Steiermark

Gewalt gegen Frauen: Steiermark hilft mit Wohnungen für Frauen & Kinder

Jede fünfte Frau wird zumindest einmal im Leben Opfer von Gewalt. Jetzt unterstützt die Steiermark gewaltbetroffene Frauen und Kinder erstmals mit sogenannten Übergangswohnungen. Dort können Betroffene bis zu einem Jahr lang leben, um sich abseits der Gewalt ein neues Leben aufzubauen.

Österreich ist das einzige Land in der EU, in dem jährlich mehr Frauen als Männer ermordet werden. Im Durchschnitt verüben hierzulande drei Männer pro Monat einen Mord an Frauen. Und jede fünfte Frau wird zumindest einmal im Leben Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt.

„Gewalt gegen Frauen ist eine der hässlichsten Seiten unserer Zeit“, sagt Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ). Das Land Steiermark eröffnet erstmals Übergangswohnungen für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind. Dort können Betroffenen bis zu ein Jahr lang leben, um sich abseits der Gewalt ein neues Leben aufzubauen.

„Hinschauen statt Wegschauen ist eine Aufgabe für uns alle, weil Gewalt niemals Privatsache ist“, sagt Landesrätin Kampus.

„Gewalt stoppen! Frauen stärken!“ Marina Sorgo vom Gewaltschutzzentrum, die Landesrätinnen Juliane Bogner-Strauß und Doris Kampus sowie Michela Gosch von den Frauenhäusern Steiermark (von links) präsentieren die neuen Übergangswohnungen. // Bild: Peter Drechsler

Gewalt gegen Frauen: Steiermark eröffnet 5 Übergangswohnungen

In den steirischen Frauenhäusern werden rund 200 Frauen und 200 Kinder pro Jahr betreut. Zum ersten Mal bietet das Sozialressort des Landes Frauen in der Krise jetzt eine neue Möglichkeit: Sie können mit ihren Kindern sogenannte Übergangswohnungen in Graz beziehen.

Die fünf neuen Wohnungen sind unterschiedlich groß, aber alle komplett eingerichtet und bezugsfertig. Bis zu einem Jahr lang können Frauen die Wohnungen nutzen und sich ein neues Leben aufbauen. Unterstütz werden sie dabei vom Verein Frauenhäuser Steiermark.

Job-Projekt hilft Frauen beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt

„Raus aus der Krise, Rückkehr in ein sicheres und normales Leben ist das Ziel. Ein eigenes Einkommen und leistbarer Wohnraum sind dafür sehr wichtig“, sagt Soziallandesrätin Kampus und verweist damit auf die hohe Zahl an Gewaltopfern, die aus wirtschaftlichen Gründen wieder zu ihrem gewalttägigen Partner zurückkehren. Kampus: „Diesen Kreislauf müssen wir unterbrechen.“

Das soll auch mit einem zweiten Projekt gelingen: Land, Gewaltschutzzentrum und AMS starten mit „Perspektive:Arbeit“ eine Initiative, die von Gewalt betroffenen Frauen den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt ermöglichen soll.

Das Projekt richtet sich an Frauen und Mädchen ab 15 Jahren. „Ziel ist es, gewaltbetroffene Frauen auf dem Weg in eine wirtschaftliche, soziale und persönliche Unabhängigkeit zu unterstützen“, sagt Marina Sorgo, Leiterin des Gewaltschutzzentrums. Das Projekt unterstützt Frauen individuell bis hin zur Kinderbetreuung während Bewerbungen.

NeueZeit Redaktion

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