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Studie: Beim Kassenarzt wartet man bis zu 13-mal länger als beim Wahlarzt

(c) Unsplash

Wer in Österreich rasch einen Arzttermin will, muss zahlen. Wer auf das Kassensystem angewiesen ist, wartet oft wochen- oder monatelang. Eine aktuelle Studie zeigt nun: Beim Kassenarzt warten Patient:innen bis zu 13-mal länger auf einen Facharzttermin als beim Wahlarzt.

Die Untersuchung basiert auf 1.591 Mystery-Anfragen bei Ärzt:innen in ganz Österreich und wurde Ende 2025/Anfang 2026 vom Portal krankenversichern.at durchgeführt. Verglichen wurden Wartezeiten auf Facharzttermine bei Kassen- und Wahlärzt:innen. Das Ergebnis: Termine beim Wahlarzt werden häufig innerhalb weniger Tage vergeben, während Kassenpatient:innen je nach Fachrichtung mehrere Wochen oder Monate warten müssen.

Massive Unterschiede je nach Fachrichtung

Besonders groß sind die Differenzen etwa in der Orthopädie oder Psychiatrie. Über alle untersuchten Fachrichtungen hinweg zeigt sich ein klarer Trend: Privat geht deutlich schneller. Im Extremfall bis zu 13-mal schneller als im Kassensystem.

Studie
Das Portal krankenversichern.at hat die Wartezeiten bei Fachärzt:innen in Österreich analysiert. (c) krankenversichern.at

Für SPÖ-Gesundheitssprecher Rudolf Silvan bestätigt die Studie eine massive Schieflage im österreichischen Gesundheitssystem. Die Verantwortung liege nicht bei den Beschäftigten, sondern bei politischen Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre, die die Zwei-Klassen-Medizin verschärft hätten, so Silvan.

Mehr Geld. Notfalls auch mit Verpflichtungen

Die SPÖ betont, trotz Spardrucks keine Kürzungen im Gesundheitsbereich vorzunehmen. Mit dem Gesundheitsreformfonds stehen 500 Millionen Euro jährlich zusätzlich für das öffentliche Gesundheitssystem zur Verfügung. Sollten die Wartezeiten dennoch hoch bleiben, schließt die SPÖ weitere Schritte nicht aus – von freiwilligen bis hin zu verpflichtenden Anteilen von Kassenpatient:innen bei Privatärzt:innen. Silvan abschließend:

 Es geht nicht um die, die sich den besten Doktor und die teuerste Versicherung leisten können. Es geht darum, allen, die Krankenbeiträge zahlen, jene öffentliche Versorgung zurückzuerkämpfen, die sie verdienen. Es muss wieder die E-Card und nicht die Kreditkarte zählen.

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