Steiermark

Wegen Teuerung: Steiermark unterstützt Sozialmärkte mit 50.000€ für neue Lebensmittel

Die Nachfrage in den steirischen Sozialmärkten ist wegen der Teuerung und dem Krieg in der Ukraine so groß, dass die gespendeten Lebensmittel ausgehen. Deshalb unterstützt die Landesregierung die Sozialmärkte jetzt mit einem „Notfallbudget“ von 50.000€, mit dem die Märkte jene Waren nachkaufen können, die dringend benötigt werden. „Damit erreichen wir zielgerichtet jene Steirerinnen und Steirer, die jeden Euro in ihrer Geldbörse zwei Mal umdrehen müssen“, sagt Soziallandesrätin Doris Kampus.

Je nach Qualität und Marke zahlen Konsumentinnen und Konsumenten für ein viertel Kilo Butter im herkömmlichen Supermarkt schon fast vier Euro! Preise, die vor ein paar Monaten noch undenkbar gewesen wären. Butter ist derzeit um 25,7% teurer als im Vorjahr. Auch Fleisch (+10,7%), Gemüse (+10,1%) oder Brot (+8,2%) haben ordentlich angezogen.

Die Rekord-Teuerung ist – gemeinsam mit dem Krieg in der Ukraine – auch in den Sozialmärkten in der Steiermark angekommen. Weil immer mehr Familien, Alleinerzieher und Pensionistinnen sowie immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine auf günstige Lebensmittel angewiesen sind, werden die Sozialmärkte regelrecht überrannt. Im Vinzimarkt in Graz-Eggenberg kaufen rund 40% mehr Kundinnen und Kunden ein als zuvor. Ins Grazer Marienstüberl kommen täglich um 250 Personen mehr als noch im Vorjahr.

Die Folge: Die Lebensmittelspenden, die die Sozialmärkte vom Handel oder von Unternehmen bekommen und dann günstig an die Kunden weitergeben, reichen nicht mehr aus. Die Regale leeren sich.

Steiermark unterstützt Sozialmärkte mit 2.500€ pro Markt für neue Waren

Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) reagiert jetzt auf die zunehmenden Warnungen der Sozialmarkt-Betreiber. Nach einem Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Märkte unterstützt Kampus 20 steirische Sozialmärkte mit einem „Notfallbudget“ von jeweils 2.500 Euro. Damit können die Sozialmärkte die Lücken bei den Lebensmittelspenden schließen und zukaufen, was fehlt. Insgesamt stellt das Land 50.000 Euro zur Verfügung.

Soziallandesrätin Doris Kampus (Mitte) unterstützt die steirischen Sozialmärkte wie die VinziMärkte (Leiterin Sigrid Wimmer) und die Einrichtungen der Caritas (Leiter Franz Waltl). Vor allem Gemüse und Obst sind gefragt. // Bild: Peter Drechsler

Soziallandesrätin Kampus will die Situation in den kommenden Wochen „genau beobachten“ und allenfalls weitere Unterstützungsmaßnahmen setzen: „Mit den Sozialmärkten erreichen wir zielgerichtet jene Steirerinnen und Steirer, die jeden Euro in ihrer Geldbörse zwei Mal umdrehen müssen.“

Die Verantwortlichen vor Ort sind „erleichtert“. Franz Waltl, Bereichsleiter für Soziale Dienstleistungen bei der Caritas Steiermark, sagt, das Sonderbudget mache die „Planung der Ausgaben leichter und sorgt dafür, dass wir jenen Menschen, denen das Geld für das Nötigste fehlt, weiterhin helfen und mit Lebensmittel versorgen können“.

Brot, Nudeln, Eier und Co um maximal 30% des normalen Preises

Sozialmärkte bekommen ihre Ware von Unternehmen oder dem Handel sowie von Privatpersonen kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Lebensmittel stammen meist aus Überproduktion, weisen leichte Verpackungsschäden auf oder stehen kurz vor dem Ablaufdatum. In den Sozialmärkten werden die aussortierten, aber noch einwandfrei genießbaren Lebensmittel dann zu maximal 30% des Normalpreises weitergegeben.

Zum Einkauf berechtigt sind alle Personen mit einem Einkommen unter 1.050€ pro Monat. Bei zwei Personen im Haushalt steigt die Einkommensgrenze auf 1.550€, für jedes Kind kommen weitere 150€ dazu.

In OÖ müssen Sozialmärkte die Lebensmittel schon rationieren

Auch in anderen Bundesländern schlagen die Sozialmärkte schon länger Alarm. Der SOMA-Markt in Linz muss die Lebensmittel sogar schon rationieren, weil der Ansturm auf die günstigen Eier, Nudeln und Co zu groß ist. Und vor dem Sozialmarkt Freistadt im oberösterreichischen Mühlviertel müssen die Kundinnen und Kunden bis zu zwei Stunden warten, um sich und ihre Familien versorgen zu können.

Anders als in der Steiermark haben die anderen Bundesländer aber noch nicht auf die Hilferufe reagiert.

NeueZeit Redaktion

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