in

Um mehr Menschen in Pflegeberufe zu holen: Kärnten zahlt 450€ Ausbildungsprämie für Pflegekräfte

Die Landesregierung legt ein umfassendes Pflegepaket für Kärnten vor. Angehende Pflegekräfte bekommen künftig 450€ Ausbildungsprämie pro Monat. Für Schülerinnen und Schüler in Pflegeschulen übernimmt das Land zusätzlich das Schulgeld. Und Pflegefachassistenten könnten künftig neben der Ausbildung angestellt und damit finanziell abgesichert werden – das wäre ein österreichweit einzigartiges Modell.

Die erfreuliche Nachricht: Wir werden immer älter. Durch den demografischen Wandel ergibt sich allerdings auch ein gesteigerter Bedarf an Pflegekräften, bis 2030 fehlen österreichweit rund 75.000 Pflegerinnen und Pfleger. Knappe Personalbesetzungen in Heimen und Krankenhäusern sowie lange Arbeitszeiten verschärfen die Belastung für Beschäftigte, dazu kommen auch noch Ausfälle wegen Corona-Quarantäne. Auch Kärnten ist davon betroffen – und reagiert jetzt.

Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) hat ein großes Pflegepaket angekündigt. Der Kern: Finanzielle Anreize, um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen. So übernimmt das Land künftig das Schulgeld für Schülerinnen und Schüler in Pflegeschulen. Und angehenden Pflegekräften zahlt Kärnten in Zukunft 450€ Ausbildungsprämie pro Monat.

„Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Offensivpaket viele zusätzliche und dringend benötigte Pflegekräfte ausbilden können“, sagt Prettner.

Kärnten zahlt 450€ Prämie für Pflegeausbildung

Ab dem kommenden Unterrichtsjahr zahlt das Land allen Auszubildenden eine Prämie von 450€ pro Monat aus. Das gilt für alle drei Ausbildungsformen: die Pflegeassistenz (1-jährige Ausbildung), die Pflegefachassistenz (2 Jahre) sowie diplomiertes Pflegepersonal (3 Jahre). Die Prämie soll für Absolventinnen und Absolventen auch ein Anreiz dafür sein, für den Pflegejob in Kärnten zu bleiben.

Außerdem übernimmt das Land Kärnten künftig das Schulgeld für die rund 1.300 Schülerinnen und Schüler in den Pflegeschulen von Caritas und Diakonie sowie in der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege. Bisher mussten die jungen Menschen in Ausbildung zwischen 700 und 1.600€ Schulgeld pro Jahr zahlen.

100 weitere Vollzeitkräfte für Pflegeheime

Gesundheitsreferentin Prettner prüft derzeit noch eine weitere Option: Pflegefachassistentinnen und Assistenten könnten in Zukunft bereits während ihrer 2-jährigen Ausbildungszeit angestellt und somit finanziell abgesichert werden. Das wäre ein österreichweit einzigartiges Modell. Sollten die rechtlichen Fragen dazu bis September geklärt sein, kann das Anstellungssystem schon mit Beginn des nächsten Schuljahres starten. Die Anstellung würde die 450€-Prämie für die Gruppe der Pflegefachassistenten ersetzen, die in Kärnten als besonders gefragt gelten.

Im Pflegeheimbereich wird die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heuer um 100 weitere Vollzeitkräfte aufgestockt. Rund die Hälfte ist auf die Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 37 Stunden pro Woche zurückzuführen, die seit Jahresbeginn 2022 im Pflegebereich gilt. Das zusätzliche Personal muss bis spätestens 1. April eingestellt sein. Der Rest wird im Zuge einer Novelle der Kärntner Heimverordnung mit einer Änderung des Personalschlüssels realisiert.

„Die Maßnahmen, die wir in Kärnten umsetzen, werden die Pflegeausbildung sehr attraktiv machen“, sagt Prettner. „Damit wollen wir jenen Personalstand sicherstellen, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlastet, der die Dienstzeiten verlässlich macht und der damit die Pflegeversorgung in Summe stärkt.“

Newsletter bestellen

Mit dem Klick auf "Abonnieren" bestätigen Sie die Datenschutzrichtlinien.
Jetzt auch bei Telegram abonnieren!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

22kLikes
1.1kFollow us
1.2kFollower
Abonnieren 
Im beschaulichen Regau in OÖ soll die ganze Familie eines ÖVP-Gemeinderates Corona-Genesungszertifikate gefälscht haben.

Kein Scherz: ÖVP-Gemeinderat aus OÖ fälschte Genesungszertifikat, um Schifahren zu können

Kriege, Katastrophen & Fake News: 9 Tipps für das Lesen von “Breaking News”