Tirol

Tirol verlängert Unterstützung für vertriebene ukrainische Kinder mit Beeinträchtigung

Für ukrainische Kinder mit Beeinträchtigung gibt es keine Unterstützung der Bundesregierung. Damit sie trotzdem am Unterricht teilnehmen können, zahlt das Land Tirol ihre Schulassistenz. Diese Unterstützung hat die Landesregierung nun bis 2024 verlängert. Außerdem stellt sie gehörlosen Vertriebenen aus der Ukraine Dolmetscher zur Verfügung. Sie sollen in Tirol „einen möglichst geregelten Alltag verbringen können.“ 

3.825 Vertriebene aus der Ukraine leben derzeit in Tirol. Besonders schwierig ist die Situation für geflüchtete Menschen mit Beeinträchtigung. Denn sie haben nur auf die wenigsten Unterstützungsleistungen Anspruch. Das Land Tirol springt deshalb ein, finanziert Schulassistenz für Kinder mit Beeinträchtigung und Dolmetscher für gehörlose Ukrainer:innen.

Tirol verlängert Hilfen für Vertriebene

Im Jänner lebten 3.825 Vertriebene aus der Ukraine in Tirol. Noch im Sommer waren es 5.000. Die Bundesregierung hat eben erst ihr Aufenthaltsrecht in Österreich verlängert. Doch viele sind trotz des Krieges in ihre Heimat zurückgekehrt. Vor allem für Frauen mit kleinen Kindern oder Menschen mit Beeinträchtigung ist das allerdings unmöglich. Landeshauptmann-Stellvertreter Georg Dornauer (SPÖ) ist wichtig, dass sie in Tirol „einen möglichst geregelten Alltag verbringen können.“

Vor allem Menschen mit Beeinträchtigung sind dabei auf Unterstützung angewiesen. Über die Grundversorgung des Bundes haben sie allerdings keinen Anspruch darauf. Deshalb hilft ihnen das Land Tirol und verlängert diese Angebote nun bis 2024. Dazu „haben wir zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten für dringlich benötigte Maßnahmen wie Dolmetschleistungen für gehörlose Menschen und Schulassistenz für Kinder mit Beeinträchtigungen bereitgestellt“, so Dornauer.

Schulassistenz für Kinder mit Beeinträchtigung

Viele Vertriebene werden wohl noch länger bleiben müssen, denn die Chancen auf Frieden stehen schlecht. Deshalb ist es der sozialdemokratischen Soziallandesrätin Eva Pawlata wichtig, „Kinder und Jugendliche aus den Kriegsgebieten in Tirol bestmöglich aufzufangen.“ Sie sollen an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilhaben können.

Ganz besonders gilt das für den Schulunterricht. Deshalb finanziert die Tiroler Landesregierung bis auch weiterhin die Schulassistenz für Schüler:innen aus der Ukraine mit Beeinträchtigungen. Das soll für faire Chancen für die vertriebenen Kinder sorgen. Denn so erhalten sie gleich viel Unterstützung, wie gleichaltrige Tiroler:innen mit Beeinträchtigung. Bis März 2024 sind dafür maximal 180.000 Euro vorgesehen.

Dolmetscher:innen für Gehörlose

Für gehörlose Vertriebene aus der Ukraine organisiert die Landesregierung außerdem kostenlose Dolmetscher:innen über den Tiroler Gehörlosenverband. Sie sollen bei wichtigen Terminen wie Arztbesuchen, Besprechungen in Kindergärten oder Schulen sowie Wohnungsbesichtigungen und Vertragsvereinbarungen helfen.

Insgesamt bis zu 70.000 Euro hat das Land dafür reserviert. Die Dolmetscher:innen stellt die „Beratungsstelle für Gehörlose und Dolmetschzentrale für Gebärdensprache in Innsbruck“.

NeueZeit Redaktion

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Tags: Eva Pawlata featured Georg Dornauer Inklusion Tirol Ukraine Vertriebene

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