Fotos der Montage: Jan Zappner/Creative Commons Attribution-Share Alika 2.0 Generic license & BKA/Dragan Tatic
Viele Studierende haben durch die Krise ihre Jobs in der Gastronomie oder im Tourismus verloren. Weil sie oft nur geringfügig angestellt waren, greifen Corona-Maßnahmen wie die Kurzarbeit für sie nicht. Statt Unterstützung gab es von der Bundesregierung aber nur Verschärfungen.
Was hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr eigentlich gearbeitet? Das fragen sich derzeit wohl viele – auch Studentinnen und Studenten. Wegen der Corona-Krise gingen klassische Studi-Jobs in der Gastronomie oder im Tourismus verloren. 45% der Studierenden gaben im Vorjahr an, dass die Corona-Pandemie sie finanziell in Mitleidenschaft zieht.
„Die klassische Studierendenrealität lautete: Wer studieren will, muss arbeiten, um sich das leisten zu können. Die Krise hat die meisten Studi-Jobs aber wegradiert“, sagt Sara Velic vom Verband Sozialistischer Student_innen (VSStÖ). Das heiße im Klartext in der Krise:
„Hast du keine reichen Eltern, die finanziell einspringen können, hast du Pech gehabt.“
Insgesamt 65% der Studierenden sind neben ihrer Ausbildung berufstätig, viele haben durch die Pandemie aber ihren Job als Kellner, Rezeptionistin oder Babysitter verloren. Die Corona-Hilfsgelder der Regierung kommen nur selten an, denn die Kurzarbeit gilt für geringfügig Beschäftigte und damit viele Studenten nicht.
Weil von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) keine Unterstützung kam, wurden die Studenten selbst aktiv: Die Studierenden-Vertretung ÖH installierte einen Härtefonds für ihre Kolleginnen und Kollegen. Insgesamt 1,05 Millionen Euro wurden so an Studierende ausgeschüttet, die wegen der Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Pro Person betrug die Unterstützung maximal 800 Euro, in Ausnahmefällen bis zu 1.000 Euro.
80% der Hilfsgelder stammen aus dem ÖH-Budget, mussten die Studierenden also selbst zahlen. Die Regierung finanzierte nur 20% der Corona-Hilfe für Studis.
Auch abgesehen davon machte sich Türkis-Grün unter Studierenden wenig beliebt. Während für die Schule in der Corona-Krise das Motto „Milde“ in der Benotung ausgegeben wurde, fährt die Regierung auf der Uni mit noch mehr Härte auf. Im März beschlossen ÖVP und Grüne ein neues Universitäts-Gesetz. Künftig müssen Studierende pro Jahr und Studium Prüfungen im Ausmaß von mindestens 12 ECTS-Punkten ablegen. Wer das nicht schafft, wird für zwei Jahre gesperrt.
Das setzt vor allem jene Studierende unter Druck, die nebenbei arbeiten müssen, um Miete und Studienkosten bezahlen zu können. Dabei haben Regierungsspitzen wie Bundeskanzler Sebastian Kurz oder die Grüne Klubobfrau Sigrid Maurer selbst länger zum Studieren gebraucht.
Die rote Studierendenorganisation VSStÖ geht mit einem Forderungspaket in die anstehenden ÖH-Wahlen. Denn, so Spitzenkandidatin Sara Velic: „Es kann nicht sein, dass auf Studentinnen und Studenten einfach vergessen wird und sie sich ihre Hilfen selbst bezahlen müssen.“
Velic fordert eine Art Kurzarbeits-Modell für die Uni: Studierende, die ihren geringfügigen Job verloren haben, sollen 90% des entgangenen Einkommens ersetzt bekommen, bis sie wieder Arbeit finden. Für besonders betroffene Studierende soll ein Härtefonds mit 10 Millionen Euro aufgesetzt werde. Und die Verschärfungen im neuen Uni-Gesetz (wer nicht schnell genug studiert, wird gesperrt) will der VSStÖ zurücknehmen.
Die Bauwirtschaft kämpft mit einer anhaltenden Hochbau-Flaute, gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren Mietwohnungen. Genau…
Die SPÖ Niederösterreich präsentiert bei der heutigen Pressekonferenz den Energieschwerpunkt ihres „NÖ-Plans“. Dabei im Fokus:…
In Australien ist die digitale Sperrstunde für Unter-16-Jährige bereits Realität. Während dort Millionen Accounts gelöscht…
In St. Pölten wird diese Woche gewählt. Gleichzeitig steht die Zukunft des städtischen Bussystems LUP…
Die Wartezeiten auf Knie- und Hüftoperationen haben sich in Oberösterreich innerhalb von nur vier Jahren…
In der Stadtbibliothek Traiskirchen werden längst nicht nur Bücher verliehen: Seit 2022 kann man sich…