Ohne durchdachten Hochwasserschutz wäre Wien in den letzten 20 Jahren schon mehrmals unter Wasser gestanden - und hätte keine Donauinsel.
Hochwasser und extremer Regen werden immer häufiger. Wien setzt deshalb auf ausgeklügelten Schutz gegen Überflutungen: intelligente Kanalsteuerung, riesige unterirdische Pufferbecken und nicht zuletzt die Neue Donau. Ohne sie wäre Wien in den letzten 20 Jahren schon mehrmals unter Wasser gestanden. Beim Hochwasserschutz achtet die Stadt möglichst auf Natur und Lebensqualität. Die Wiener ÖVP ist zuverlässig dagegen – bis das Hochwasser kommt.
Die letzten Tage haben erneut gezeigt, wie wichtig Hochwasserschutz ist. Der Klimawandel führt immer öfter zu Starkregen und Überflutungen. Wien ist gut vorbereitet: Ein durchdachtes Sicherheitsnetz aus intelligenter Kanalsteuerung und Auffangbecken kann Starkregen „verdauen“. Wenn alle Stricke reißen und die Donau Hochwasser führt, hat die Stadt eine Notbremse: die Neue Donau. Dieses Entlastungsgerinne hat die Stadt allein in den letzten 20 Jahren schon vor zwei „Jahrhunderthochwassern“ gerettet. Die ÖVP wollte es um jeden Preis verhindern.
„Ohne die Donauinsel würden vermutlich bereits weite Teile der Leopoldstadt, der Brigittenau, Floridsdorfs und der Donaustadt meterhoch unter Wasser stehen.“ Das schrieb das Nachrichtenmagazin Profil während des „Jahrhunderthochwassers“ 2013. Das Entlastungsgerinne, die Neue Donau, bewahrte Wien schon zum zweiten Mal seit der Jahrtausendwende vor einer Katastrophe.
1973 war Spatenstich für das Megaprojekt. Die Wiener ÖVP und Kronen Zeitung tobten. Aus Protest beendete die Stadt-ÖVP sogar die Koalition mit der SPÖ im Gemeinderat. Laut ihr hatte „die Stadt Wien dringendere Aufgaben zu lösen“. Währenddessen prognostizierte die Kronen Zeitung eine „trost- und fantasielos angelegte Insel ohne Menschen“. Fast während des gesamten Baus schossen ÖVP, Krone und Bürgerinitiativen bei jeder Gelegenheit quer.
In der Neuen Donau gibt es drei Wehranlagen. Also vereinfacht gesagt: Schleusen. Die erste davon in Langenzersdorf trennt das Entlastungsgerinne von der Donau. Normalerweise ist es verschlossen, die Neue Donau also ein stehendes Gewässer. Erst bei Hochwasser leitet die Stadt Wien bei Langenzerdsorf und leitet Wasser aus der Donau in die Neue Donau um. Die beiden anderen Wehranlagen regulieren den Wasserfluss in und den Abfluss aus dem Entlastungsgerinne.
Wassermassen, die sonst Teile Wiens überfluten würden, können so in die Neue Donau ausweichen. Deshalb gilt bei Hochwasser auch Badeverbot. Einerseits gelangt verschmutztes Wasser aus der Donau in die Neue Donau. Andererseits ist die Neue Donau dann auf einmal ein Fluss mit starker Strömung.
Obwohl Neue Donau und Donauinsel erst 1988 endgültig fertig waren, entwickelte sich „die Insel“ schon ab den frühen 1980ern zu einem der liebsten Plätze der Wienerinnen und Wiener. 1984 fand dann das erste Donauinselfest statt. Bald konnte sich keine und keiner mehr Wien ohne die Donauinsel vorstellen. Nach und nach verstummte die Kritik aus der Wiener ÖVP.
Nach dem ersten Jahrhunderthochwasser der letzten 20 Jahre 2002 räumte selbst der damalige ÖVP-Wien-Obmann und einstige Gegner des Projekts Alfred Finz ein: man könne froh sein, dass sich die SPÖ durchgesetzt hat. „Die Donauinsel ist eine gute Sache“, bekannte er.
Eines ist jetzt schon sicher: Auch das Hochwasser 2013 wird den Titel „Jahrhunderthochwasser“ wohl früher abgeben müssen, als allen lieb ist. Und auch zwischen diesen Naturkatastrophen wird extremer Regen immer häufiger. Deshalb hat Wien weiter in durchdachten Hochwasserschutz investiert.
Die Kanalisation der Stadt bietet deshalb genug Reserven. „Normale“ Regengüsse und Gewitter kann sie aufnehmen. Außerdem wird das Wasser innerhalb des Wiener Kanaletzes intelligent gesteuert. Regnet es in einem Teil der Stadt besonders stark, wird Wasser von dort in weniger ausgelastete Teile des Kanals geleitet. Viele Überflutungen verhindert Wien bereits dadurch.
Wenn das nicht mehr reicht, stehen fünf riesige unterirdische Speicherbecken als Puffer bereit. Allein sie fassen bis zu 210 Millionen Liter Wasser. Zum Beispiel 30 Meter unter dem ersten Bezirk, unter einer Streuobstwiese in Liesing, oder unter einem Sportplatz in Simmering. Durch riesige Rohre werden die Wassermassen dorthin geleitet. Insgesamt kann das Wiener Kanalnetz eine halbe Milliarde Liter Wasser aufnehmen.
Oft merken es die Wienerinnen und Wiener deshalb nicht einmal, wenn Unwetter ohne Hochwasserschutz zu Überschwemmungen führen würden. Die Wassermassen werden unterirdisch abgefangen. Erst bei wirklich extremen Hochwasserständen der Donau zieht Wien seinen Joker und öffnet die Schleusen zur Neuen Donau.
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