Burgenland

Fünf mal gefährlicher als andere Pollen: Burgenland hat das erste Anti-Ragweed-Gesetz

Ragweed quält allergische Menschen jeden Sommer mehr. Das betrifft fast jede und jeden Fünften. Denn seine Pollen sind besonders gefährlich. Gleichzeitig verbreitet sich das Unkraut aus den USA immer stärker in Österreich. Das Burgenland hat nun als erstes Bundesland ein Gesetz zur Bekämpfung von Ragweed beschlossen. Allergikerinnen und Allergiker sollen dadurch aufatmen können.

Fast jede und jeder Fünfte ist allergisch auf Ragweed. Die Blütezeit des Unkrauts ist für sie besonders quälend. Denn es löst deutlich leichter deutlich heftigere Allergien aus, als beispielsweise Gräser. Das Burgenland geht nun auch per Gesetz gegen Ragweed vor.

Ragweed: besonders aggressiv

Ragweed, auf Deutsch: Fetzenkraut, Ambrosia, oder botanisch korrekt das Beifußblättrige Traubenkraut stammt ursprünglich aus den USA. Vor knapp140 Jahren wurde es erstmals in Österreich entdeckt. Seit den 1970er Jahren vermehren sich die Pflanzen rasend in bewohnten Gebieten. Für Allergikerinnen und Allergiker wird das zunehmend zum Problem.

Das Unkraut blüht ab Ende Juli und im August. Ragweed ist fünf Mal gefährlicher als beispielsweise Gräser. Denn es löst besonders leicht allergische Reaktionen aus und die sind besonders heftig. Das Unkraut kann zu klassischem Heuschnupfen führen, aber auch Hautausschläge verursachen.  Und zwar wenn Allergikerinnen und Allergiker seine Pollen entweder einatmet, oder berühren.

Erstes Gesetz gegen Ragweed

Das Burgenland hat nun als erstes Bundesland in Österreich ein Anti-Ragweed-Gesetz. Im Juli hat es der Landtag beschlossen. Zusätzlich zu den bestehenden Meldestellen schreibt das Gesetz vor, wer in Bezirken und Gemeinden für die Bekämpfung des Unkrauts verantwortlich ist. Außerdem verlangt es, das Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer Ragweed auf ihrem Boden vernichten. Natürlich: sie waren auch schon bisher dafür verantwortlich. In Zukunft können sie allerdings auch per Bescheid dazu verfplichtet werden.

Burgenland setzt auf Bewusstseinsbildung

Die Opposition im Burgenland kritisiert, dass das Gesetz keine Strafen vorsieht. Gerhard Karrer war an der Gestaltung des Gesetzes beteiligt. Er ist Botaniker an der Wiener Universität für Bodenkultur und sieht das anders: Bewusstseinsbildung ist für ihn wichtiger, als Strafzahlungen.

Denn allein dass ein eigenes Gesetz existiert, ist ein Meilenstein. Es gibt dem Thema mehr Gewicht. Auch die Diskussion darüber bringt Ragweed ins Bewusstsein der Menschen. Und letztlich ist das für Karrer das Wesentliche. Denn man muss schließlich über das gesundheitsgefährdende Kraut Bescheid wissen, um es „bekämpfen zu können.“

NeueZeit Redaktion

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