Kärnten

Kärntner Sanierungs-Euro: Neue Förderung ab 2026

Das Land Kärnten stellt die Altbausanierung auf völlig neue Beine. Ab dem 1. Jänner 2026 gilt ein einfaches Prinzip: Je mehr Energie eingespart wird, desto höher fällt die Förderung aus. Damit verschiebt sich der Fokus von starren Förderbeträgen hin zu einem Modell, das tatsächliche Effizienz belohnt. 

Die neue Förderung bewertet nicht mehr einzelne Maßnahmen, sondern den konkreten Nutzen für Umwelt und Geldbörse. Entscheidend ist, wie stark sich der Heizwärmebedarf durch die Sanierung verringert. Die Formel ist einfach: Energieeinsparung (in kWh/m²) × beheizte Fläche × 1 Euro ergibt den Basisbetrag. Ein Beispiel: Wer bei einem 120-Quadratmeter-Haus den Heizwärmebedarf um 50 kWh/m² senkt, erhält 6.000 Euro Förderung. Besonders ambitionierte Projekte werden zusätzlich mit bis zu 5.000 Euro Bonus unterstützt, denkmalgeschützte Gebäude erhalten zehn Prozent Zuschlag.

Schrittweise Sanieren: Förderung für jedes Etappenziel

Eine der größten Neuerungen: Auch kleine Sanierungsschritte werden künftig gefördert. Statt alles auf einmal umsetzen zu müssen, können Eigentümer:innen ihr Vorhaben auf mehrere Etappen verteilen, etwa zuerst die Fassade, später Fenster oder Kellerdecke. Für jede dieser Maßnahmen gibt es eine anteilige Förderung, solange sie nachweislich Energie spart. Grundlage dafür sind künftig ein Energieausweis vor Beginn und ein Fertigstellungsnachweis nach Abschluss.

Damit wird Sanieren flexibler und planbarer: Wer nicht sofort eine komplette Erneuerung stemmen kann, profitiert trotzdem und kann über Jahre hinweg Stück für Stück modernisieren.

Vereinfachte Abwicklung und neue Pauschalen

Um den Prozess transparenter zu machen, erfolgt die Antragstellung künftig nach Abschluss der Sanierung und vollständig digital. So sollen Bearbeitungszeiten verkürzt und der Zugang erleichtert werden.

Parallel führt das Land auch einheitliche Pauschalen ein: Für den Tausch alter Heizsysteme werden künftig 3.000 Euro fix ausbezahlt. Diese Vereinheitlichung soll die Abwicklung beschleunigen und bürokratische Hürden senken. Fix bleiben auch Förderungen für Haustechnik, barrierefreies Wohnen und den Kauf von Bestandsobjekten. Derzeit fließen rund 53,5 Millionen Euro jährlich in Kärntens Gebäudesanierung, Tendenz steigend, eine Deckelung der Mittel ist nicht vorgesehen.

Klimaschutz mit sozialem Anspruch

Wohnbaureferentin Gaby Schaunig (SPÖ) betont, dass die Sanierungsoffensive allen zugutekommen soll, nicht nur jenen mit großen Budgets. Sanieren müsse leistbar werden und zugleich Arbeitsplätze schaffen. Jede Sanierung bedeutet Aufträge für lokale Betriebe, von der Energieberatung bis zum Bauhandwerk. So wird die Energiewende zum regionalen Wirtschaftsmotor.

Sanieren heißt, Bestehendes zu erhalten und Zukunft zu sichern“, sagt Schaunig. „Wer in sein Zuhause investiert, stärkt damit auch das ganze Land.

Bestand statt Beton: Baukultur als Verantwortung

Der Sanierungs-Euro ist auch ein Bekenntnis zur Erhaltung der Baukultur. Statt weiter auf Neubau und Bodenverbrauch zu setzen, will Kärnten die Qualität des Bestands heben. Baukulturreferent Daniel Fellner (SPÖ) spricht von einer doppelt nachhaltigen Wirkung: Sanierung sei beschäftigungsintensiver, ressourcenschonender und verhindere zusätzliche Flächenversiegelung.

Baukultur ist kein Luxusprojekt, sondern eine Frage der Lebensqualität für alle. Wer bestehende Gebäude erhält, spart Ressourcen, schützt das Klima und bewahrt die Identität unserer Orte.

NeueZeit Redaktion

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Tags: Altbau Daniel Fellner Gaby Schaunig Kärnten Sanieren Sanierungs-Euro

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