ÖVP-Klubobmann Jochen Danninger soll Vizepräsident des EVN-Aufsichtsrats werden, ein Raiffeisen-Manager Präsident. Angeblich wegen zu hoher Preise und Vertragskündigungen. Doch wie glaubwürdig ist das? Zum Vergleich: In OÖ ist Wirtschaftslandesrat Achleitner (ÖVP) Aufsichtsratschef der Energie AG. Und die senkte ihre Preise erst, nachdem die AK mit Klagen gedroht hatte.
Die ÖVP-Niederösterreich will noch mehr Macht über den landeseigenen Energieversorger EVN. Klubobmann Jochen Danninger soll Vizepräsident des Aufsichtsrats werden. Der Raiffeisen-Manager und Vertrauensmann Johanna Mikl-Leitners, Reinhard Wolf, Präsident.
Offiziell will die Landeshauptfrau damit auf hohe Energiepreise und die Kündigung von 300.000 EVN-Kundinnen und -Kunden reagieren. Ein Blick nach Oberösterreich lässt allerdings Zweifel an dieser Version aufkommen. Denn dort ist mit Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner ein amtierender ÖVP-Landespolitiker sogar Aufsichtsratsvorsitzender der landeseigenen Energie AG. Und deren Preise waren bis vor wenigen Wochen so hoch, dass die Arbeiterkammer sogar mit Klagen drohte. Erst danach lenkte die Energie AG ein.
Der Wechsel wird möglich, weil Aufsichtsratschefin Bettina Glatz-Kremsner in den Ruhestand geht. Sie war schon während ihres Studiums für die ÖVP-NÖ tätig. „Bei rund 15 Wahlgängen hat sie mich seither begleitet“, würdigte sie Ex-Landeshauptmann Erwin Pröll einst.
Glatz-Kremsner war jahrelang Stellvertreterin von Sebastian Kurz als ÖVP-Chef. Für ihn verhandelte sie auch die Koalition mit der FPÖ. Außerdem tauchte sie in den Schmid-Chats auf, was ihr Ermittlungen wegen Falschaussage einbrachte. Nach sieben Jahren legt sie nun ihr Mandat im Aufsichtsrat der EVN nieder. Neben ihr gehen auch zwei weitere Aufsichtsratsmitglieder.
Diese Gelegenheit nutzt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, um das Führungsgremium des Energieversorgers noch schwärzer einzufärben. Die offensichtlichste Politbesetzung ist dabei Jochen Danninger, ihr Klubobmann im Landtag.
Amtierende Spitzenpolitiker in Führungspositionen landeseigener Unternehmen? Das gibt es heute nur noch bei der ÖVP. In Oberösterreich ist Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner Aufsichtsratspräsident der Energie AG. Und in Salzburg macht Landeshauptmann Wilfried Haslauer den Job gleich selbst.
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