Bild: EPP Group in the CoR
Seit letzter Woche sitzt die Ex-ÖVP-Ministerin und Meinungsforscherin Sophie Karmasin in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft sieht in ihr das Mastermind hinter der ÖVP-Umfragen-Affäre. Und Karmasin hat auch zahlreiche Studien für das Land Niederösterreich im Auftrag der ÖVP gemacht. Die behandelten immer wieder kuriose Themen: Woraus besteht Ketchup? Oder: Wann ist es am längsten hell?
Großer wissenschaftlicher Erfolg der ÖVP-Niederösterreich! Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Sophie Karmasin konnten 2020 das Geheimnis lüften: Woraus besteht Ketchup hauptsächlich? Karmasin führte dafür eine Umfrage unter Schülerinnen und Schülern durch. Und siehe da: 96 % von ihnen sind sich sicher, es sind Paradeiser. Damit ist auch dieses Mysterium gelöst und all das nur um einige zigtausend Euro Steuer… Moment: Wieviel Steuergeld haben Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Co für diese Erkenntnis ausgegeben? Genau das sollen Anfragen der SPÖ-Niederösterreich nun im Landtag klären.
Seit letzter Woche sitzt Sophie Karmasin in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft vermutet sie als das Mastermind hinter den Umfragemanipulationen der ÖVP – auch bekannt geworden als das „Beinschab-Österreich-Tool“. Der Vorwurf: Karmasins Vertraute Sabine Beinschab soll politische Umfragen für die Zeitung „Österreich“ so manipuliert haben, dass die ÖVP besser aussteigt. Im Gegenzug hat die ÖVP über öffentliche Stellen Nonsens-Umfragen um Steuergeld gekauft. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler habe das hunderttausende Euros gekostet. Natürlich gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.
Doch genauso natürlich stellt sich die Frage: Wie steht es um die restlichen Karmasin-Umfragen, die ÖVP-Funktionäre um Steuergeld anfertigen haben lassen?
ÖVP-Politiker haben über das Land Niederösterreich zahlreiche Umfragen bei Karmasin beauftragt. Ob dabei alles mit rechten Dingen zuging? Die SPÖ will das im Landtag herausfinden. Sie stellt zahlreiche Anfragen zu den Karmasin-Erhebungen in Niederösterreich. Immerhin hat das Land auch sehr fragwürdige Studien bezahlt. So zum Beispiel eine zum Thema Ketchup. Eine andere Umfrage widmete sich der Frage, in welchem Monat es am längsten hell ist. Für Mikl-Leitners Stellvertreter Pernkopf brachten sie „einzigartige Erkenntnisse“.
Und bevor Pernkopf demnächst wieder eine Studie beauftragen muss – ein kostenloser Tipp: Wasser ist nass.
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