Burgenland

SPÖ-Politiker schäumt nach „Nein“ zu Gemeinde-Milliarde: „ÖVP sind Städte und Gemeinden egal“

ÖVP und Grüne lehnten im Nationalrat die zusätzliche „Gemeindemilliarde“ ab. Dabei würden die Kommunen zusätzliches Geld dringend brauchen – denn jede zweite Gemeinde ist in Österreich heuer eine sogenannte Abgangs- oder „Pleitegemeinde“. Für Erich Trummer, Präsident der burgenländischen Gemeindevertreter:innen zeigt das einmal mehr: „Die Städte und Gemeinden sind der ÖVP egal!“

Eigentlich hätten die Nationalräte der SPÖ Abgeordneten fest damit gerechnet, dass der Nationalrat ihren „Antrag für eine zusätzliche Gemeindemilliarde“ im Nationalrat annimmt. Doch die wurde türkis-grünen nutzte ihre Regierungsmehrheit im Nationalrat aus und lehnte den Vorschlag ab. Damit stehen die österreichischen Gemeinden und Städte einmal mehr mit leeren Händen da. GVV-Präsident aus dem Burgenland Erich Trummer schäumt:

„Ich kann die Ablehnung der Bundesregierung für das dringend erforderliche Gemeindehilfspaket nicht akzeptieren, da wir erst im Februar im stark ÖVP-dominierten Bundesvorstand des Österreichischen Gemeindebundes genau diese Forderung mit einer Resolution EINSTIMMIG beschlossen haben! Hier hätte ich mir schon auch etwas mehr Durchsetzungskraft des neuen ÖVP-Präsidenten erwartet!“

Doppelgleisig: Im Gemeindebund stimmt ÖVP für Gemeindemilliarde, im Nationalrat blockiert sie

Um das Überleben der Gemeinden in ganz Österreich zu sichern, kamen die verschiedensten Regierungs- und Gemeindevertreter:innen in den letzten Monaten immer wieder zusammen. Der Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern sei laut Trummer zwar besser ausgefallen als in den Vorjahren. Doch reichen würde das Geld für viele Kommunen in Österreich bei weitem nicht.

Daher hat die SPÖ im Nationalrat einen Antrag gemäß des vom KDZ, dem Zentrum für Verwaltungsforschung errechneten „Fehlbetrages“ für eine Gemeindemilliarde gestellt. Warum die türkis-grüne Regierungsmehrheit diesen abgelehnt, ist für Trummer unerklärlich. Immerhin sei sie auch Verursacher aufgrund der sinkenden Gemeindeeinnahmen und der massiv gestiegenen Kosten.

Denn für genau diese Forderung, die die ÖVP gemeinsam mit den Grünen jetzt abgelehnt hat, setzte sich erst im Februar der Österreichische Gemeindebund. Und  der ist ja bekanntlich stark ÖVP-dominiert, ein

Bund muss Gemeinden und Städte müssen dringend finanziell unterstützen, sonst droht Kollaps

Der neue ÖVP-Gemeindebundpräsident Johannes Pressl, der dem umstrittenen „Widmungskaiser“ und „Grundstücksdea-Bürgermeister“ Alfred Riedl nachfolgte, meinte noch: „Wir fordern nicht nur, sondern setzen uns aktiv für die optimale Nutzung jedes Steuer-Euros ein“. Dieses Credo dürfte allerdings schon bei der ersten Abstimmung zur Gemeindemilliarde von der ÖVP vergessen worden sein.

Bei der Gemeindemilliarde für alle Städte und Gemeinden hätte Trummer „schon sehr stark den Eindruck hatte, dass diese ein gemeinsamer Wille aller Landespräsidenten und des Bundesvorstandes gewesen sei. Das Nein der ÖVP im Nationalrat sei für ihn daher auch ein Schlag ins Gesicht des Gemeindebundes.

Dem pflichtete auch der Bundesvorsitzende des sozialdemokratischen Gemeindevertreter:innen-Verbandes, Andreas Kollross, bei.

„Die selbsternannte Bürgermeisterpartei ÖVP sollte auf die prekäre finanzielle Situation der Gemeinden eingehen“, vor allem weil „Umlagezahlungen an die Länder gestiegen sind, Lohnabschlüsse im öffentlichen Dienst, höhere Zinskosten und die Inflation Kosten der Gemeinden im ganzen Land erhöhen“.

NeueZeit Redaktion

Ähnliche Artikel

  • Oberösterreich

Wohnbau: Lässt Oberösterreich fast 75 Mio. Euro liegen?

Die Bauwirtschaft kämpft mit einer anhaltenden Hochbau-Flaute, gleichzeitig wächst der Bedarf an leistbaren Mietwohnungen. Genau…

28. Januar 2026
  • Advertorial

Hergovich/Weninger: „Unser Druck hat zur EVN-Senkung geführt – Entlastung muss SOFORT kommen!“

Die SPÖ Niederösterreich präsentiert bei der heutigen Pressekonferenz den Energieschwerpunkt ihres „NÖ-Plans“.  Dabei im Fokus:…

27. Januar 2026
  • Sicherheit

Generation Offline: Kommt jetzt Social Media-Verbot für alle unter 15 Jahre?

In Australien ist die digitale Sperrstunde für Unter-16-Jährige bereits Realität. Während dort Millionen Accounts gelöscht…

23. Januar 2026
  • Niederösterreich

„Wer den LUP blockiert, blockiert St. Pölten“

In St. Pölten wird diese Woche gewählt. Gleichzeitig steht die Zukunft des städtischen Bussystems LUP…

23. Januar 2026
  • Oberösterreich

OP-Wartezeiten in Oberösterreich verdoppelt

Die Wartezeiten auf Knie- und Hüftoperationen haben sich in Oberösterreich innerhalb von nur vier Jahren…

23. Januar 2026
  • Gesellschaft

Leihen statt kaufen – die Borgerei in Traiskirchen macht’s vor!

In der Stadtbibliothek Traiskirchen werden längst nicht nur Bücher verliehen: Seit 2022 kann man sich…

22. Januar 2026