Steiermark

3.500 Hektar Natur: Das Lassingtal wird zum ersten geschützten Wildnisgebiet der Steiermark

In der Obersteiermark befindet sich ein ganz besonders Naturjuwel. Das Lassingtal, das seit der jüngsten Eiszeit von menschlichen Einflüssen weitgehend unberührt blieb. Damit ist es einer der letzten Lebensräume Österreichs, die in ihrem Ursprungszustand erhalten sind. Um das Lassingtal in der Steiermark für künftige Generationen zu erhalten, will es Umweltlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) zum Wildnisgebiet erklären. Die einzigartige Naturlandschaft wird so dauerhaft geschützt.

Lassingtal Steiermark: 3.500 Hektar unberührte Natur

Das Lassingtal in der Steiermark erstreckt sich über 3.500 Hektar. // Bild: Österreichische Bundesforste

 

Zwischen den obersteirischen Gemeinden Landl und Wildalpen erstreckt sich auf 3.500 Hektar das Lassingtal. Entlang des weitgehend unregulierten Lassingbachs entstand über Jahrtausende eine einzigartige Pflanzenwelt.

Dort leben auch viele alpine Tierarten, die sonst fast ausgestorben sind. Dazu zählen unter anderem Luchs, Steinadler, Habichtskauz und Alpensalamander. Im Unterschied zu vielen ihrer anderen Siedlungsgebiete wurde die Natur im Lassingtal nicht vom Menschen zurückgedrängt.

Damit das auch so bleibt, setzt sich die steirische Landesregierung seit Oktober 2015 dafür ein, das Naturjuwel zu einem sogenannten Wildnisgebiet zu machen. Damit wird der Schutz des Lassingtals garantiert. Das Betreten des Gebiets ist dann nämlich für Menschen bis auf wenige Ausnahmen verboten.

Das angrenzende Dürrenstein ist bereits als Wildnisgebiet geschützt

Im Norden geht das Lassingtal ins niederösterreichische Wildnisgebiet Dürrenstein über. Diese Landschaft unterscheidet sich nicht wesentlich von der Gegend rund um den Lassingbach. 2003 erhielt Dürrenstein als erste österreichische Landschaft den Status eines Wildnisgebiets. Mittlerweile erstreckt es sich über 3.500 Hektar.

2017 hat die UNESCO den niederösterreichischen Landstrich als Teil der „Alten Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ zum einzigen Weltnaturerbe Österreichs erklärt. Am Rande der Landschaft befindet sich das „Haus der Wildnis“. Dieses vor wenigen Tagen eröffnete Museum zählt zu den größten Touristenattraktionen des südlichen Mostviertels. Dort kann man die unberührte Naturlandschaft Dürrenstein unter anderem mit Hilfe von modernster Virtual-Reality-Technologie erleben. Natur und Technik finden so zusammen.

Das Lassingtal Steiermark als regionaler Motor

Jetzt will Umweltlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) das Naturgebiet Dürrenstein um das steirische Lassingtal erweitern. Dadurch würde sich die Fläche des Naturjuwels auf insgesamt 7.000 Hektar erhöhen. Im April fand ein virtueller Bürgerabend statt, der die Bewohnerinnen und Bewohner der Region auf den neuesten Stand brachte.

Neben der Politik sprachen sich auch Bundesforste und Zivilgesellschaft für die Umwandlung zum Wildnisgebiet aus. Landesrätin Lackner bezeichnet das Projekt „als Vermächtnis für die nächste Generation“.

Das Wildnisgebiet soll nicht nur seltene Arten sichern, sondern auch den sanften Tourismus in der Obersteiermark fördern. In erster Linie bleibt der nachhaltige Schutz des Lassingtals aber ein umweltpolitischer Meilenstein. Durch die Erhebung zum Wildnisgebiet wäre es die erste Landschaft dieser Art in der Steiermark.

In ganz Österreich gibt es nur drei Wildnisgebiete. Bis sich das Lassingtal dazu zählen kann, sind nur noch Formalitäten zu klären. Aktuell befindet sich die dafür notwendige Naturschutzverordnung des Landes Steiermark noch in der Begutachtungsphase. Spätestens im Herbst sollte das Wildnisgebiet Lassingtal jedoch Realität werden. Die Steiermark würde damit ihrer Funktion als grünes Herz Österreichs einmal mehr gerecht.

Martin Amschl

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