Oberösterreich

Bald auf dem Trockenen? – Kommunalen Freibädern in OÖ drohen Schließungen

Mit den steigenden Temperaturen beginnt auch in Oberösterreichs Freibädern endlich wieder der Badebetrieb. Für die Gemeinden stellt das nicht nur eine organisatorische, sondern vielmehr eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Wird es heuer noch genug Freibäder zur Abkühlung geben? 

Auch wenn der Sommer durch die Regenschauer noch auf sich warten lässt, die ersten Tage mit 30 Grad und mehr sind schon da. Glücklicherweise öffnen die Freibäder wieder ihre Pforten, damit vor allem Kinder sich abkühlen können. Aber leider nicht in jeder Gemeinde in Oberösterreich. Die angespannte Finanzsituation ist auch im Badebetrieb angekommen. Zeit, einen genaueren Blick auf die Lage der einzelnen Bäder zu werfen.

Wenn Kinder früh schwimmen lernen, ist das Risiko für Badeunfälle im Sommer geringer. // Bildcredits: Foto von piratedea auf Unsplash

Freibad in Kirchdorf an der Krems: Öffnet, aber fährt finanzielle Verluste ein

In Kirchdorf an der Krems ist das Freibad aktuell nicht von einer Schließung betroffen. Es entsteht aber in der Bezirkshauptstadt jedes Jahr ein erheblicher finanzieller Verlust durch den Betrieb des Bades. Das erzählt Bürgermeister Markus Ringhofer (SPÖ) der NeueZeit. Neben Familien, sind vor allem auch Schulklassen häufige Gäste im Bad. Denn Schwimmen will früh gelernt sein! 

Das Freibad in Kirchdorf. Bildcredits: Gemeinde Kirchdorf

„Freibäder sind wichtige Freizeit- und Gesundheitseinrichtungen. Und das wollen wir den Menschen auch weiterhin ermöglichen,“ SPÖ- Bürgermeister Markus Ringhofer von Kirchdorf an der Krems

Dass der Freibad-Besuch in Gefahr ist, zeigen aber leider auch andere Beispiele, wie etwa die Städte Eferding oder Ried im Innkreis.

Eingeschränkte Öffnungszeiten in Eferding, weniger Bademeister in Ried im Innkreis!

Eferding befindet sich bereits im Härteausgleich des Landes und muss daher wegen hoher Kosten die Öffnungszeiten einschränken und die Eintrittspreise erhöhen. Ein Schritt, der zu reduzierten Einnahmen führt. Ried im Innkreis geht einen anderen Weg, um Kosten zu sparen. Die Gemeinde schließt das Bad zwar nicht, aber reduziert die Zahl der Bademeister:innen. Einsparen auf Kosten  der Sicherheit der Badegäste und vor allem der Kleinsten? Eine Entwicklung, die besorgniserregend ist. 

14,4 Mio. Euro: Ried im Innkreis muss fast ein Drittel seines Budgets an’s Land Oberösterreich abgeben

Grieskirchner Bad bleibt offen, ungewisse Zukunft für Braunauer Bad ab 2026

In Grieskirchen ist trotz angespannter Lage der Betrieb noch nicht akut gefährdet. Für SPÖ-Landtagsabgeordneten und Stadtrat in Grieskirchen Thomas Antlinger stellen Schwimmbäder nicht nur einen Ort der Abkühlung, sondern eine bedeutende Sicherheitseinrichtung dar. In einem Land mit vielen Gewässern sollten alle Menschen – vor allem Kinder – schwimmen lernen können.

„Angesichts tragischer Badeunfälle jedes Jahr ist es entscheidend, dass alle Kinder schwimmen lernen können“, so Thomas Antlinger.

Auch Braunau am Inn hat in der Vergangenheit große Summen in ihr Bad investiert. Die Bezirkshauptstadt hat die Energieeffizienz erhöht und will es so langfristig zukunftsfit halten. Ab 2026 droht jedoch auch der Stadt im Innviertel der Härteausgleich und damit eine ungewisse Zukunft ihres Freibades.

Privatisierung des Gemeindebades in Natternbach

Trotz zahlreicher Bemühungen aller Gemeinderatsfraktionen konnte Natternbach das 45 Jahre alte Freibad nicht sanieren. Seitens des Landes OÖ herrschte keine umfassende Bereitschaft hier nachzuhelfen. Die Gemeinde hat es an die private Firma IKUNA verkauft, die ein „Badeerlebniszentrum“ plant. 

Wir erinnern uns: Schwarz-Blau hat die Gemeindeabgaben so stark erhöht, dass noch heuer 50 Prozent aller Gemeinden ihr Budget nicht mehr alleine stemmen können. Auch wenn es derzeit noch einige Freibäder in Oberösterreich zum Abkühlen gibt, wenn weitere Schließungen bevorstehen, müssen viele Kids und Erwachsene möglicherweise bald auf dem Trockenen sitzen bleiben.

Michael Fuerthaller

Share
Veröffentlicht von
Michael Fuerthaller
Tags: Abgangsgemeinde Braunau am Inn Freibad Gemeindefinanzen Grieskirchen Kirchdorf an der Krems Natternbach Ried im Innkreis Schließungen SPÖ Thomas Antlinger

Ähnliche Artikel

  • Oberösterreich

Wohnbau: Lässt Oberösterreich fast 75 Mio. Euro liegen?

Die Bauwirtschaft kämpft mit einer anhaltenden Hochbau-Flaute, gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren Mietwohnungen. Genau…

28. Januar 2026
  • Advertorial

Hergovich/Weninger: „Unser Druck hat zur EVN-Senkung geführt – Entlastung muss SOFORT kommen!“

Die SPÖ Niederösterreich präsentiert bei der heutigen Pressekonferenz den Energieschwerpunkt ihres „NÖ-Plans“.  Dabei im Fokus:…

27. Januar 2026
  • Sicherheit

Generation Offline: Kommt jetzt Social Media-Verbot für alle unter 15 Jahre?

In Australien ist die digitale Sperrstunde für Unter-16-Jährige bereits Realität. Während dort Millionen Accounts gelöscht…

23. Januar 2026
  • Niederösterreich

„Wer den LUP blockiert, blockiert St. Pölten“

In St. Pölten wird diese Woche gewählt. Gleichzeitig steht die Zukunft des städtischen Bussystems LUP…

23. Januar 2026
  • Oberösterreich

OP-Wartezeiten in Oberösterreich verdoppelt

Die Wartezeiten auf Knie- und Hüftoperationen haben sich in Oberösterreich innerhalb von nur vier Jahren…

23. Januar 2026
  • Gesellschaft

Leihen statt kaufen – die Borgerei in Traiskirchen macht’s vor!

In der Stadtbibliothek Traiskirchen werden längst nicht nur Bücher verliehen: Seit 2022 kann man sich…

22. Januar 2026