Bild: Kinderfreunde
Viele Familien können sich Kindergarten und Kinderkrippe nicht mehr leisten. In Graz sind die Kosten für die Betreuung eines Kindes auf bis zu 300 Euro pro Monat gestiegen. Das ist weit mehr als in anderen österreichischen Städten. In Wien ist der Besuch eines Kindergartens schon lange kostenlos. Die Grazer SPÖ möchte diesem Beispiel folgen und fordert jetzt den Gratis-Kindergarten.
Kindergärten und Kinderkrippen sind die erste Bildungseinrichtung durch die ein Mensch geht. Sie sind daher für die Entwicklung prägend. Der Zugang ist jedoch stark von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängig. Besonders sichtbar wird das am Beispiel Graz. Während in vielen anderen Städten, allen voran Wien, Kindergärten großteils durch die öffentliche Hand finanziert werden, herrscht in der steirischen Landeshauptstadt ein regelrechter Wildwuchs an privaten Einrichtungen zur Kinderbetreuung. Das führt dazu, dass Familien zwischen 75 und 300 Euro monatlich pro Kind für Kindergärten oder Kinderkrippen ausgeben. Im Extremfall wollen Kinderbetreuungseinrichtungen wie Wiki sogar bewusst Gewinn machen, und erhöhen die Kosten aus diesem Grund ständig. Als Resultat können viele Grazer Familien ihre Kinder nicht mehr betreuen lassen. Damit ist oftmals die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht möglich.
Anders als Graz hat die Bundeshauptstadt im Bereich der Kinderbetreuung schon im Jahr 2009 innovative Wege eingeschlagen. In Wien ist der Kindergartenbesuch seit 12 Jahren gratis. Mit dieser Maßnahme ging der Bau von zahlreichen neuen Kinderbetreuungseinrichtungen einher. Als Folge gibt es in Wien aktuell 350 Kindergärten. In diesen werden 29.000 Kinder betreut. 95 Prozent der Wiener Kindergärten haben darüber hinaus neun Stunden offen. Damit bietet die Stadt, das mit Abstand umfassendste Vollzeitkinderbetreuungsangebot Österreichs an. So ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleistet. Letztlich hat der Gratis-Kindergarten noch mehr bewirkt. Er machte Bildung unabhängig von Einkommen, Herkunft und Religion allen Menschen gleichermaßen zugänglich.
In der steirischen Landeshauptstadt unterscheidet sich die Situation im Vergleich zu Wien überaus stark. Von leistbarer Kinderbetreuung und einem dichten Netz an öffentlichen Kindergärten ist nichts zu sehen. Daher fordert die Grazer SPÖ jetzt die Einführung des Gratis-Kindergartens nach Wiener Vorbild. Neben den am Beispiel Wien offensichtlichen Vorteilen, argumentiert sie mit der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Verringerung des Gender-Pay-Gaps. Für Michael Ehmann, den Vorsitzenden der Grazer SPÖ ist klar: „Mit beitragsfreien Kinderkrippen und Kindergärten wollen wir die Grazerinnen und Grazer massiv finanziell entlasten.“
Die Kosten für die Gratis-Kinderbetreuung würden sich laut SPÖ auf 4 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Im Vergleich dazu haben die von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) angekündigten und nie umgesetzten Luftschlossprojekte Murgondel, Olympia und Plabutschgondel deutlich mehr Geld verbrannt. Es scheint derzeit dennoch keine Gemeinderatsmehrheit für den sozialdemokratischen Vorschlag zu geben. Ob Kinderbetreuung in Graz bald gratis sein wird, hängt daher vor allem vom Ausgang der Gemeinderatswahl am 26. September ab.
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