Ex-ÖVP-Parteimanager Axel Melchior (rechts) zählte jahrelang zu den engsten Vertrauten von Sebastian Kurz. // Bilder: BKA/Christopher Dunker & Parlamentsdirektion/Thomas Jantzen
Der Ex-Parteimanager der ÖVP, Axel Melchior, hat einen neuen Job: Er wechselt zu „IGO Industries“. Hauptaktionär des Unternehmens ist Klaus Ortner. Der wiederum spendete zwischen 2017 und 2019 mehr als eine Million Euro an die ÖVP. Und die Tochter von Ortner sitzt „zufällig“ im Aufsichtsrat der Staatsholding ÖBAG.
Jahrelang zählte Axel Melchior zu den wichtigsten Vertrauten von Ex-Kanzler Sebastian Kurz. Die beiden kennen sich schon aus Jugendtagen. Melchior war vier Jahre lang Generalsekretär der „Jungen Volkspartei“. Bundesobmann der jungen Türkisen damals: Sebastian Kurz.
Später machte Kurz seinen Jugendvertrauten Axel Melchior zum Bundesgeschäftsführer der ÖVP. Als solcher managte Melchior zwei Wahlkämpfe für Kurz. 2020 wurde Melchior dann Generalsekretär der ÖVP. Nach dem Rückzug von Sebastian Kurz aus der Politik legte auch Melchior seine Parteifunktion zurück. Parlamentsabgeordneter ist er nach wie vor.
Jetzt hat der Ex-ÖVP-Parteimanager einen neuen Job. Er wechselt in die Kommunikationsabteilung von „IGO Industries“. Hauptaktionär des Unternehmens ist Klaus Ortner. Ortners „IGO-Gruppe“ spendete zwischen 2017 und 2019 mehr als eine Million Euro an die ÖVP.
Das Unternehmen stückelte die saftigen Parteispenden zunächst in kleine Portionen, sodass sie der Rechnungshof nicht veröffentlichen konnte. Im Nachhinein flog die Riesen-Spende aber trotzdem auf. Für Unternehmens-Chef Klaus Ortner dürfte die eine Million Euro ÖVP-Parteispende aber eher unter „Kleingeld“ fallen. Denn die Ortners gelten als 44. reichste Familie Österreichs.
Und es gibt noch eine brisante Verbindung zwischen der ÖVP und den Ortners: Die Regierung von Sebastian Kurz holte die Tochter von Klaus Ortner, Iris Ortner, in den Aufsichtsrat der Staatsholding ÖBAG. Dort sitzt sie heute noch.
Die Verbindungen – Millionenspende an die ÖVP auf der einen Seite und Aufsichtsratsmandat für die Tochter auf der anderen Seite – führten sogar zu einer Anzeige wegen „Vorteilsannahme zur Beeinflussung“. Die Ermittlungen wurden aber eingestellt, weil das „Anfüttern“ durch korrekt abgewickelte Parteispenden nicht strafbar ist – auch dann nicht, wenn sich die Partei nachträglich dafür revanchiert. Die Familie Ortner selbst bestritt freilich immer einen möglichen Zusammenhang zwischen Parteispenden und Berufung in den Aufsichtsrat.
Das Ortner-Unternehmen „IGO Industries“ bekommt mit Ex-ÖVP-Geschäftsführer Axel Melchior jetzt jedenfalls einen prominenten Mitarbeiter mit besten Kontakten in die heimische Politik. Melchior beginnt seinen neuen Job im März und ist dann für „interne Kommunikation und Organisation“ zuständig.
Sein ÖVP-Nationalratsmandat samt Staatsgehalt will Melchior trotz neuem Job weiterhin behalten.
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