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Macht Lärm uns dement? Wie wir Stress und Krankheit vermeiden können

Lärm kann stark gesundheitsschädlich sein und sogar zu Demenz führen. Vor allem der Straßenverkehr ist ein Hauptverursacher für Lärmbelästigung. Seit 1995 wird am letzten Mittwoch im April der Tag gegen Lärm begangen. Den Tag habt der Verband der Gehörgeschädigten initiiert und findet heuer unter dem Motto „Mach mal leise“ statt.

Rund ein Drittel der Österreicher und Österreicherinnen sind zuhause von Lärm betroffen. Vor allem Verkehrslärm ist das größte Problem, gefolgt von der Nachbarschaft und Baustellen. Das ergibt eine Statistik des Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt und Energie. Rund 2,5 Millionen Menschen über 16 Jahre fühlen sich durch Lärm belästigt. Dabei ist dies nicht zu unterschätzen, denn Lärmbelästigung ist gesundheitsschädlicher, als viele denken.

Schon 50 Dezibel führen zu Konzentrationsschwierigkeiten. Diese Lautstärke entspricht einem normalen Gespräch mit einem Meter Abstand. Ab 60 Dezibel steigt das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen und ab 80 Dezibel (gleicht einer stärker befahrenen Straße) sind sogar schon Hörschäden möglich. Die Schmerzgrenze liegt bei ungefähren 120 Dezibel, was einem lauten Klatschen entspricht. Alles darüber (Hupen, Feuerwerkskörper etc.) kann zu bleibenden Schäden in den Ohren führen.

Straßenverkehr als Hauptursache von Lärm

Aber nicht alles, was laut ist, nehmen wir zwangsweise als Lärm wahr. Menschen reagieren unterschiedlich auf laute Geräusche. Die größte Lärmquelle ist laut Befragungen schon seit längerer Zeit der Verkehr. Deutlich über den Nachbarn und Baustellen.

Ob auf dem Weg zum Einkaufen oder zur Arbeit oder abends beim Schlafen: Straßenverkehrslärm ist präsent und macht krank.

Der Körper schüttet bei einer höheren Geräuschkulisse über längerer Zeit Stress aus. Der ist vor allem auf Dauer gesundheitsschädlich. Auch Schlafprobleme sind oft eine Folge von Verkehrslärm. Mit dieser Kombination aus Stress und verminderter Schlafqualität steigt auch das Risiko für Demenz und Alzheimer stark an. Rund 15 Prozent aller Fälle sind lärmgeschuldet, hat eine Studie aus Dänemark gezeigt.

Ebenso schädlich kann Lärm am Arbeitsplatz sein. Schon eine Umgebung von mehr als 65 Dezibel kann sich negativ auf die Psyche auswirken. Das Konzentrationsvermögen sinkt, die Reizbarkeit und das Stresslevel steigen.

Tempo 30 gegen Stress und Krankheit

Um das gesundheitliche Risiko zu minimieren, muss unsere Umgebung leiser werden. Im Straßenverkehr gibt es verschiedene Maßnahmen, die helfen sollen, die Lautstärke zu verringern. Die Geschwindigkeit auf 30 km/h in Innenstädten zu reduzieren, wäre eine der am schnellsten umsetzbaren Maßnahmen. 30km/h statt 50km/h könnte schon zu einer Halbierung des Lärms führen.

Längerfristig ist der verstärkte Ausbau und Umstieg auf alternative Verkehrsmöglichkeiten wie Fahrrad und Zug die beste Lösung, da diese deutlich leiser sind und auch weniger Platz verbrauchen. Utrecht in den Niederlanden zum Beispiel hat es als fahrradfreundlichste Stadt der Welt vorgemacht und den Radverkehr auch mittels einer neuen Infrastruktur merkbar ausgebaut.

Erik Mehrle

Erik hat mit 16 mit Poetry Slams begonnen und so seine Liebe für's Schreiben entdeckt. Durch ein Praktikum ist er zur NeuenZeit gekommen - um zu bleiben. Neben seiner Arbeit als Redakteur hilft er uns bei jedem technischen Problem und managed im Hintergrund alles, damit unser Redaktionsalltag rund läuft. Wenn er nicht in der Redaktion ist, spielt er leidenschaftlich Schach und Poker, liebt Filme schauen und versucht sich im Programmieren - gerade lernt er die Programmiersprache Python.

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