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Dänemark deckelt Mieten – zu starke Erhöhungen müssen sogar rückgängig gemacht werden

Bisher waren die Mietpreise in Dänemark – wie auch in Österreich – an die Teuerung gekoppelt. Seit heuer ist das anders: Die dänische Regierung deckelt die Mieterhöhungen mit maximal vier Prozent. Bereits vorgenommene Erhöhungen darüber hinaus müssen sogar rückgängig gemacht werden. In Österreich lehnt die Regierung einen Preisdeckel für Mieten hingegen ab.

Davon können wir in Österreich nur träumen: Ein Mieter in Dänemark bekam einen Brief – seine monatliche Miete änderte sich wegen der Teuerung. Allerdings stieg sie nicht an, sondern wurde sogar weniger. Statt 623 Euro muss der Däne jetzt nur mehr 534 Euro Miete zahlen. Ein User hatte den Fall mit einem Posting im Internet öffentlich gemacht.

Möglich ist das durch eine Regelung, die die dänische Regierung erlassen hat: Mieten dürfen bis 2024 jährlich um maximal vier Prozent steigen. Bereits vorgenommene Erhöhungen darüber hinaus müssen sogar rückgängig gemacht werden. Der Preisdeckel fürs Wohnen gilt seit Jänner 2023.

Davor waren die Mieten in Dänemark – wie es in Österreich der Fall ist – an die Inflation gekoppelt. Die Teuerung im skandinavischen Staat lag letzten Herbst bei rund zehn Prozent, im Winter ging sie leicht auf 8,7 Prozent zurück. Damit ist die Inflationsrate immer noch mehr als doppelt so hoch wie der dänische Preisdeckel für Mieterhöhungen.

Deckel für Mietpreise in Dänemark bringt 360 Mio. Euro Ersparnis

Die Preisbremse soll Mieterinnen und Mieter während der Teuerung unterstützen. „Sie sollten nicht wegen der grassierenden Inflation, die wir gerade erleben, aus ihren Häusern und Wohnungen vertrieben werden“, sagte der damalige dänische Wohnungsminister Christian Rabjerg Madsen.

Von der Teuerungshilfe sollen laut Regierung rund 160.000 Mieterinnen und Mieter profitieren, die sich zusammengerechnet etwa 360 Millionen Euro am Mietkosten sparen sollen.

Dänemark wird von der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen regiert. Als die Mietpreis-Bremse letzten Sommer beschlossen wurde, regierten die dänischen Sozialdemokraten („Socialdemokraterne“) allein mit einer Minderheitsregierung. Seit Dezember koalieren sie mit zwei liberalen Parteien.

Österreichische Regierung gegen Mietbremse

Auch in Österreich wird über eine gesetzliche Obergrenze für Mieterhöhungen immer wieder diskutiert. Vor allem die SPÖ drängt darauf. Die Sozialdemokraten beantragten erst diese Woche im Nationalrat, die Erhöhung der sogenannten Richtwertmieten und anderer Mieten bis 2025 auszusetzen.

Der Antrag wurde allerdings abgelehnt – damit steigen die heimischen Mieten für fast 400.000 Haushalte mit 1. April planmäßig um 8,6 Prozent. Hintergrund ist die im Gesetz festgelegte automatische Erhöhung bestimmter Mietverträge um die Inflation (den Verbraucherpreis-Index). Und die ist derzeit bekanntlich hoch, womit auch die betroffenen Mieten kräftig ansteigen.

NeueZeit Redaktion

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