Bild: Land OÖ/Mayrhofer
Lange hat die Stelzer-Landesregierung der Corona-Explosion in Oberösterreich nur zugesehen. Die Folge: OÖ stürzt im europaweiten Covid-Ranking der Regionen auf Platz 171 von 192 ab. In kaum einer anderen Region gibt es derzeit mehr Neuinfektionen.
Die europäische Organisation ECDC erhebt wöchentlich die Corona-Fälle des ganzen Kontinents, die Daten kommen direkt von den EU-Mitgliedsstaaten. Platz 1 belegt die schwedische Region Åland – sie meldete in der vergangenen Woche nur fünf Neuinfektionen. In ganz Lichtenstein (Platz 3 mit 49 Infektionen) und Malta (Platz 6 mit 90 Infektionen) haben sich weniger als 100 Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Virus infiziert.
Ganz anders in Oberösterreich: Das Land ob der Enns verzeichnete vergangene Woche 8.832 Corona-Infektionen. Nur wenige Regionen Europas haben mehr neue Covid-Fälle, etwa die niederländische Provinz Zuid-Holland (10.973) – die hat allerdings auch mehr als doppelt so viele Einwohnerinnen und Einwohner als Oberösterreich.
Und die ohnehin schon hohen Zahlen in Oberösterreich explodieren weiter: Am Mittwoch infizierten sich 3.424 Personen neu mit dem Virus – absoluter Rekordwert! Sie sind in den europaweiten Vergleich noch gar nicht eingerechnet.
Die Rekord-Infektionen machen sich bereits im Gesundheitsbereich bemerkbar. Das Salzkammergut-Klinikum muss Abteilungen sperren und ambulante Leistungen zurückfahren. Von 18 OP-Sälen sind derzeit nur sieben in Betrieb, weil das Personal auf Covid-Stationen einspringen muss. Oberösterreichweit sind derzeit 200 Spitals-Mitarbeiter infiziert und fallen aus.
Die Landesregierung ist alarmiert, aber zerstritten. „Die Zahlen stimmen uns sorgenvoll“, sagt ÖVP-Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander im Ö1-Morgenjournal. Beim Koalitionspartner FPÖ klingt das ganz anders. Der stellvertretende Klubobmann der Landes-FPÖ poltert auf seiner Facebook-Seite im Zuge der neuen 2G-Regeln von einer „2-Klassengesellschaft“ und meint zu den verschärften Maßnahmen: „Ich lasse mich nicht erpressen.“
Leidtragende des ÖVP-FPÖ-Streits sind die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher. Viele wollen sich jetzt impfen lassen, berichten aber von fehlenden Möglichkeiten. Am vergangenen Sonntag – zwei Tage nach Ankündigung der neuen 2G-Regeln – gab es im ganzen Bundesland nur eine offene Impfstraße: in Seewalchen von 14 bis 17 Uhr. Im Rest des Bundeslandes legte die Landesregierung mitten in der bisher stärksten Corona-Welle eine Impf-Pause ein.
Heftige Kritik am laxen Vorgehen von ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer und Co kommt von der SPÖ. Für die rote Parteichefin Birgit Gerstorfer sind die Maßnahmen im Bundesland „typisch Stelzer: Alles zu spät und zu wenig!“
Kann die türkis-blaue Landesregierung überhaupt noch ausschließen, dass es ob der Corona-Explosion zu einem OÖ-Lockdown im Bundesland kommt? ÖVP-Gesundheitslandesrätin Haberlander: „Ich habe gelernt, dass man in dieser Pandemie nichts ausschließen kann.“
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