Fesch - die begrünten Hängematten hängen bisher nur in Valladolid - einer spanischen Stadt - doch bald könnten sie auch für andere europäische Städte interessant werden. // Bildcredits: Jordi Serramia Ruiz
„Begrünte Hängematten“ könnten in Zukunft unsere Städte auf eine erträgliche Temperatur herunter kühlen. Die überdimensional großen Sonnensegel sind mit Blümchen bepflanzt, spenden Schatten und sorgen für eine frische Luft. Die spanische Stadt Valladolid hat 1200m² der innovativen Hängematten über den Straßen montiert. Das Konzept könnte sich bald auch in anderen Städten durchsetzen.
Die grünen Sonnensegel spenden Schatten und verbessern die Luftqualität. In überdimensional großen „Hängematten“-Konstruktionen pflanzt das spanische Unternehmen „Singular Green“, mit Sitz in Alicante, Moose und Blumen ein. Diese Hängematten, die zwischen den Gassen aufgehängt werden können, filtern die Luft von CO2 und sorgen in Städten für ein angenehmes Klima. Die innovative Konstruktion spendet nicht nur Schatten, sie gibt auch Feuchtigkeit an die Luft ab – und sorgt so für einen doppelten Kühleffekt.
Ein Quadratmeter dieser Pflanzen soll laut Hersteller den Sauerstoffbedarf einer Person pro Jahr decken können. Umgerechnet wäre das die Leistung von 112 Klimaanlagen pro Quadratmeter. Ein komplexes System aus Rohren versorgt die begrünten Hängematten an trockenen Tagen mit ausreichend Wasser. Dabei hängt der Hersteller die begrünten Segel schräg auf, wobei ein Rohr am oberen Ende zur Wasserversorgung dient und ein zentrales Rohr am unteren Ende überschüssiges Wasser wieder auffängt. Das aufgefangene Wasser kann dann in den Kreislauf zurückfließen. So wird auch noch Wasser gespart – grüner geht’s fast nicht mehr. Oder doch? Die „Green shades“ helfen nämlich auch gegen den Stadtlärm. Der Stoff, auf dem die Pflänzchen wuchern, dämpft die Schallwellen.
Die Sommer-Hitze ist vor allem in den Städten bemerkbar. Während die Luft am Land nachts merklich abkühlt, ist das im Betondschungel oft nicht der Fall. Die asphaltierten Straßen und Häuserblöcke speichern die Hitze und strahlen dann auch nachts Wärme aus. Man spricht auch von einem „städtischen Wärmeinsel Effekt“. Der führt dann wiederum tagsüber zu noch höheren Temperaturen. Damit die Hitze nicht zu extrem wird, müssen Lösungen her. Das Potential für die grünen Hängematten wäre auch für enge Gasserl in österreichischen Städten sehr vielversprechend.
Bäume sind ebenfalls eine gute Lösung, um die Temperaturen auf den Straßen und in den Innenhöfen von Wohnsiedlungen erträglicher zu machen. Aber nicht überall kann man Bäume pflanzen. Außerdem brauchen Bäume unzählige Jahre, um eine Größe zu erreichen, bei der sie auch genügend Schatten spenden. Die grünen Sonnensegel aus Spanien könnten hier schneller Abhilfe verschaffen.
Eine Strategie gegen Bodenversiegelung, wie von ÖVP und Grünen seit Jahren versprochen, könnte die Temperaturen in Zukunft verringern. Allerdings ist diese Strategie erst im Juni in d en Sand, oder eher „in den Beton“, gesetzt worden. Landwirtschaftsminister Totschnig (ÖVP) ist vorerst gescheitert. Und kann sich nun erstmal weiterhin den Kopf darüber zerbrechen, wie viel wertvolle Grünfläche Österreich tagtäglich zubetoniert. Nämlich 11,3 Hektar. Fruchtbares Grünland, bunte Wiesen und kühlende Wälder. Deren Bestehen zu sichern, wäre im Kampf gegen die heißen Sommer zentral gewesen.
Wenn die aktuelle Bundesregierung keine Lösungen liefert, dann muss wohl die Wissenschaft ran. Während die Klimakrise die Temperaturen von Rekord zu Rekord treibt, stehen viele Städte in Österreich ohne Hitzekonzept da. Bäume pflanzen allein reicht da nicht aus. Neben den grünen Sonnensegeln gibt es auch einen Entwurf der Universität für Bodenkultur (BOKU).
Bepflanzte und 25 Quadratmeter große Würfel, auch Klimainseln genannt, sollen jetzt in Wien zum Einsatz kommen. Bis Jänner 2024 befinden sich die Konstruktionen noch in der Pionierphase, ein erstes Modell steht derweil in Traun (OÖ).
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