. Wir wissen, dass das nicht gut ist. Es ist höchste Eisenbahn, dass wir hier ins Tun kommen”, sagt Bürgermeister Peter Schobesberger auf NeueZeit-Anfrage.
Bürgermeister Schobesberger, selbst Wirtschaftsingenieur für Energie- und Umwelttechnik, will die Stadt künftig mit Energie aus Wasserstoff versorgen. Denn in der Nachbargemeinde Gampern gibt es bereits einen unterirdischen Wasserstoffspeicher, der im Sommer Sonnenenergie zu Wasserstoff umwandelt. Eine Wasserstoffleitung bis wenige hundert Meter vor das Kraftwerk Timelkam, woher auch die Fernwärme kommt, wurde 2023 errichtet. Schobesberger fordert nun, am Standort Timelkam Wasserstoff in Strom und Wärme umzuwandeln. „Es bietet sich nirgendwo so an, wie bei uns“, sagt Schobesberger auf Nachfrage der NeuenZeit. Denn mit dem Wasserstoffspeicher könne man Sonnenenergie für den Winter speichern und damit Häuser und Wohnungen warmhalten.
Ich spreche hier nicht von Raketentechnik. Technisch kann dieses Projekt auf der Stelle umgesetzt werden. Es gibt eine Leitung, es gibt einen Speicher, jetzt braucht es nur noch die Kraft- Wärme- Kopplung. Wir sollen zu den Ersten gehören, nicht zu den Letzten.
Bereits im Frühjahr hat Schobesberger das Projekt bei einem Treffen mit Verantwortlichen vorgestellt. Nun hat er gemeinsam mit dem Gemeinderat eine Petition verabschiedet. Darin fordert er die Energie AG und Landeshauptmann Thomas Stelzer als Eigentümervertreter dazu auf, das Projekt gemeinsam mit der Stadt Vöcklabruck umzusetzen.
Auch sonst ist Vöcklabruck Klima-Vorreiter: In den letzten Jahren hat die Stadt 1,6 Millionen Euro investiert, um die öffentliche Beleuchtung auf LED-Lampen umzustellen. Seit Februar 2023 gibt es in der Stadt außerdem einen Klimarat mit fünfzehn zufällig ausgewählten Bürgerinnen. Sie haben in den letzten Monaten eine Klimabilanz erstellt. Nun will die Stadtregierung gemeinsam mit der Bevölkerung konkrete Klimaschutz-Maßnahmen erarbeiten. Dazu hat die Stadt alle Vöcklabrucker und Vöcklabruckerinnen zu Klima-Workshops eingeladen. Los geht es am 3. Oktober um 17 Uhr im offenen Kunst- und Kulturhaus Vöcklabruck zum Thema CO2-neutrale Energie und Gebäude. Es folgen Workshops zu den Themen klimafreundliche Mobilität, Lebensstil und Biodiversität. Die Termine im Überblick:
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