Niederösterreich

Ein Viertel der Patienten können in NÖ nicht behandelt werden – trotzdem schlägt Geheimpapier vor 4 Spitäler zu schließen

Ein geleaktes „Expertenpapier“ der Landesgesundheitsorganisation (LGA) in Niederösterreich schlägt vor, vier Spitalsstandorte zu schließen. Davon betroffen wären Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau. Außerdem wolle man laut des Papiers die Akutversorgung kürzen und stattdessen Primärversorgungszentren und Zusammenlegungen von Standorten forcieren. Das scheint fragwürdig, denn schon jetzt müssen 25 Prozent der Patienten von anderen Bundesländern behandelt werden.

Das letzte Woche durch die Kronen Zeitung geleakte Arbeitspapier des Expertenrats der LGA Niederösterreich sorgt für politische Verstimmungen. Der Plan der LGA sieht die Auflassung der Kliniken Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau vor. Die Opposition warnt, dass bei solchen Standortschließungen die Anreisewege für Patientinnen und Patienten deutlich länger dauern. Auch bei den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern sorgen die möglichen Sparmaßnahmen für Kopfschütteln. Besonders, wenn man das Bürokratiemonster LGA genauer betrachtet.

„Niederösterreich kann derzeit nur 75 Prozent aller Patienten im Bundesland versorgen. Wir sollten daher die Versorgung ausbauen und nicht sparen“, so Sven Hergovich (SPÖ) in der ZiB 2.

Waldviertel: Spitäler in Tschechien sind näher als in Österreich

Die Schließungen der Standorte würden für manche der Regionen einen Kahlschlag in der Gesundheitsversorgung bedeuten. Auf Anfrage der NeueZeit, ob es im Falle der Spitalsschließungen zum Verlust von Arbeitsplätzen kommen würde, verneint die LGA. Weiter verweist die Gesundheitsagentur auf den Umstand, dass es sich bei dem geleakten Papier um Vorschläge „fragwürdigen Alters“ handelt – dementiert die Vorschläge aber nicht.

Folgende Änderungen sieht der Vorschlag der LGA vor: Bildcredits: Screenshot
https://www.lknoe.at/kliniken

„Sparen im System“ heißt in Niederösterreich: Spitäler schließen statt in der Verwaltung

„Sparen im System“ wurde von Schwarz und Blau noch im Wahlkampf 2017 skandiert. Aus der damals versprochenen und gebrochenen „Patientenmilliarde“ wurde nichts außer ein Marketing-Gag mit 215 Millionen Euro Mehrkosten für den Steuerzahler. Sparpotenziale werden statt beim Bürokratiemonster LGA lieber direkt bei den Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern gesucht. So sparte Schwarz-Blau in NÖ in den vergangenen Monaten unter anderem die HNO Mistelbach und die Geburtenstation Waidhofen ein.

Bei FPÖ Sieg droht Ähnliches in der Steiermark

Auch in der Steiermark zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Bei der bevorstehenden Landtagswahl im November sendet die FPÖ Steiermark widersprüchliche Signale. „Einerseits stellt sie sich populistisch gegen das von Experten empfohlene und zukunftsweisende Leitspital in Liezen, andererseits nennt sie die Niederösterreichische Landesregierung als Vorbild für die Steiermark. Diese Widersprüchlichkeit sollte allen Steirerinnen und Steirern zu denken geben“, mahnt Hannes Schwarz, Klubobmann der SPÖ Steiermark.

NeueZeit Redaktion

Share
Veröffentlicht von
NeueZeit Redaktion
Tags: featured FPÖ Gesundheitsversorgung Johanna Mikl-Leitner Niederösterreich ÖVP SPÖ Sven Hergovich Udo Landbauer

Ähnliche Artikel

  • Niederösterreich

Niederösterreich: Gesundheitsplan 2040+ ist da, alles Wichtige hier

Der neue Gesundheitsplan 2040+ für Niederösterreich ist da. Das hat der Landtag fast einstimmig beschlossen.…

2. April 2025
  • Österreich

Pflegeregress vor Comeback? Will ÖVP-Bürgermeister wieder ans Privatvermögen? – Kritik wächst

Wer heute ins Pflegeheim muss, muss nicht mehr fürchten, Haus oder Erspartes zu verlieren –…

31. März 2025
  • Kärnten

Gefahr im Netz: Handyführerschein soll Cybermobbing bekämpfen

Ein Navi im Netz - das soll der neue Handführerschein für Kinder und Jugendliche sein.…

28. März 2025
  • Gesellschaft

„Letzte Runde?“ – Wie Österreichs Wirtshauskultur am Leben bleibt!

Österreichs Wirtshauskultur steckt in der Krise: Immer mehr Gemeinden verlieren ihren letzten Treffpunkt, immer mehr…

28. März 2025
  • Fokus Arbeit

Das bringt dir eine Arbeitsstiftung: Vier Jahre unterstützte Jobsuche und Zeit für berufliche Umorientierung

Wenn Unternehmen zusperren, stehen die Arbeiter:innen vor dem Nichts - außer es gibt eine Arbeitsstiftung.…

27. März 2025
  • Wien

Kurios! Frau verklagt in Favoriten jahrelang Falschparker, obwohl sie gar nicht falsch parkten

Fast 400 Euro fürs „Falschparken”? Eine Wienerin verschickte jahrelang Klagsdrohungen und Geldforderungen gegen Autobesitzerinnen –…

27. März 2025