International

Leistbar und beqeuem: Günther Sidl will „Checkfelix für die Eisenbahn“ einführen

Der europäische Eisenbahnverkehr ist unattraktiv. Fliegen ist innerhalb Europas nicht nur die günstigere Variante, sondern auch wesentlich einfacher. Geht es nach dem SPÖ-EU-Abgeordneten Günther Sidl, soll sich das dringend ändern. Seine Vision: Europa braucht endlich ein „Checkfelix für die Eisenbahn“ – also eine Buchungsplattform, die länderübergreifende Zugreisen endlich einfacher macht

„Von Wien in eine kleine Gemeinde in Portugal – wir brauchen eine Plattform, die für solche weiten Bahnfahrten sofort ein attraktives Angebot ausspuckt“, sagt EU-Abgeordneter Günter Sidl. In einer modernen, klimafreundlichen Gesellschaft müsse der öffentliche Verkehr nicht nur innerhalb der Regionen reibungslos funktionieren, sondern auch länderübergreifend effizient und einfach zugänglich sein.

Während das Buchen von Flügen über Plattformen wie „Checkfelix“ mit wenigen Klicks möglich ist, müssen Bahnreisende oft zahlreiche Websites durchforsten und sich mit komplizierten Buchungssystemen herumschlagen.

Reisen mit Vision: Sidl will „Checkfelix“ für die Bahn

Günther Sidl, der selbst in den letzten Jahren 165.000 Kilometer mit der Bahn zwischen Österreich und Brüssel zurückgelegt hat, folgt einer Vision: „Es kann nicht sein, dass wir im 21. Jahrhundert leben und das Buchen einer europäischen Bahnreise immer noch so kompliziert ist,“ sagt der Europaabgeordnete, der am 9. Juni für die Sozialdemokraten zur Wahl steht.

„Wir brauchen eine zentrale Vergleichsplattform, die alle Bahnverbindungen in Europa übersichtlich darstellt und das Buchen genauso einfach macht wie bei Flügen.“

Eine Vergleichs- und Buchungsplattform soll Bahnfahren attraktiver machen

„Wir müssen Klimaschutz endlich als Angebot denken. Dafür braucht es eine europäische Eisenbahn, die genauso billig und bequem wie Fliegen ist. Nur dann kann die Klimawende gelingen“, sagt er. Ein Chaos von nationalen Regelungen, große technische Unterschiede und mangelnde Vernetzung der Buchungssysteme machen länderübergreifende Zugreisen derzeit noch zu einer Reiseform für Liebhaber. Für Sidl steht in jedem Fall fest: „Wir können die Verkehrswende nur schaffen, wenn wir europaweit zusammenarbeiten.“

Die Wahl am 9. Juni entscheidet: Mit der Bahn in die Zukunft oder mit dem Flieger in die Steinzeit?

Nach der Europawahl am 9. Juni möchte sich Günther Sidl daher weiter dafür einsetzen, dass der Eisenbahn in der EU-Verkehrspolitik endlich Priorität eingeräumt wird. Neben der Harmonisierung des Eisenbahnnetzes brauche es dafür vor allem Hochgeschwindigkeitszüge und niedrige Preise. Ein europäisches „Checkfelix für die Eisenbahn“ wäre dann ein weiterer wichtiger Baustein, um das Reisen mit dem Zug in Europa ins 21. Jahrhundert zu bringen. Es hängt vom Ausgang der Wahl ab: Gewinnen die proeuropäischen und sozialen Kräfte, sind billige und angenehme Zugreisen für alle vielleicht bald schon keine Utopie mehr. Im Gegenteil: Vielleicht ist das dann Alltag.

NeueZeit Redaktion

Ähnliche Artikel

  • Oberösterreich

Wohnbau: Lässt Oberösterreich fast 75 Mio. Euro liegen?

Die Bauwirtschaft kämpft mit einer anhaltenden Hochbau-Flaute, gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren Mietwohnungen. Genau…

28. Januar 2026
  • Advertorial

Hergovich/Weninger: „Unser Druck hat zur EVN-Senkung geführt – Entlastung muss SOFORT kommen!“

Die SPÖ Niederösterreich präsentiert bei der heutigen Pressekonferenz den Energieschwerpunkt ihres „NÖ-Plans“.  Dabei im Fokus:…

27. Januar 2026
  • Sicherheit

Generation Offline: Kommt jetzt Social Media-Verbot für alle unter 15 Jahre?

In Australien ist die digitale Sperrstunde für Unter-16-Jährige bereits Realität. Während dort Millionen Accounts gelöscht…

23. Januar 2026
  • Niederösterreich

„Wer den LUP blockiert, blockiert St. Pölten“

In St. Pölten wird diese Woche gewählt. Gleichzeitig steht die Zukunft des städtischen Bussystems LUP…

23. Januar 2026
  • Oberösterreich

OP-Wartezeiten in Oberösterreich verdoppelt

Die Wartezeiten auf Knie- und Hüftoperationen haben sich in Oberösterreich innerhalb von nur vier Jahren…

23. Januar 2026
  • Gesellschaft

Leihen statt kaufen – die Borgerei in Traiskirchen macht’s vor!

In der Stadtbibliothek Traiskirchen werden längst nicht nur Bücher verliehen: Seit 2022 kann man sich…

22. Januar 2026