Österreichs Gemeindeämter werden weiblicher.
In den letzten Jahren zeichnet sich ein „weiblicher Trend“ in Österreichs Gemeindeämtern ab. Besonders die Stelle des Amtsleiters beziehungsweise der Amtsleiterin gewinnt an Beliebtheit und ist in einigen Bezirken sogar schon ausgeglichen von beiden Geschlechtern besetzt. Wir haben recherchiert warum ohne die „Tausendsassas“ im Gemeindebüro nix funktionieren würde und warum es immer mehr Frauen in diese Funktion zieht.
Der oder die Bürgermeister:in ist gemeinhin das „Gesicht einer Gemeinde“. Doch im Hintergrund gibt es viele Funktionen, die für den reibungslosen Ablauf des politischen Tagesgeschäfts sorgen. Eine der zentralsten Positionen ist die des Amtsleiters oder der Amtsleiterin. Immer mehr Frauen ergreifen nun diesen Beruf. Im burgenländischen Bezirk Güssing ist die Stelle des, beziehungsweise der Amtsleiterin seit kurzem sogar zu 50% von Frauen und zu 50% von Männern besetzt.
Der Beruf des oder der Amtsleiterin ist mehr als nur ein Sekretärsjob. Das erzählt uns Franz Haugensteiner, Bundesobmann des Fachverbandes der leitenden Gemeindebediensteten Österreichs. „Es braucht nicht zwingend Fachspezialisten, sondern Generalisten, die auch zwischenmenschlich das nötige Fingerspitzengefühl mitbringen. Als Amtsleiter:in ist man die wichtigste Schnittstelle zwischen Bürgermeister:in, Gemeinderat und den Bürger:innen.“
Eine Ausbildung als Jurist:in, Wirtschafter:in oder auch im Public Management ist heute definitiv von Vorteil. Früher ist häufig die oder öfter noch der Dienstälteste zum Amtsleiter bestellt worden. Nun braucht man vor allem technisches, soziales und rechtswissenschaftliches Verständnis. „Welches Geschlecht man dabei hat, ist heutzutage zum Glück nebensächlich“, resümiert Haugensteiner.
Als Amtsleiter:in zieht man als „organisatorischer Tausendsassa“ im Hintergrund die Fäden: Man organisiert, koordiniert und leitet das Tagesgeschäft in der Gemeinde. Die zuvor erwähnten und nunmehr bereits 14 Frauen im Bezirk Güssing haben die Personalverantwortung für alle Gemeindebediensteten inne und bilden neben Bürgermeister:in und Gemeinderat ein enorm wichtiges Rückgrat in der Kommunalpolitik.
Generell gilt: Solange in den Gemeinden alles gut läuft, „spürt“ man die Amtsleiter:innen meistens gar nicht. Sie sind die Souffleusen unter‘m tagespolitischen Parkett und die Drahtzieher im parteipolitischen Schatten. Erst wenn Interessenskonflikte zwischen Bürger:innen, Gemeinderat oder Bürgermeister zu eskalieren drohen, werden häufig auch gegen die Amtsleiter:innen juristische Mittel ergriffen.
Bürgermeister:innen sind ins öffentliche und häufig auch ins juristische Schussfeld geraten. Das ist in den vergangen Jahren leider auch in der Gemeindepolitik nicht unbekannt. Dass nun auch vermehrt gegen eine Amtsleiterin oder einen Amtsleiter juristisch vorgegangen wird, ist aber auch für Franz Haugensteiner ein trauriges Novum.
Die Anforderungen an sämtliche Gemeindebedienstete und politische Vertreter:innen sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Um es in konkreten Zahlen auszudrücken: Ein:e gut organisiert arbeitend:e Amtsleiter:in behandelt im politischen Tagesgeschäft rund 320 Gesetze. Und ebenjene Gesetze werden nun gegen das Rückgrat der Kommunalverwaltung verwendet. Das zeigt vor allem eines: Dass die Wertschätzung der Bevölkerung gegenüber derart wichtigen Berufen wohl noch ausbaufähig ist.
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