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So geht’s! – Spanien bringt Inflation unter zwei Prozent

“Do schau her!”, könnte man der österreichischen Regierung sagen, denn in Spanien ist die Inflation auf unter 2 Prozent gesunken. In der EU gelten 2 Prozent Inflation als Indiz für eine gesunde Wirtschaft. In Österreich sind wir davon aber weit entfernt: Im Juni lag die Inflation immer noch bei 8 Prozent. Was macht die spanische Regierung, was Türkis-Grün nicht macht?

Während sich die ÖVP in Österreich über eine Inflationsrate von 8 Prozent freut, hat es die linke Regierung in Spanien geschafft, ihre Inflation unter 2 Prozent zu drücken. Im Juni lag sie bei 1,6 Prozent. Das ist deshalb bemerkenswert, weil 2 Prozent Inflation in der Euro-Zone als Ausweis für eine gesunde Wirtschaft gelten.

Bereits im Mai lag Spanien mit einer Inflationsrate von 2,9 Prozent unter den Top 5 Ländern mit der niedrigsten Inflationsrate in Europa. Nur Belgien (2,7%), die Schweiz (2,2%) und Luxemburg (2%) schnitten noch besser ab. Was machen diese Länder, was Österreich nicht macht?

So senkte Spanien die Inflation: Gaspreisbremse & Mehrwertsteuersenkung

Spanien hat, anders als die meisten anderen EU-Staaten, von Anfang an stark in die Preise eingegriffen. Im Mai 2022 führte Spanien gemeinsam mit Portugal die erste Gaspreisbremse in Europa ein. Diese legte fest, dass Strom aus Gas maximal 50 Euro pro Megawattstunde kosten darf. Der Preisdeckel hat offenbar gewirkt: Laut dem Statistikamt INE sind die Preise für Benzin, Diesel und Strom stark zurückgegangen.

Eine 'gesunde' Inflation: Das 2-Prozent-Ziel
Das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist eine durchschnittliche Inflationsrate im Euro-Raum von 2 Prozent. Die Preise sollen möglichst gleich bleiben, dürfen aber nicht über einen längeren Zeitraum fallen. Denn sonst würde es zu einer Deflation kommen: Die Folgen wären Massenarbeitslosigkeit und sinkende Löhne. Eine leichte Inflation von 2 Prozent sorgt hingegen dafür, dass Konsumenten und Unternehmen ihr Geld eher heute als morgen ausgeben und so die Wirtschaft ankurbeln. Über 2 Prozent sollte die Inflation aber nicht kommen.

Für manche Grundnahrungsmittel hat Spanien die Mehrwertsteuer gesenkt. Die Steuer auf Brot, Milch, Käse, Obst und Gemüse wurde sogar ganz gestrichen. Auch Länder wie Deutschland oder Italien haben die Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel oder für Energie gesenkt. Österreich hat nichts dergleichen unternommen.

Großer Anteil an erneuerbaren Energiequellen

Die niedrige Inflation in Spanien hat allerdings noch andere Gründe: Die Strompreise waren in Spanien nie so hoch wie in anderen EU-Ländern. Denn Spanien bezieht mehr als 50 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energiequellen. Dadurch waren die Strompreise von Anfang an niedriger als im Rest Europas.

Anders als Österreich hat sich Spanien außerdem nie von einem einzigen Land abhängig gemacht. Während Österreich Anfang 2022 noch 80 Prozent seines Gasbedarfs aus Russland bezog, waren es bei Spanien nicht einmal 5 Prozent. Stattdessen bezieht das iberische Land seine fossilen Energieträger aus aller Welt, zum Beispiel aus Algerien, Saudi-Arabien oder den USA.

Victor Strauch

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Victor Strauch
Tags: 2-prozent-ziel energiepreise EU euro euro-zone EZB featured gaspreisbremse Inflation mehrwertsteuersenkung Österreich preise preissenkende maßnahmen Spanien strompreise Teuerung

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