Im Mai 2020 erhielt Kanzler Sebastian Kurz das Angebot, gemeinsam mit Israel genügend Impfstoff zu besorgen. Er lehnte ab. Jetzt reist Kurz medienwirksam nach Israel und will einen Alleingang starten. Derweil brennt in der Heimat der Hut.
Sebastian Kurz hat es im Moment wahrlich nicht leicht. Es scheinen alle Dämme auf einmal zu brechen. Sei es parteiintern oder im politischen Umgang mit der Corona-Krise. Gerade dort zeigt sich die Schwäche dieser, anscheinend auf Marketing und Selbstzweck, beruhenden Regierung. Es ist erschreckend, wie wenig Substanz, wie wenig Fachwissen vorhanden ist.
Österreich taumelt jetzt schon seit einem Jahr von einem Problem zum nächsten. Widersprüchlichkeiten in der Regierungskommunikation stehen an der Tagesordnung, die Stopp-Corona-App wurde zum Rohrkrepierer, die angekündigten Testungen verzögerten sich um entscheidende Monate, die Atempause im Sommer wurde nicht genützt, Konzepte für den Arbeitsplatz, die Schulen und Kindergärten, Alten- und Pflegeheime wurden zu spät präsentiert. Vom Rekord-Wirtschaftseinbruch ganz zu schweigen.
Wäre das nicht alles schon schlimm genug, bahnt sich das nächste Desaster an. Österreich steht Ende Februar bei einer Impfquote von 7,3%. Länder wie Marokko (10,1 %), die Türkei (10,3 %) oder Serbien (20,1 %) sind uns meilenweit voraus. Von Israel (88,5 %) ganz zu schweigen.
Dabei hatte Kanzler Kurz im Mai 2020 das Angebot erhalten, gemeinsam mit Israel genügend Impfstoff zu besorgen, berichtet die Financial Times. Österreich könnte ähnlich gut dastehen wie Israel. Aber Kurz lehnte ab. Man müsse die Beschaffung der EU überlassen, sagte der Kanzler damals.
Nach der zunehmenden Kritik, weil Österreich zu langsam impft, prescht Kurz jetzt wieder vor und tut, was er am besten kann: Er gibt jemand anderem die Schuld. Der Übeltäter sei die Europäische Union.
Wo es eigentlich schon zu spät ist, will der Kanzler den Alleingang wagen. Die EU ist ihm plötzlich egal. Hauptsache eine schnelle Schlagzeile. Medienwirksam reist Kurz nach Israel, obwohl in der Heimat der Hut brennt. So sieht kein Leadership aus. So agiert kein verantwortungsvoller Kanzler.
Kurz versucht schon wieder, die Bevölkerung am Schmäh zu halten. Es sind schon wieder alle andere Schuld – nur er nicht. Er würde ja so gerne und fordert so viel, was ihn zu einem ausgezeichneten Oppositionsführer machen würde. Vielleicht sollte ihn jemand daran erinnern, dass er das nicht ist, sondern Regierungschef und somit Hauptverantwortlicher.
Manche Medien machen ihm noch die Mauer, aber dass ihm immer weniger Menschen glauben, sieht man an seinen sinkenden Umfrage- und Zustimmungswerten. Auch auf seinen Facebook-Kanälen wächst der Unmut über die Kurz-Politik täglich. Das Türkis verblasst von Tag zu Tag. Der Lack ist ab.
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