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Wieso jetzt der beste Zeitpunkt für eine Arbeitszeitverkürzung ist

40 Stunden: Seit fast 50 Jahren hat sich unsere Arbeitszeit nicht mehr verkürzt. Dabei erwirtschaften wir in diesen 40 Stunden heute doppelt so viel, wie damals. Und immer mehr Menschen wollen weniger arbeiten. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, das durchzusetzen! Weil die Arbeitslosigkeit gerade besonders niedrig ist, haben die Beschäftigten dafür besonders gute Chancen.

Die letzte Arbeitszeitverkürzung ist fast 50 Jahre her. Seitdem hat sich die Arbeitswelt stark verändert: Die Technik hat sich verbessert, und wir erwirtschaften mehr in weniger Zeit. Mit jeder einzelnen Arbeitskraft machen Unternehmen heute weit mehr Gewinne als noch in den 1970er Jahren. Nur die Arbeitszeit ist noch genauso lang wie damals.

Dabei wäre jetzt der beste Zeitpunkt, das zu ändern. Denn immer mehr Menschen fühlen sich durch ihre Arbeit belastet und wollen weniger arbeiten. Gleichzeitig haben die Beschäftigten heute die beste Verhandlungsposition seit Langem. 

Bei niedriger Arbeitslosigkeit sitzen Beschäftigte am längeren Ast

Arbeitgeber betonen immer wieder, dass sie eine niedrige Arbeitslosigkeit wollen, doch in Wahrheit fürchten sie sich davor. Denn wenn es wenige Arbeitslose gibt, können Arbeitgeber ihre Angestellten nur schwer ersetzen. 

Das bedeutet: bei niedriger Arbeitslosigkeit haben die Beschäftigten die beste Verhandlungsposition, um bessere Arbeitsbedingungen für sich zu erkämpfen, z.B. höhere Löhne oder kürzere Arbeitszeiten. 

Im letzten Jahr ist die Arbeitslosigkeit zwar etwas gestiegen – von 6,3 Prozent im Jahr 2022 auf 6,5 Prozent im Jahr 2023. Sie liegt damit aber immer noch so niedrig, wie zuletzt im Jahr 2008 – also vor 15 Jahren. Somit wäre jetzt der beste Zeitpunkt seit Langem, um eine Arbeitszeitverkürzung durchzusetzen.

Unternehmen machen dank unserer Arbeit immer mehr Gewinne – doch wir bekommen dafür nicht mehr

Das letzte Mal wurde unsere Arbeitszeit im Jahr 1975 verkürzt – von 42 auf 40 Stunden. Daran hat sich bis heute so gut wie nichts verändert. Was sich aber schon verändert hat, sind die Gewinne der Unternehmen: Die sind seit 1975 immer weiter gestiegen. Allein dieses Jahr haben sich Österreichs börsennotierte Unternehmen 5,84 Milliarden Euro Gewinne ausgeschüttet – so viel wie noch nie zuvor in der Geschichte.

Die Gewinne der Unternehmen steigen vor allem deshalb, weil die Beschäftigten immer mehr leisten: In derselben Zeit müssen wir heute weit mehr Arbeit verrichten als früher. Im Schnitt erwirtschaften Beschäftigte heute doppelt so viel wie in den 1970er Jahren. Gleichzeitig hat sich die Technik verbessert und unsere Pausen sind kürzer geworden. 

Obwohl die Arbeitgeber immer mehr Leistung von uns bekommen, geben sie uns dafür nicht mehr: Wir arbeiten nach wie vor 40 Stunden in der Woche und an unseren Löhnen hat sich auch nicht viel verändert. 

Mehr Zeit für Freunde & Familie: Eine Arbeitszeitverkürzung würde uns glücklicher & gesünder machen

Zu viel Arbeit und Stress belasten das Immunsystem und den Kopf. Weil wir so lange arbeiten, werden wir öfter krank und können uns schlechter konzentrieren. Mit kürzeren Arbeitszeiten hätten wir nicht nur mehr Zeit für Familie und Freunde, sondern könnten uns außerdem besser konzentrieren und wären gesünder und glücklicher. 

Das lohnt sich auch für die Unternehmen: glückliche und gesunde Beschäftigte arbeiten besser und schneller – und das, ohne Druck von oben. Einige Unternehmen haben längst erkannt, dass sich das für sie auszahlt: Vom Elektroinstallateur, übers Hotel bis zum Friseurbetrieb: Quer durch alle Branchen und Bundesländer gibt es erfolgreiche Beispiele von Unternehmen, die ihren Angestellten kürzere Arbeitszeiten anbieten – und davon profitieren. 

Victor Strauch

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Victor Strauch
Tags: 4-Tage-Woche Arbeit Arbeitsbedingungen Arbeitslosigkeit Arbeitszeitverkürzung featured

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